Großes Treffen aller Volontäre in Kupang

Trip Start Apr 17, 2008
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Trip End Oct 15, 2009


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Flag of Indonesia  , East Nusa Tenggara,
Tuesday, March 3, 2009

[Montag 23.02. 19:15 - Welcome to Kupang]
Versuch gerade verzweifelt seit 5 Minuten mir meine rechte Kontaktlinse aus dem Auge zu pulen - ohne Erfolg. Das Auge ist rot und tut weh und irgendwie ist das voll Scheiße. Also hab ich beschlossen kurz Pause zu machen und hier was zu schreiben.
Der Rest der letzten Woche war gefüllt mit Vorbereitungen für das große Event hier bei dem sich alle Volotäre und Partner einmal im Jahr zum Austausch treffen und ich habe es dann doch noch geschafft mein Frontend rechtzeitig fertig zu stellen.
Bin schon echt gespannt all meine Kollegen kennenzulernen und die wieder zu sehen, mit denen ich hergekommen bin for 6 Monaten.

[19:41]
Ok, ich habe beschlossen, daß ich die linke Linse beim Schwimmen vorhin verloren habe. Da ist weit und breit nix zu sehen und ich krieg nix raus. Ich glaube, da ist keine mehr.

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[Dienstag 24.02. 23:05 - Welcome to Kupang - Part II]
Bin gestern doch nicht mehr dazu gekommen weiterzuschreiben, also jetzt:
Sonntag haben wir uns alle beim Office getroffen, um gemeinsam zum Flughafen zu fahren.
War ganz gemütlich mit geschätzten 2t Gepäck und 4 Leuten im Auto. Hatten dann noch ewig Zeit am Flughafen und dann ging es also endlich nach Kupang. Ich konnte es echt gar nicht erwarten alle wieder zu sehen - vielleicht haben die ja doch Recht und die Bande, die man in diesen ersten Wochen knüpft sind so leicht nicht zu brechen.
Bei der Ankunft war ich erstmal total überrascht wie grün Kupang ist. Ich hatte mir das eher wie eine Wüstenstadt vorgestellt. Alles in gelb- und braun Tönen, heiß, trocken, aber im Grunde ist es einfach nur ein heißes indonesisches Städtlein wie jedes andere auch. Das Hotelzimmer ist eigentlich ganz nett: heiße Dusche, A/C, Pool - also alles, was man so braucht, damit das Leben angenehm ist.
Um 7 gab's dann Abendessen und da hab ich dann auch endlich die beiden Jungs aus unserer Gruppe gesehen. Meine Güte, hab mich ganz schön erschrocken. Der eine sieht aus, als ob er die 5 Nummern zu großen Sachen von seinem Onkel trägt. 17kg in ca. 3 Monaten hat er verloren auf Grund von Krankheit - er sieht aus wie ein Hungerhaken - ziemlich heftig. Der andere hat auch abgenommen, aber zum Glück nicht so schlimm.
Nach dem Essen sind wir dann einfach noch ein bisschen am Pool rumgehangen und haben erzählt und es tat richtig gut, sich mal wieder richtig zu unterhalten - fast wie zu Hause mit meinen Freunden, nur halt über andere Themen: Durchfall, Schwierigkeiten mit der Sprache, was mache ich wenn ich wieder zu Hause bin, Beziehungen in der Ferne, Einsamkeit, ....
Montag war dann so richtig in die Vollen. Begrüßung durch unseren Country Director und sogar jemand von der Regierung war da. Alles sehr steif und alles sehr förmlich mit Übersetzungen Englisch-Indonesisch, Indonesisch-Englisch und dann noch in Gebärdensprache natürlich. Das Alles nimmt wahnsinnig viel Zeit in Anspruch, ist aber interessant zu verfolgen. Mittagessen, Kaffee, mehr Präsentationen, Verabschiedung der Regierungsleute wie bei einem König (er geht durch die Reihen und dann wird Hand geschüttelt beim Rausgehen), und der Hinweis morgen pünktlich um 8:30 zum ersten Meeting zu erscheinen.
Sind nach dem Abendessen dann erstmal in eine Bar (ok, eine von den beiden, die es hier gibt und die man ohne größere Schwierigkeiten erreichen kann) und haben uns Trinkspielen hingegeben (mit Erdnüssen *g*), da es nur um einen gemeinsam gesponserten Drink ging hat sich das ziemlich in Grenzen gehalten. War trotzdem ziemlich übermüdet am nächsten Tag und gegen Mittag durfte ich die Augen nicht länger als eine Minute schließen, sonst wäre ich auf der Stelle eingeschlafen - bin echt nix mehr gewohnt.
Eigentlich sollte ich ja heute auch meine Präsentation halten, aber leider haben es andere Teilnehmer nicht geschafft in ihrem ihnen zugewiesenen Rahmen zu bleiben und so wurde mein Teil einfach rausgeschnitten - soll ich in unserem Workshop halten (der eh schon viel zu wenig Zeit bekommen hat). Die Nachmittagssession in Indonesisch und über Funding war dann einfach nur noch die Folter und ich bin echt froh, daß ich nicht vom Stuhl gefallen bin, oder eine gewisse Volontärin erwürgt habe, die sich mit ziemlich unangebrachten, langweiligen und nervigen Kommentaren Aufmerksamkeit sichern wollte.

Nach der Session hab ich kurz das W-Lan hier ausprobiert, aber wirklich gut ist das nicht. Dann bin ich keine 20min später zu nächsten Hotel gefahren, in das wir am Freitag transferieren, weil dann nur noch wir Volontäre da sind und nicht mehr die Partner und wir so einen Community-Tag haben (offensichtlich haben sie da geplant Pflanzen zu pflanzen) und wir deshalb Geld sparen müssen. Haben uns die Räumlichkeiten angesehen, in denen wir während der 3 Tage dort die Workshops halten werden und diskutiert wer was, wie, wo macht. Die ganze Organisation ist ein ziemliches Chaos mit viel Platz für Improvisation - was ich aber bei den Entfernungen und den Umständen voll verstehen kann.
Danach zurück, nochmal W-Lan ohne Erfolg probiert, wieder zu der Bar, aber diesmal früh heimgegangen, weil irgendwie nicht in Stimmung und jetzt sitze ich hier und schreibe.

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[Montag 02.03. 11:52 - Rückblick auf eine Woche Kupang]
So, bin natürlich die letzten Tage nicht zum Schreiben gekommen, zu viele Workshops, jeden Abend in die Bar, die Straße runter und zu wenig Schlaf. Aber jetzt sitze ich hier im 'Restaurant' direkt am Meer, ich hören die Wellen rauschen und die meisten sind ausgegangen, um zu packen, oder sich anderweitig die Zeit zu vertreiben. 15:30 geht unser Flug und heute ist nix geplant, also sitzen wir hier und 'langweilen' uns.
Mein letzter Eintrag war Dienstag letzte Woche, also hab ich ziemlich viel aufzuholen:
Mittwoch und Donnerstag waren die Sector Workshops und wir haben eine Session nach der anderen gehabt über Formal Employment für Behinderte, Marketing für Handycrafts, Funding, Programme Reviews, ... abends sind wir dann ausgegangen und alle haben Bier getrunken - mit Ausnahme von mir natürlich *g*.
Eigentlich nicht besonders spannend. Freitag sind wir dann in das andere Hotel gezogen. Nicht so wirklich der Hit - ich meine, kaltes Wasser stört mich ja nicht wirklich, aber wenn es stinkt als ob darin eine Ratte verwest wäre ist das doch eher unangenehm. Die Handtücher sind so dünn und grob, nach dem Abtrocknen ist man praktisch immer noch naß und die riechen, also ob man versucht hätte, die Ratte damit aus dem Wasser zu fischen. Aber ansonsten ist die Location eigentlich ganz gut. Das Essen ist hier viel besser als in dem anderen Hotel und kein Stacheldraht Zaun versperrt die Sicht auf das Meer.
Die Workshops während dem AVC (Annual Volunteer Conference) drehten sich dann um das Thema 'Globalisation' (ziemlich cooler Vortrag von einem Kollegen über die Auswirkungen der Globalisierung auf den Fußball), 'Global Warming' und 'National Volunteering'. Für den letzten Teil sollten wir uns Gedanken machen, wie wir es in unserer täglichen Arbeit schaffen könnten nationale Volontäre besser in unsere Projekte mit einzubinden und das ganze dann in einem Song / Theaterstück verpacken. Die Gruppe mit unserem Country Director hat eine Fashenshow gemacht - wahnsinnig lustig (Dieses Jahr trägt man social engagement mit einem Schuß community work und dann läuft eine in Papier gekleidete Country Directoring ein als ob sie auf einem Laufsteg wäre und posed, als ob es kein Morgen gäbe. Ich habe Tränen gelacht.
Die Abende haben wir in der Bar die Straße runter verbracht. 8 Betonsäulen, Blechdach, Sperrholztische, Plastikstühle, ein Tourist Information Board mit verbleichten und vom Regen gewellten Karten an der Wand, eine mit einer Plastik Plane abgedeckte Musikanlage und ein Hundepärchen mit Welpen. Wir sitzen da trinken Bier und reden, nach 2h kommen dann normalerweise die ersten Kakerlaken aus der einen Betonsäule und hören uns zu und die Welpen fangen an uns zwischen den Beinen rumzukrabbeln. Aber eigentlich ist das vollkommen egal - was braucht man mehr als gute Gesellschaft und das Rauschen des Meeres im Hintergrund *g*.
Funnight Samstagabend war dann war dann genau, was der Titel verspricht. Viele verschiedene lustige Spielchen, darunter ein
-Popquizz, allgemeine Fragen zur Geschichte Indonesiens und zum Allgemeinwissen (meine Contribution war, daß ein Byte 8 Bits hat *g*)
-bringe mit 2 Leuten einen Luftballon zum zerplatzen, ohne ihn mit den Händen anzufassen
-versuche einen Stift, der an einer Schnur um deine Hüften hängt, in eine Flasche zu manövrieren, die zwischen deinen Beinen steht.
-Gebe ein Mint-Bonbon (mit Loch in der Mitte) weiter um den Tisch nur mit einem Zahnstocher im Mund.
-Und vieles mehr.

Gestern hatten wir dann noch unseren Community Day. 10:30 Aufbruch zu einem Community Gardening Project in der Nähe von Kupang. Sind in den lustigen Disco-Bemos dahingefahren (Die sind hier mit riesigen Boxen unter den Sitzen ausgestattet und überall bunt geklebt - auch an der Windschutzscheibe vorne *g*). Wir wurden empfangen mit einem Tanz, dann gab es die üblichen langweiligen repräsentativen Reden, ein Mittagessen und dann sind wir - aufgeteilt in 5 Grüppen - zu den verschiedenen Feldern gelaufen und haben da zusammen mit den Familien Tomaten, Papaya, Chili und vieles mehr gepflanzt. Vorher gab es noch eine Präsentation über Nährwerte der einzelnen Nahrungsmittel und Tips, wie man sich ausgewogen ernährt und am Schluß natürlich wieder eine Photosession. Zurück an unserem Sammelpunkt gab es dann nochmal eine Dankesrede, jede Menge Gruppenphotos und wir haben alle zusammen getanzt. Später hat uns jemand erzählt, daß die Frauen geweint hätten und daß sie eigentlich vorgehabt hatten, uns im Hotel nochmal zu besuchen vor unserer Abreise *g*.

Alles in Allem war das eine anstrengende, aber schöne Woche!!
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