Ein perfekter Tag am Berg

Trip Start Nov 02, 2010
1
33
66
Trip End Apr 21, 2011


Loading Map
Map your own trip!
Map Options
Show trip route
Hide lines
shadow

Flag of New Zealand  , South Island,
Friday, February 4, 2011

Nach dem Supersonnenschein am Lake Tekapo erfolgt schon auf unserer Anreise zum Mount Cook Village die grosse Ernuechterung:


Der noch viel groessere Lake Pukaki scheint heute mal gar nicht typisch tuerkies und am Ende des Sees, etwa 60 km weiter westlich, kann man anstatt grossartiger, schneebedeckter Bergkulisse nur schrecklichen grauen Dunst erkennen.


Je weiter wir in das Tal vordringen umso schlimmer wird es.


In Mount Cook Village schliesslich betraegt die Sicht gerade einmal ein paar hundert meter, von der grossartigen Bergkulisse die das Dorf einrahmt nicht nichteinmal etwas zu erahnen, und es regnet in Stroehmen.


Trotzdem kaempen wir uns zur DOC Office vor um abzuchecken ob es nicht vielleicht doch noch eine Moeglichkeit gibt unseren Plan des Geburtstagstreks auf die Mueller Hut zu verwirklichen.


Die DOC Mitarbeiter sind recht zuversichtlich:
Freitag und Samstagvormittag soll das Wetter sehr gut sein...beste Vorraussetzungen fuer den Trek.

Koennen wir uns kaum vorstellen, es regnet immer noch in Stroehmen!

Der Regen ist so stark das es unmoeglich ist auch nur etwas aus dem Kofferraum zu holen ohne gleich total durchnaesst zu werden.
So verbringen wir den ganzen Tag ziemlich deprimierend im Auto und da der Regen auch zum Abend nicht nachlaesst und es somit nicht mal moeglich waere das Zelt nahezu trocken aufzubauen, muessen wir die Nacht doch wirklich im Auto verbringen...
eingebettet auf den Sitzen und zwischen all unseren Vorraeten, Klamotten und Habseeligkeiten.

Was fuer ein Sch...tag!


Um so weniger kann ich es fassen, als ich am naechsten morgen um 7 Uhr auf dem Beifahersitz aufwache, mich aus dem Schlafsack pelle, die Schluppmaske zur Seite schiebe und durch die Windschutzscheibe nur strahlend blauen Himmel, nicht eine einzige Wolke, und die schneebedeckte Mount Seafton Range glutrot im Sonnenaufgang erblicke...


Was fuer ein Tag!!!


Noch vor dem Fruehstueck machen wir einen kleinen 40 minuetigen Rundweg zu einem Aussichtspunkt, danach gehts dann puenklich zur Oeffnung des DOC Offices in den Ort um die Tickets fuer die Huette zu buchen und um sich ordnungsgemaess fuer den Trek zu registieren.


Nach ausgibigem Fruehstueck und starten wir um 10 Uhr im herrlichen Sonnenschein zunaechst zum Kea Point, einem tollen Aussichtspunkt auf den Mueller Gletscher, den Gletschersee und die Mount Seafton Range.


Dann beginnt auch schon der supersteile und sehr anstrengende Aufstieg.

Eigentlich wollten wir es zum Eingewoehnen hier ja erstmal einfach angehen lassen...leider ist uns aber bislang kein leichter Trek ueber den Weg gewandert, so muessen wir s gleich hier mit dem hoechsten Schwierigkeitsgrad aufnehmen.


Schon nach einer halben Stunde Aufstieg werden die Ausblicke auf die umliegende Bergwelt besser und gegen 12 Uhr erreichen wir einen tollen Aussichtsfelsen auf dem wir erstmal ne Rast einlegen.


Natuerlich ernten wir unglaeubige Blicke der anderen Trekker die uns im vorbeikeuchen kopfschuettelnd beobachten, wie wir dort schon nach 70 der heute insgesammt zu bewaeltigenden 1000 Hoehenmeter um 12 Uhr Mittags eine Flasche Rotwein oeffnen!!!


Aber das war das einzige was wir fuer die Nacht auf der Huette dabeihatten und wenn man schon mal um 12 Uhr Mittags reinfeiern kann MUSS man ja schliesslich auch Anstossen!


Natuerlich nur einen kleinen symbolischen Schluck, alles andere waehre hier echt zu gefaehrlich.


Es folgen weitere eineinhalb Stunden schweisstreibender Aufstieg, bis wir etwa auf der Haelfte des Aufstieges die grossartige Ebene Sealy Tarns erreichen.
Hier liegen eine Reihe kleiner Tuempel mit grossartiger Aussicht auf Mount Cook, Mount Seafton, riesige Gletscher und Ihre Seen und die umliegenden Taeler.


Der weitere Aufstieg wird noch steiler und nahezu weglos durch unangenehmes Geroell.


Als wir den Sattel erreichen werden wir dafuer mit absolut grossartiger Rundumsicht belohnt.

Weisse Wolkenfetzen fauchen wabernd ueber die umliegenden schrofffen und
schneebedeckten Gipfel, von denen aus sich mehrere riesige Gletscher
ihren Weg Richtung Tal bahnen.

An den Enden der Gletscherzungen entspringen riesige, teilweise hundert
meter hohe Wasserfaelle die unablaesslich das Gletscherwasser tosend
Richtung Tal leiten.

Das tosende Wasser der Wasserfaelle und das  Fauchen des aufkommenden Windes wird nur zweimal uebertroffen von dem unglaublichen Grollen abgehender kleinerer Lawinen am
gegenueberliegenden Berghang.


Ein absolut traumhafter Platz!


Auch die Huette kommt schon in Sicht, die wir dann nach insgesamt 6 Stunden und 1000 Hoehenmeter Aufstieg erreichen.


Nach einem kurzen Lunch lassen wir es uns natuerlich nicht nehmen noch huntert weitere Hoehenmeter abzureissen und den hinter der Huette aufragenden Gipfel des Mount Olivier mit 1917 m zu erklimmen.
Von hier sieht selbst unsere Huette schon wieder wie eine Streichholzschachtel in einem Geroellfeld aus und die Umsicht reicht zurueck bis zum Lake Pukaki.


Zurueck in der Huette schnacken wir mit den anderen Trekern bis zum Highlight des Huettentages...um 19 Uhr wird ueber Funk die Wettervorhersage fuer den naechsten Tag durchgegeben.

Alle 28 Huttenbewohner und der Huettenwart verstummen sofort und alle verfolgen die Aussichten. Bis morgen Mittag soll es gut bleiben, wobei der nun schon recht heftige Sturm auf den Graden weiter zunehmen soll.
Der 3 stuendige knochenaufreibende Abstieg morgen scheint also moeglich zu sein.


Dann funkt der Huettenwart noch die Namen aller angekommenen Trekker ins Tal, die dann mit der Registrierungsliste abgeglichen werden. Damit auch ja kein Trekker mehr da draussen ist. Sicherheit wird hier echt gross geschrieben!


Es folgt der grossartige Sonnenuntergang in dieser unglaublichen Bergkulisse. Auch wenn es draussen mittlerweile recht stuermisch und kalt ist laesst sich niemand davon Abhalten dieses grossartiger Schauspiel von der Terasse der Huette aus zu geniessen.


Der Gipfel des Mount Cook, mit ueber 3700 metern hoechster Gipfel Neuseelands, glutrot im Sonnenuntergang und die angestrahlten abendlichen Schoenwetterwolken die ueber die Bergkaemme wabern sind wirklich unvergesslich!!!


Zum Geburtstagsdinner koennen wir neben der Flasche Rotwein doch glatt mit Pasta an einer Lachs, Pfeffer, Sahne Sauce auftrumpfen und ernten unglaeubige Blicke unserer Mittrekker.


Den Lachs hatten wir vor 2 Tagen ganz frisch direkt von einer Lachsfarm gekauft und wollten ihn dann abends zubereiten. Dann kam aber das Wetter dazwischen und Agnes meinte, da der Lachs geraeuchert und verschweisst ist laesst der sich auch ein paar Tage ungekuehl lagern.
Da es nun aber hochste Zeit war musste der Lachs mit auf den Berg!

Und er hat immer noch grossartig gemundet!

Der Sternenhimmel hier oben ist natuerlich auch traumhaft und nach einer recht stuermischen Nacht, in der man das ein oder andere Mal vom Ruetteln der gesamten Huette aufgewacht ist, erwacht der Tag hier oben in einem wiederum unvergesslichen Sonnenaufgang in den tollsten Pastelltoenen!

Besser kann man die 24 Stunden Geburtstag wohl wirklich nicht ausnutzen!











Slideshow Report as Spam

Use this image in your site

Copy and paste this html: