Von Grenzüberschreitungen und einem Friedhof

Trip Start Feb 06, 2009
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Trip End Jun 30, 2009


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Flag of Ecuador  ,
Monday, April 20, 2009

Erstens kommt es anders... und zweitens als man denkt. Ja und so stand ich dann nicht wie ursprünglich geplant mit Kati an der Grenze zu Ecuador, sondern mit Alex! Kati hatte beschlossen von Cali aus nach Bogotà zurückzufahren, weil dort eine Buchmesse und ein Poesiefestival stattfanden. Weil ich aber keine Lust hatte alleine durch Ecuador zu düsen, hat Alex nach einigem hin und her beschlossen mich zu begleiten. Wenn er da schon geahnt hätte was uns an der Grenze erwartet, hätte er sich das wahrscheinlich nochmal gut überlegt. Aber so kamen wir morgens um halb sechs nach einer fast schlaflosen Nacht im Bus in Ipiales an, der letzten kolumbianischen Stadt vor der Grenze. Hier erfuhren wir, dass Alex ein Führungszeugnis und andere Papiere für die Einreise nach Ecuador braucht. Diese muss man bei einer Bank bezahlen, wo man dann eine Quittung bekommt, mit der man zu irgendeinem Amt geht. Dummerweise machen die Banken erst um acht Uhr auf. Also haben wir die Zeit bei einer Tasse Kaffee und den leckersten Bunuelos (frittierte Teigbällchen) der Welt in einer kleinen Bäckerei rumgebracht. Nachdem wir dann etwas eine halbe Stunde bei der bank anstehen mussten, bis wir an der Reihe waren, konnte Alex endlich sein Führungszeugnis abholen. Anschliessend erfuhren wir, dass er nochmal etwas bei der Bank bezahlen müsse, weil noch andere wichtige Papiere fehlten. Nach insgesamt vier (!) Stunden hatte Alex alles zusammen, was er für die Einreise nach Ecuador brauchte.
Nachdem er schon die Grenze passiert hatte, kam dann ich an die Reihe: 100 Dollar Strafe sollte ich zahlen, weil mein Visum seit vier Tagen abgelaufen war! Es hat dann nochmals eine Stunde gedauert den netten Herrn an der Grenze davon zu überzeugen, dass das doch nicht nötig sei. Und es hat mich mein schönstes Sonntagslächeln und viel deutsch-spanische überredungskunst gekostet. Während Alex mitten auf den Grenzübergang Gitarre spielend auf dem Boden sass, habe ich Blut und Wasser geschwitzt, weil ich absolut keine Lust hatte nochmal nach Ipiales zurückzukehren, um irgendeine unnötige Strafe zu zahlen. Wir müssen so ein komisches Bild abgegeben haben, dass ich mit meinen himmlisch blauen Kulleraugen am Ende doch ungestraft die Grenze passieren durfte :)
Die Einreise nach Ecuador war dann überhaupt kein Problem mehr und nach immerhin sechs Stunden kamen wir in Tulcan, der ecuadorianischen Grenzstadt an. Das einzig spektakuläre an dieser Stadt ist ihr Friedhof. Der ist nämlich schöner als die meisten Parks, die ich kenne. Die Wiesen sind grellgrün und die Bäume und Hecken sind zu Figuren und Tieren gestutzt. Stundenlang haben wir dort auf dem Friedhof zugebracht, bis es Zeit war den Bus nach Quito zu nehmen, damit wir nicht allzusüät dort ankommen würden.
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