Die Brasilianer reden doch alle Japanisch!

Trip Start Feb 18, 2007
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Trip End Oct 11, 2007


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Tuesday, May 8, 2007

São Paulo ist eine Stadt der Superlative! Aber wir waren vor unserer Ankunft doch sehr skeptisch, da wir viele Leute getroffen haben, denen es dort ueberhaupt nicht gefallen hat. Wir kamen mitten in der Nacht mit einer einstuendigen Verspaetung am Busterminal an, wo uns Edson, Karins Bekannter aus Neuseeland, schon geduldig erwartet hat... Wir haben bei ihm und seiner Familie in São Caetano, einer kleinen Stadt an der Grenze zu São Paulo, gewohnt. Schon als wir das kleine Apartment betreten haben, wurde uns klar was wir in den naechsten Tagen zu erwarten hatten... Eine total knuddelige, halb japanische - halb brasilianische Knutschkugel auf zwei Beinen alias Edons Mama, die uns zu jeder Tages- und Nachtzeit die leckersten Gerichte gekocht hat. Edsons Schwester Fernanda, die drauf bestanden hat auf dem Boden zu schlafen, damit wir uns ihr kleines Zimmer teilen koennen. Edsons Papa, der fuenf Tage lang den Chauffeur gespielt hat, damit wir nicht unterwegs in dieser grossen und absolut verwirrenden Stadt abhanden kommen. Und schliesslich Edson selbst, der einzige der  Familie, der eine Fremdsprache spricht und, der in der Zeit als wir zu Besuch waren hoechstens drei Stunden Schlaf pro Tag bekommen hat. Und das obwohl er jeden Tag von fuenf Uhr morgens bis sieben Uhr abends unterwegs ist, um in der Stadt in der Rechtsabteilung einer Lebensmittelfirma zu arbeiten, der arme Kerl! Wir hatten eine tolle Zeit bei Familie Yokoyama und wir haben es letztendlich immer irgendwie geschafft uns mit allen zu verstaendigen. Auch wenn alle Familienmitglieder mehr japanisch als brasilianisch aussehen und auch die Sprache gut japanisch haette sein koennen (wer hat sich eigentlich die portugiesische Aussprache einfallen lassen...?! Das ist ja wohl ein Witz!), haben wir doch einen guten Einblick in den taeglichen Wahnsinn des Lebens in São Paulo bekommen. Gleich an unserem ersten Abend sind wir auf einer Geburtstagparty gewesen, auf der wir natuerlich sofort alle lokalen Koestlichkeiten -inklusive aller erdenklichen tropischen Fruchtcocktails- durchprobieren mussten... Es gab eine Liveband und sogar wir haben ein kleines Staendchen zum besten gegeben und unsere Gesangsqualitaeten bis zum letzten ausgereizt! Wir sind uns bis heut nicht sicher, ob unser Publikum mit oder ueber uns gelacht hat... aber zumindest hatten alle Spass! Am naechsten Tag sind wir mit Edson ins Zentrum von São Paulo gefahren, was uns mit Bus, Metro und mehrmaligem Umsteigen fast anderthalb Stunden und einige Nerven gekostet hat. Wir wollten unbedingt auf eines der Hochhaeuser, um uns die Stadt von oben anschauen zu koennen. So ein riesen Haeusermeer ist schon ziemlich beeindruckend, vor allem wenn in keine Himmelsrichtung ein Ende in Sicht ist. Am Sonntag waren wir unter anderem im Japanischen Viertel der Stadt. Dort ist einiges los, da sich anscheinend in São Paulo die groesste japanische Community ausserhalb Japans befindet. Am Wochenende findet dort ein Markt statt, auf dem man alles Moegliche und Unmoegliche kaufen kann, angefangen vom ueblichen Schmuck und japanischem Essen bis hin zu Goldfischen in Plastikbeuteln! Nachmittags sind wir dann zum Fussballfinale der São Paulo-Region gefahren. Auch wenn Edsons (und damit natuerlich auch unser Team) das Spiel und somit leider auch auch die Meisterschaft knapp verloren hat, war es doch auf jeden Fall ein Erlebniss. Leidenschaft pur, die Fans im Stadion waren total aus dem Haeuschen! Vor allem von den kleinen, vielleicht 10- oder 11-jaehrigen Pimpfen mussten wir uns so einiges anhoeren, weil wir nicht fuer ihre Mannschaft waren. Unglaublich, was die fuer Schimpfworter drauf haben! Tags drauf haben wir es dann sogar gewagt allein in São Paulo loszuziehen, weil unsere Family leider keine Zeit fuer uns hatte. Wir sind ueber den Markt geschlendert und haben uns die vielen Strassenstaende beguckt. Verrueckt, was die einem dort alles verkaufen wollen... Da gibt es einen Laden nur fuer Sonnenbrillen, einen fuer Spuelmittel und daneben einen fuer Disney-Aufkleber!!! Insgesamt hat uns die Stadt garnicht mal so schlecht gefallen, was wahrscheinlich vor allem an Edson und seiner lieben Familie lag. Leider gibt es aber auch unglaublich viel Armut und Gewalt, so dass man immer ein wenig auf der Hut sein muss. Fast alle Autos haben getoente Scheiben und als wir abends kurz angehalten haben, um etwas zu Essen zu holen, hiess es "keiner bleibt im Auto sitzen, alle steigen aus!". Es ist einfach wichtig Leute zu kennen, die einem sagen koennen, was unbedenklich ist und was man lieber lassen sollte. Mit ein wenig gesundem Menschenverstand ist dann alles halb so wild wie es immer beschrieben wird, selbst in einer brasilianische Grossstadt!
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