Tongatapu - Wilma bittet zum Tanz

Trip Start Nov 02, 2010
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Trip End Apr 21, 2011


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Flag of Tonga  , Tongatapu,
Monday, January 24, 2011

Nach unserer erneuten Ankunft auf der Hauptinsel Tongatapu steht am Flughafen doch glatt ein Taxifahrer, der uns in knapp 40 minuten in die Hauptstadt Nuku Alofa bringt. Dort hilft uns die staatliche Touriinformation doch glatt weiter und vermittelt uns ein nettes Resort an einem der schoensten Straende im aeussersten Nordwesten der Insel.

Die Zimmer hier sind sauber und recht robust (wichtig), Fruehstueck ist inklusive, Schnorchelausruestung und Internet for free, Abendessen kann gereicht werden und im Garten des Resorts stehen unglaublich viele Papayabaeume und Palmen zwischen denen Haengematten zum relaxen einladen. Na also! Tonga gefaellt uns auf einmal :-)

Der deutsche Resortbesitzer lockt mit einem grossartigen BBQ im Sonnenuntergang am Strand. Da stoert es auch kaum jemanden, dass ausgerechnet zum BBQ ploetzlich ein ausgewachsener Bulle auf der Terasse des Resorts steht und gleichgueltig den Touris beim Essen zuschaut.

Nach einem herrlich relaxten Strandtag mit diversen Schnorchelgaengen am Hausstand juckt es uns natuerlich wieder in den Fuessen.

Aber alle Aktivitaeten sind wieder mal nur von der Hauptstadt etwa eine Autostunde entfernt zu buchen. Gott sei dank muss der Inhaber des Resorts heute sowieso in die Stadt zum Einkaufen, so dass er uns kurzerhand am Hafen absetzt.

Boote solte man in Tonga anscheinend nicht besteigen. Alleine der Hauptteil des Hafens ist gespickt mit 4 oder 5 total verrosteten und halb gesunkenen Wracks.

Trotzdem trauen wir uns auf ein kleines Motorboot was uns in nur 10 Minuten zu einer vorgelagerten Insel im Inner Reef bringt. Hier auf Pangaimotu gibt es nur ein Restraurant und sehr schoenen Strand mit Aussicht auf ein nur 10 Meter vom Strand entfernt gestrandetes Schiffswrack.

In guter deutscher Manier muessen wir aber nach unserer Ankunft erstmal in 20 Minuten die Insel umrunden...muessen ja schliesslich erstmal schauen was wir da gerade erobert haben.

Dann schafft Agnes es nach mehrfachen Versuchen doch glatt, dass uns die Barbesitzer uns Schnorchelausruestung vermieten. Jaaaa, auch hier muss man die Leute wirklich konsequent nerven und immer wieder nachfragen und instaendig bitten bis man sein Geld bei Ihnen loswerden darf!

Das Schnorcheln ist der absolute Hammer! Neben einem kleinen etwa 6 meter langen Schiffswrack ist ein fast 30 meter langes Wrack zu beschnorcheln. Da der Meeresgrund hier so dermassen steil abfaellt liegt das Wrack fast senkrecht aufgebaeumt auf Grund und dank der Guten Sicht kann man das teilweise eingbrochene Deck des Schiffes vom Meeresspiegel bis zu 20 metern Tiefe sehen. Teilweise von Korallen ueberzogen bietet das Wrack hunterten von Fischen Herberge die durch die Bullaugen und die Aussengaenge des Wracks schwimmen. Im tiefen Blau des Wassers ist das Wrack ein sehr unheimlicher aber auch superspannender Anblick.

Insbesammt verbringen wir bestimmt 2 Stunden im Wasser und koennen uns nur trennen, weil das letzte Boot zum Festland geht.


Als wir uns auf dem Rueckweg dann beim Divecenter in der Hauptstadt nach Tauchgangen erkundigen erfahren wir doch glatt mal so nebenbei das es eine Cyclon Warnung fuer Tonga gibt. Nun ja. Natuerlich hatte Agnes vor unserem Abflug nach Tonga noch mal alle Wetterbewegungen gecheckt und gab bedenkenlos gruenes Licht fuer unseren Abflug.

Leider kann man die Viecher aber nur ungefaehr 3 Tage vor ihrem Entstehen erkennen und da sind wir nun.

Gott sei dank sind wir gerade mal in der Hauptstadt...ja genau da wo es Supermaerkte, Banken und all das andere gibt, was man natuerlich in unserem netten kleinen Strandresort an der Westkueste nicht bekommt.

Cyclon Wilma, nur ein Kathegorie 2 Cyclon, soll die naechsten Tage die noerdlichen Vavau Inselgruppen mit bis zu 90 Knoten Windgeschwindigkeit erreichen.
Morgen sollen sich die Auslaeufer des Cyclons ueber der Hauptinsel Tongatapu aufbauen und am Mittwoch sollen wir dann vermutlich auch Wind mit 40 Knoten kriegen.

Gut das natuerlich keiner weiss wieviel denn so ein verdammter Knoten ist!

Egal, wir sind in der Hauptstadt und machen einfach das was man nach bestem wissen und Gewissen macht wenn man vielleicht 3 Tage lang in seinem Resort eingeschlossen ist...
(Vorsicht: leichte Ueberdramatisierung moeglich!)
Wir folgen den Eingeborenen und stuermen schreiend die Supermaerkte um sich mit dem ueberlebensnotwendigen fuer die naechsten Tage, Wochen, ja vielleicht sogar Monate einzudecken!
Wasser, Reis, Kartoffeln und Dosenfleisch...alles nur fuer die Einheimischen!

Wir verlassen den Supermarkt natuerlich mit Bier, Chips und Wein fuer 3 Tage...das muss reichen!

Nach einem schoenen Morgen mit blauem Himmel erreicht uns die stuermische Wilma aber dann schon gleich nach dem Fruehstueck...es faengt an zu stuermen und dann natuerlich in Stoehmen zu regnen. O.k. alles gut so ist das halt.
Als dann aber der Inhaber unseres Resorts anfaengt seine Veranda mit Holz und Plexiglas zu vernageln wird uns so langsam ein wenig mulmig.

Wir helfen natuerlich alles in Sicherheit zu bringen und das Resort Cyclonefest zu machen, als dann aber der Stamm der ersten grossen Kokospalme nachgibt und einfach abbricht, die Palme direkt auf den Weg zu Unserem Zimmer knallt verziehen wir uns doch lieber in unser Zimmer.

Die Nachrichten des recht gut organisierten Wetterdienstes auf Tonga verheissen nichts gutes: Der Cyclone wurde mit dem Erreichen Tongas auf Stufe 3 (von 5) upgegradet und seine Bahn verlaeuft jetzt doch um ein paar hundert Kilometer weiter oestlich als zunaechst angenommen.

Und das hoert sich dann so an:

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SPECIAL WEATHER BULLETIN NUMBER SEVENTEEN FOR TONGA ON TROPICAL CYCLONE
WILMA ISSUED FROM NATIONAL WEATHER FORECASTING CENTRE FUA'AMOTU AT
11:00AM TUESDAY 25 JANUARY 2011.

A TROPICAL CYCLONE WARNING

A HURRICANE WARNING REMAINS IN FORCE FOR THE HA'APAI GROUPS.
A STORM WARNING IS IN FORCE FOR VAVA'U GROUP AND TONGATAPU.
A STRONG WIND WARNING REMAINS IN FORCE FOR THE REST OF TONGA.

TROPICAL CYCLONE WILMA (CATEGORY 3) CENTER WAS LOCATED NEAR 18 DECIMAL
8 SOUTH 173 DECIMAL 0 WEST OR ABOUT 110KM EAST OF VAVA'U OR ABOUT 180KM
NORTHEAST OF LIFUKA AT 7:00AM THIS MORNING.

CLOSE TO ITS CENTRE THE CYCLONE IS ESTIMATED TO HAVE AVERAGE WINDS UP
TO 65 KNOTS WITH MOMENTARY GUST UP TO 90 KNOTS.

THE CYCLONE IS NOW MOVING SOUTH-SOUTHWEST AT ABOUT 14KNOTS.ON THIS TRACK
THE CYCLONE CENTER IS EXPECTED TO LIE NEAR 295KM SOUTHWEST OF VAVA'U
OR ABOUT 75KM WEST-SOUTHWEST OF LIFUKA BY AROUND 7:00PM TODAY.

FOR THE HA'APAI GROUPS:
VERY DESTRUCTIVE HURRICANE FORCE WINDS FROM THE SOUTHEAST TURNING
NORTHEAST LATER WITH AVERAGE SPEEDS OF 65KNOTS GUSTING TO 90KTS.
HEAVY RAIN AND SQUALLY THUNDERSTORMS.SEAS INCREASING TO PHENOMINAL WITH
DAMAGING HEAVY SWELL.HEAVY RAIN . FLOODING INCLUDING SEA FLOODING OF LOW
LYING COASTAL AREAS EXPECTED.

FOR VAVA'U,TONGATAPU AND 'EUA.
EXPECT STORM FORCE WINDS OF 50KT TO 55KT GUSTING TO 80KT FROM THE EAST
TO SOUTHEAST TURNING NORTHEAST LATER.RAIN BECOMING FREQUENT AND HEAVY
AT TIMES WITH SQUALLY THUNDERSTORMS AND FLOODING INCLUDING SEA FLOODING
OF LOW LYING AREAS EXPECTED.

FOR NIUAFO'OU AND NIUATOPUTAPU
EXPECT NORTH TO NORTHWEST WINDS 15/20KTS TURNING WEST TODAY
WITH GUST OF UP TO 35KTS.MOSTLY CLOUDY WITH SOME SHOWERS

THIS INFORMATION IS PROVIDED FOR THE MARINERS:
EXPECT HURRICANE FORCE WINDS WITHIN 30MILES OF CENTRE WITH PHENOMINAL SEAS.
EXPECT STORM FORCE WINDS WITHIN 50 MILES OF CENTER AND EXPECT GALE FORCE
WINDS WITHIN 150 MILES OF CENTRE WITH HIGH TO VERY HIGH SEAS AND DAMAGING
HEAVY SWELLS.

ELSEWHERE, NORTH TO NORTHWEST WINDS 15 TO 20 KNOTS WITH GUST TO 30 KNOTS.
SEAS ROUGH WITH HEAVY SWELLS.

TIDES
HIGH TIDE 11:50AM
LOW TIDE 06:05PM

MEAN SEA LEVEL PRESSURE RECORDED AT FUA'AMOTU AT 118:00AM WAS 1004
MILIBARS WITH 1002 MILIBARS AT VAVA'U AND 998 MILLIBARS AT HA'APAI.

THE NEXT SPECIAL WEATHER BULLETIN FOR TONGA ON TROPICAL CYCLONE WILMA
WILL BE ISSUED AROUND 1:00PM THIS MORNING OR THEREABOUTS.
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Unsere Hauptinsel werden wohl trotzdem nur noch ein paar Auslaeufer des Sturmes mit bis zu 90 kmh Windgeschwindigkeiten erreichen, die Ha'apaii Gruppe liegt nun jedoch genau im Zentrum des Cyclones und muss mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 kmh fertig werden.

Genau dort waren wir noch vor genau 2 Tagen!

Unter dem lauten Gepolter, der aufs Dach unseres Zimmers fallenden Kokosnuesse harren wir der Dinge die dakommen moegen.

Als erstes faellt natuerlich der Strom aus. Die Leitung an der Hauptstrasse wurde zerstoehrt. Damit haben wir nun aber leider auch kein Internet oder fliessend Wasser mehr.

Gebannt betrachten wir das Schauspiel was sich vor unserem Fenster abspielt...die unzaehligen sich im Sturm hin und herwiegenden Kokospalmen und der boenatige Schauerregen der auf die vor unserem Zimmer liegenden Bungalows peitscht.

Am liebsten wuerde man rausgehen um die Kraft des Unwetters auch zu spueren...ist uns aber ein bisschen zu gefaehrlich...die Kokosnuesse!

Am Abend beruhigt sich der Sturm, so dass wir sogar ein kleines Bad in der tosenden See wagen. Durch dass Riff ist der Strand auch vor den heute bestimmt 5 Meter hohen Brechern recht gut geschuetzt.

Wir erfahren, dass der staerkste Teil des Unwetters hier um 14 Uhr vorbeigezogen ist und das es jetzt nur noch besser werden kann. Der Cyclone hat die Haapaii Gruppe jedoch recht schlimm getroffen. Viele Gebaeude wurden beschaedigt, der Flugverkehr natuerlich eingestellt und das Resort wo wir uns sicherlich niedergelassen haetten wenn uns diese Insel nicht gleich nach unserer Ankunft so vergrauelt haette soll im Cyclone 4 Bungalows "verloren haben"...
was auch immer das denn heissen moege!

Am naechsten Tag ist das Wetter schon wieder besser und waehrend die hier mit dem Aufraeumarbeiten beginnen koennen wir uns schon wieder dem Schnorcheln am Hausstrand hingeben.

Am Abreisetag machen wir noch eine kleine Inselrundfahrt, damit wir wenigstens etwas von der Hauptinsel gesehen haben. Hier gibt es nicht viel, aber der Einheimische Taxifahrer ist wirklich absolut Spitze glaenzt mit unglaublichen Geschichten und versucht und die wenigen Sehenswuerdigkeiten die die Hauptinsel zu bieten hat wie z.B. Tonga Stonehedge und die vermutlich einzige dreikronige Palme im Suedpazifikm eindrucksvoll zu verkaufen.

Abends steigen wir dann ins Flugzeug und fliegen 3 Stunden Richtung Sueden nach Auckland.

Schoen dass wir dabei natuerlich die gute Wilma wieder ueberholt haben, so dass es am Morgen nach unserer Ankunft in Neuseeland im Auckland 24 Stunden lang wie aus Eimern ununterbrochen schuettet...die letzten Auslaeufer eines Cyclones aus der Suedsee berichten die Medien hier.

Danke Wilma! ...und Goodbye!

 


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