1, 2, 3 Action!

Trip Start Apr 17, 2008
1
28
Trip End Oct 15, 2009


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Where I stayed
My Kost

Flag of Indonesia  , Bali,
Sunday, June 28, 2009

Ich kann es immernoch nicht glauben, daß ich es wirklich getan habe.
Alles hat angefangen mit meinem Drang mich nach der Arbeit zu entspannen und ein bißchen Zeit mit Indonesiern zu verbringen anstelle meiner Expat-Freunde, was schon ein ziemliches Loch in meine kleine Geldbörse gebrannt hatte.
Nachdem ich also meine Umgebung von meinem Kost ausgekundschaftet hatte auf der Suche nach einer Drogerie, Wäscherei und einem Internetcafe bin ich auf einen 'Fitnessclub' gestoßen, das 2-mal täglich Aerobic Stunden angeboten hat. Meine Chefin hatte mir schon jede Menge lustiger Dinge über Aerbic in Indonesien erzählt, also bin ich am nächsten Tag nochmal hin um mal einen Blick zu riskieren.
Der 'Club' hat 3 Teile, den Eingangsbereich mit einem kleinen Bistro und einem Frisörsalon, und einen Gerätebereich und den davon abgetrennten Aerobicbereich. Das ganze ist untergebracht unter einem riesigen Dach und ist nach vorne und hinten praktisch offen (ich mußte mir doch ein Lachen verkneifen als mich einer meiner Freunde hier fragte, ob meine Gym denn auch Klimaanlage oder so hätte - nee, wir bevorzugen natürliche Belüftung!). In dem Fitnessraum besteht der Boden (wie überall) aus Fliesen und ist zum Teil von Teppich bedeckt (wahrscheinlich um die Gelenke zu schonen:-)). Außerdem sind alle 4 Wände verspiegelt und darüber hängen Bilder von Bodybuildern aus den 80ern - darunter auch Arni!

Zuerst dachte ich, alles wäre ganz normal, die Mädels saßen in Grüppchen im Raum mit T-Shirt und Sporthose und warteten auf den Trainer. Als der dann endlich kam und anfing sich umzuziehen begann ich langsam zu bereifen, was meine Chefin meinte und was mich erwarten würde, wenn ich mich entscheiden sollte dem Club beizutreten. Der Instructor war bekleidet mit einem Bikini-artigen Aerobic dress, bestehend aus verflucht knappen Hosen und einem sehr engen Shirt mit langen Armen, das den Bauch frei läßt. Zuerst war ich geschockt, dann amüsiert und dann wurde ich getroffen von unglaublich lauter Mickeymouse oder Schlümpfe Musik, die mich vibrieren lies ohne daß ich auch nur einen Muskel bewegt hätte (was für ein praktischer Weg um Gewicht zu verlieren ohne was dafür zu tun.). In dem Moment fingen dann auch alle anderen Mädels im Raum an sich auszuziehen, ebenso gekleidet in diese super knappen Trainings-Dinger in den schrillsten Farben.

Also bin ich wiedergekommen am nächsten Tag und hab gleich für einen ganzen Monate gezahlt damit ich keine Entschuldigung hätte mich zu drücken falls ich einen völligen Idioten aus mich machen sollte. Ich stand also in der letzten Reihe mit meinem viel zu großen VSO T-Shirt, in langen Hosen und wartete darauf, daß jeder anfangen würde sich auszuziehen und die Musik loslegen würde und hab mich schon als Idiot gefühlt. Jeder starrte mich an - Dank der Tatsache, daß ich der einzige Bule (Foreigner) im Raum war. Als die Musik dann endlich einsetzte und alle anfingen sich zu bewegen als ob sie nie was anderes gemacht hätte mußte ich feststellen, daß ich trotz meiner einigermaßen Sportlichkeit nicht fähig war dem Treiben zu folgen. Das war einfach alles viel zu schnell, ich schaffte es nicht mal die Arme so schnell hoch und runter zu bewegen wie die. Also stand ich da und bewegte mich - wie jeder Dank der Spiegel sehen konnte - total aus dem Rhythmus und mußte ohne Unterlaß lachen. Zum Glück bin ich niemand, der nicht über sich selbst lachen kann, das wäre zu anstrengend auf Dauer zu unterdrücken. Also hatte ich am Ende des Trainings vorallem meine Bauchmuskeln trainiert, was ich nicht schlecht fand für das erste Mal und wert es auf regelmäßiger Basis zu betreiben.

Seitdem bin ich ungefährt 3 mal die Woche zum Aerobic gegangen, hab Freundschaften mit den Mädels da geschlossen und bin immernoch manchmal geschockt von den Fashion Statements der Trainer. Wir hatten Frösche (sehr, sehr grün und eng), Zebras (gestreift und eng), Netzhemden (sehr, sehr eng und den Blick frei haltend auf verschiedene Tattoos) und jede Knallfarbe, die man sich nur vorstellen kann. Trotzdem konnte ich mich die meiste Zeit doch auf das Training konzentrieren und jetzt bin ich mittlerweile nicht mal schlecht. Anscheinend bin ich sogar so gut, daß mich mein Lieblings-Trainer (Donnerstags) aufgefordert hat doch an der Aerobic-Competition von dem Club teilzunehmen. Eine Kollegin aus dem Office war sofort Feuer und Flamme und meinte, sie würde mich auch moralisch unterstützen an dem großen Tag. Was konnte ich da noch sagen? Ich war niemals ein großer Fan von diesen Fitnesshütten, um ehrlich zu sein habe ich sie in Deutschland gemieden wie der Teufel das Weihwasser, tief in dem Glauben, daß dies ein Ort ist wo Frauen sehen und gesehen werden wollen und Männer versuchen die letzten Gehirnzellen in ihre Muskeln zu pumpen, weil sie glauben es sieht gut aus Kürbisse anstelle von Oberarmen zu haben. Und dann auch noch Aerobic - der totale Frauen-Sport!! Also habe ich 'Ja klar' gesagt und das Beste gehofft.

Zwei Wochen lang saß ich auf Kohlen, weil ich nicht wußte, wann, wo und wie das überhaupt alles laufen sollte und dann 4 Tage for dem Wettbewerb hab ich dann die Einladung bekommen mit den Worten: Das ist wie ein Workshop, Du stellst Dich da also einfach hin und versuchst dem zu folgen was da so abgeht und die Richter gucken sich das an und bewerten Dich dann. Super! Als der Tag dann da war sind wir mit ein paar Aerobic-Mitleidenden von der Sporthalle zusammen in einem kleinen Moped-Convoy zum Ort des Geschehens gefahren. Bin knapp 2 Unfällen auf dem Weg entgangen und werde mich zukünftig von indonesischen Moped Convoys fernhalten (if possible - haha). Hab mich registriert und dann mit Freunden und Kollegen 2 Stunden gewartet bis die Veranstalter und der technishe Support sich endlich entschieden hatte mit dem schlechten Karaoke aufzuhören und mit dem eigentlich Programm anzufangen.

Der Wettkampf selber war vorbei in 20min. Erst warm-up mit mehr physischem Kontakt als mir lieb gewesen wäre und dann meine Kategorie 'Aerobic unter 30'. Wir waren nur 12 Leute und damit genug Platz um alle meine korrekten und vorallem die inkorrekten Schritte zu bewundern, die ich auf die Bühne gezaubert habe. Die ersten 10min hat mein Mittwochs Trainer geleitet, was noch ging, weil ich die Woche vorher glücklicherweise sein Training besucht habe, aber die nächsten 10min kam die Freitags-Lady und da geh ich nie hin, weil ich da immer Knoten in alle möglichen Körperteile bekommen. Das Ergebnis war, daß ich mich gefühlt habe wie in meiner ersten Stunde - stehend in der letzten Reihe, lachend - nur diesmal beobachtet von ein paar mehr Leuten. Ziemlich vielen Leuten!
Mein Donnerstags Trainer meinte immer: Du kannst das gewinnen - wouuuu!!! Tja, nach der Performance, konnte ich nur noch gewinnen, wenn die extra Punkte für das lauteste Lachen und die kreativste Auslegung der Schrittkombinationen vergeben würden.

Nichts desto trotz hatte ich eine Menge Spaß und meine Begleiter auch. Und wenn ich schon nix gewonnen habe, habe ich zumindest die ziemlich lustigen Bilder von der ganzen Aktion!
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