Annapurna Base Camp

Trip Start Sep 28, 2012
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Trip End Jun 15, 2013


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Flag of Nepal  , Western Region,
Saturday, November 10, 2012

Das Annapurna Base Camp selbst besteht nur aus einer Ansammlung von etwa 4 Haeusern mit Unterkuenften, sowie einem grossen Platz fuer Zelte der Expeditionen dahinter.


Die Ausblicke auf den Machharpuchhare im Rueckblick sowie auf Himchuli, Annapurna South und den ueberragenden Annapurna 1 mit ueber 8000 metern dahinter ist ueberwaeltigend.



Von den Bergen herunterfliessende Gletscher haben ein etwa 100 meter tiefes Tal gebildet, an dessen Rand sich das Basecamp befindet.
Von unserem Zimmer aus sind es nur etwa 2 Minuten bis zum grossartigen Rundumaussichtspunkt und das ist auch gut so...
denn hier ist es endlich schon wieder so richtig schoen kalt!


Bereits am Nachmittag muessen wir alles anziehen, was wir dabeihaben, denn selbst wenn immer noch Wolken den ein oder anderen Gipfel zeitweilig verdecken klettern wir bis zum Sonnenuntergang auf die Moraenenrand des Gletschers um die Aussicht zu geniessen.
Die Hoehe von immerhin 4130 metern macht sich bei mir eigentlich garnicht mehr bemerkbar, nur Agnes hat noch ein paar Probleme.


Zum Sonnenuntergang klart es dann wie so haeufig auf und wir koennen den vor uns liegenden Machharpuchhare in tollstem Abendlicht bewundern.
Dann aber schnell in den beheizten Aufenthaltsraum unserer Lodge...anders ist es nicht auszuhalten und unsere durchgefrorenen Finger schmerzen bereits unglaublich vom Fotografieren.


Beheizt heisst hier das unter dem grossen Esstisch, andem etwa 25 Personen Platz finden muessen, eine etwa 50 cm tiefe Kuhle eingemauert ist aehnlich einer Autowerkstatt.
Der Tisch ist runterum an den Kanten mit Wolldecken bis zum Boden abgehängt.
Sitzt man am Tisch kann man nun seine Beine und Haende hinter die Wolldecke unter den Tisch halten wo es mollig warm, eigentlich sogar heiß ist!

Ein Blick unter den Tisch verraet das Geheimnis dieser luxorioesen Annehmlichkeit:
Unter dem Tisch in der Kuhle stehen 3 Gasbutteln mit Brenneraufsatz, die mit lodernder offner Flamme vor sich hinburnen....also immer Obacht wohin man seine Fuesse genau stellt!


Die Nacht ist wieder eisig kalt und die Temperaturen in unserem Zimmer sinken unter Null.
Das macht das Aufstehen am naechsten morgen um kurz vor 6 Uhr nicht einfacher.
Aber zum Sonnenaufgang muss hier natuerlich jeder hoch.
Als wir vor die Huette treten erwartet uns ein ueberwaeltigender Anblick.

Keine einzige Wolke am Himmel, die letzten Sterne verabschieden sich gerade und um uns rum sind nur gleissend weiss schimmernde schneebedeckte Berge und Gletscher.



Die aufgehende Sonne erreicht die ersten Zinnen der hoechsten Gipfel und taucht diese nach und nach in orangegluehende Farben.
Toll!
Nach dem Fruehstueck muessen wir nochmal auf unseren Aussichtspunkt und uns die umgebende Landschaft im Sonnenschein und ohne Wolken anschauen um diesen unglaublichen Eis und Felsenzirkus zu begreifen.



Danach muessen wir uns im strahlenden Sonnenschein auch schon an den Abstieg machen...wir wollen...nein wir muessen heute naemlich schon von 4130 metern bis in den 2300 meter tief gelegenen Ort Bamboo absteigen...wir haben doch keine Zeit!

Immerhin wird es dort sooo weit unten nicht mehr kalt sein und wir koennen das Frieren einstellen. Dafuer faengt es in der letzten Stunde des Treks an zu regnen...na toll!
Als Indra unseren Blick zuruecklaenkt verstehen wir aber das das mal wieder wirklich toll ist:

Dicke tiefschwarze Wolken haengen dort wo wir das Machharpuchhare Base Camp vermuten, das ABC versinkt in den Wolken...
Da wird es gerade eine ganze Menge Schnee geben, erklaert Indra.
Toll!
Wir haben mal wieder genau zum richtigen Zeitpunkt den Absprung geschafft!


Am naechsten Tag geht es gleich weiter bis nach Chomrom.
Auf dem Weg bemerken wir auch schon die ersten Vorbereitungen fuer das anstehende Geschwisterfestival.
Kleine Kinder in den Bergdoerfern flechten Blumenkraenze und die Grossen duerfen Ziegen schlachten und schon mal vorgrillen.

Bei unserer Ankunft in Chomrom faengt es wieder an zu regnen und wir entscheiden den naechsten Tag auf dem schnellsten Weg wieder zurueck in die Zivilisation zu kommen.
Zum einen lockt uns natuerlich endlich mal wieder guten Essen in Pokhara und ne Flasche Wein, zum anderen ist Indra ziemlich erkaeltet und kann einen weiteren Pausentag vor seinem natuerlich schon in 2 Tagen beginnenden Trek nach Jomsom gut vertragen.

Der Abend in Chomrom wird sehr nett, die Lodgebesitzerin zeigt und massenweise Familien und Hochzeitsfotos auf...natuerlich...Ihrem Ipad und erklaert uns alle dazugehoerigen Trachten und Traditionen.


Am naechsten Tag folgt ein quaelend langer steiler Abstieg in 5 Stunden bis zur Strasse.
Da der Bus hierauf nur einmal am Tag verkehrt (klar!) arrangiert Indra fuer uns und zwei Niederlaenderin und Ihre Guides einen Jeep der uns fuer etwa 20 Euro pro Person von hier in 4 Stunden direkt bis nach Pokhara (Erinnerung: Wein! Essen!) fahren soll.


Da schlagen wir natuerlich sofort ein und da es sich um einen Tourijeep handelt duerfen wir sogar im Fahrzeugraum sitzen waehrend die Guides es sich auf der Ladeflaeche des Jeeps „bequem" machen.
Den Unterschied zwischen Tourijeep und Localjeep erkennen wir auch recht schnell: beim Localjeep wird natuerlich auch auf dieser Haarstraeubenden Streckenfuehrung auf dem Dach mitgefahren.

Der Felsenpfad bis zur naechsten richtigen Strasse ist wirklich auch im Jeep unertraeglich. Teilweise nur im Schritttempo wiegt sich das Fahrzeug hin und her und man muss ich unentwegt festhalten um nicht irgendwo gegenzuschlagen.
Der unglaubliche Staub der Piste wabert dabei ungehindert durchs Wageninnere...weil es sich, wie ich schnell feststelle, bei der Windschutzscheibe um das einzige Fenster in diesem Vehikel handelt.
Seitenscheiben: Fehlanzeige.
Also wieder alle Insassen warme Sachen anziehen und Staubschutzmasten aufsetzen.


Gott sei Dank durfte ich als groesstgewachsenster Europaer direkt hinter dieser Scheibe auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.
So blieb ich wenigstens vom spaeter hinzukommenden Fahrtwind verschont....
nicht so jedoch von den Geraeuschen und dem Gestank den das kleine etwa 9 Jaehrige Nepalimaedchen von sich gab, die man direkt zwischen mich und den Fahrer hinter den Schaltknueppel gequetscht hatte, die sich unentwegt waehrend der gesamten Fahrt in eine Plastiktuete uebergab.
Alle 7 Tueten die sie auf dieser Fahrt vollgekriegt hat wurden natuerlich absolut selbstverstaendlich bei voller Fahrt aus dem Fenster (naja, halt da wo das Fenster eigentlich sein sollte) gefeuert.


Nach fast 2 Stunden Hin und Hergeruckel und dem unglaublichen Geholper am Rande des Abgrundes erreichen wir endlich die asphaltierte Strasse nach Pokhara.
Doch schon nach wenigen Metern faehrt der Fahrer links ran und Fahrer und die Guides diskutieren ausserhalb des Fahrzeuges.
Die Insassen sind noch viel zu lethargisch um sich um irgendwas zu kuemmern, aber als ich merke das die alle versuchen das Fahrzeug mit einem Wagenheber aufzubocken steige ich einfach mal aus....muessen ja nicht unbedingt alle mit angehoben werden.



Alle hocken um das linke Hinterrad des Jeeps und Indra kommt aufgeregt zu mir, zeigt auf das Rad und sagt: Look there, look there!

Ich schaue mir den Reifen an und entdecke neben dem unglaublich abgefahrenen Profil das sich teilweise schon abloest zwei zentimetergrosse Einschnitte in der Aussenwand des Reifens.
Ich stecke meinen Finger hinein und sage allen das das natuerlich doof ist und nun bestimmt keine Luft mehr im Reifen ist.

Lauthalsiges Gelaechter umringt mich!

Nein, nein, nicht das...DAS ist normal!

Nun zeigt man mir das sich 4 der 5 Radbolzen waehrend unserer Bergfahrt fast komplett geloest hatten und kurz davor waren abzuspringen!
Lachend zeigt mir der Fahrer das das Rad dadurch nun sogar schon locker 4 cm Spiel auf der Achse hat....undsoweiter.


Nun ja, Rad schnell wieder festgeschraubt (nach Aufforderung meiner Mittouris checke ich auch noch ganz unauffaellig nebenbei die weiteren Raeder des Fahrzeuges) Asphaltierte Strasse unter dem Profil (naja...) nun kann es ja wohl schnellen Rades Richtung Pokhara gehen...Denkste!



Geschwisterfestival!


In allen Doerfern die wir auf der Fahrt durchqueren sind die Jugendlichen bereits am Feiern, haben an der Strasse grosse Musikboxen aufgestellt und Trinken und Tanzen auf der Strasse.

Gang und gebe ist es dann von den Passierenden Geldspenden fuer die Ausrichtung Ihres Festivals einzusammeln.
So kommt es dann vor das mitten auf der Landstrasse, wo auch selbst unser Jeep teilweise bei guten Strassenbelag die moegliche Hoechstgeschwindigkeit von bis zu 70 kmh erreicht ploetzlich massenweise Kinder und Jugendliche (teilweise waren es bis zu 50) kurz vor dem Jeep auf die Strasse springen und diesen zum Anhalten zwingen.

Das dauert dann immer so 2 bis 3 minuten, es wird vor dem Fahrzeug getanzt, diskutiert gebettelt und und und...so lange bis vielleicht aus der Gegenrichtung gerade ein vielversprechenderer Bus entgegenkommt und die Kinder von unserem Fahrzeug ablassen.
Wir passieren auf unserem Weg nach Pokhara viele Doerfer...angehalten werden wir dann etwa 20 mal!!!
Jedesmal: Vollbremsung...bettel bettel, diskutier, diskutier...3 minuten warten und weiter....wir sind alle dermassen genervt und zum ersten mal wuensche ich mir das unser Fahrer doch einfach mal die sonst hier so gern gelebte Nepali Autofahrermentalitaet an den Tag legen wuerde...Hupen, Draufhalten, Gasgeben!


Mit erheblicher Verspaetung kommen wir dann doch irgendwann in Pokhara an, koennen unser geliebtes Stammhotel beziehen und es uns auf der Dachterasse des Hotels im Sonnenuntergang mit Blick auf dem See bei einer Flasche Wein gemuetlich machen.
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