El Capitan auf hoher See

Trip Start Feb 06, 2009
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Trip End Jun 30, 2009


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Flag of Panama  ,
Tuesday, February 17, 2009

Von Carti aus bin ich mit einem kleinen Boot der Kuna Indianer zur "Sacanagem", einem etwa 15 Meter langen Segelboot, gebracht worden, die dort in der Nähe vor Anker lag. Nachdem ich auf der Fahrt nach Carti schon Patrick und Steffi aus Deutschland getroffen hatte, lernte ich an Bord unseren Kapitän Hernando und seine Frau Maria aus Kolumbien kennen. Auch der Rest der Crew war schon auf dem Boot. Lustigerweise war das Boot fest in deutsch-holländischer Hand, denn bis auf Douglas, einem Australier (der als Einziger weder spanisch noch deutsch oder niederländisch konnte), waren noch Manuel und Florian (Deutschland) und Marijke, Onno, Jorik und Bart (Niederlande) dabei.
Unser Käptn Hernando ist ein echter Seebär mit wilder Wuschelfrisur, Vollbart und sogar ganz stilecht mit einem Hinkebein! Zuerst habe ich mir ein wenig Sorgen gemacht als er uns stolz erklärt hat, dass er nie Wasser, sondern nur Rum und Bier trinkt und höchstens mal einen Wein zur Abwechslung... Als ich dann die zwei Paletten Bier, den Karton mit Wein im Tetrapak und den Vorrat and Rum gesehen habe, habe ich schon kurz daran gezweifelt, dass wir diese Reise heile überstehen werden - aber es gab kein zurück mehr!

Die ersten zwei Nächte haben wir vor einer traumhaften kleinen Insel geankert. Vom Boot aus konnten wir die etwa 20 Meter zum Strand schwimmen und in etwa fünf Minuten einmal um die Insel laufen. Das San Blas Archipel vor der Küste Panamas besteht aus hunderten von kleinen Inseln, die meisten sind unbewohnt. Viele bestehen nur aus einem Fleckchen Sand mit zwei drei Palmen drauf. Und selbst die bewohnten Inseln sind so klein, dass meist nur eine Familie dort wohnt. Ausländern ist es nicht erlaubt hier Land zu kaufen und so gehören die San Blas Inseln vollständig dem Stamm der Kuna Indianer. Diese leben hauptsächlich vom Fischfang. So kamen dann auch gleich Kanus zu unserem Boot, von denen aus uns die Kuna Männer frischen Fisch, Riesenkrabben und Langusten Verkauft haben. Abends hat Maria eine Paella gezaubert, die sich sehen lassen kann. Diese Frau ist eine fantastische Köchin. Abends gab es Piña Colada aus frischer Ananas und Kokosnüssen, die wir auf der Insel gepflückt haben. Nachdem wir den ersten Abend auf dem Boot verbracht haben, fand am zweiten Abend eine Party auf der Insel statt. Es kamen Leute von anderen Segelbooten an den Strand und auf einmal war wie aus dem Nichts eine Anlage an den Strand gezaubert. Wir haben den ganzen Abend am Lagerfeuer Salsa getanzt und sind dann irgendwann in der Nacht zurück zum Boot geschwommen. Suuuuper!

Nach drei Tagen im San Blas Archipel ging es dann aufs offene Meer Richtung Cartagena. Plötzlich wurde sie See rauh (man hatte uns schon gewarnt, dass es stürmisch wird) und aus dem Rumgeplätschere zwischen den Inseln wurde uns schnell klar, dass einige von uns keinen Spass an dieser Überfahrt haben würden. Marijke wurde direkt am ersten Tag seekrank, so dass die Arme zwei Tage über der Reling hing. Allen anderen ging es mehr oder weniger gut. Aber mehr als auf dem Deck rumliegen und auf den Horizont starren war bei den meisten nicht drin. Zu Essen gab es nur noch kalten Nudel- bzw. Reissalat, denn an Kochen war bei dem Seegang nicht zu denken. Nachts haben wir abwechselnd Wache gehalten. Insgesamt war die Überfahrt total problemlos und wir hatten auf jeden Fall viel Spass! Am sechsten Tag sind wir nachts im Hafen von Cartagena angekommen, wo wir am nächsten Morgen unsere Pässe in Empfang nehmen konnten! Bienvenido Colombia!! :)
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