Zwei Paalangi auf Sawai'i

Trip Start Nov 02, 2010
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Trip End Apr 21, 2011


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Flag of Samoa  ,
Thursday, January 13, 2011




Die gerade einmal 200000 Einwohner Samoas verteilen sich hauptsaechlich auf die
beiden groessten Inseln des Archipels. Auf Upolu mit der Hauptstadt
Apia und die etwas groessere, aber wesentlich weniger besiedelte
Insel Sawaii. Hier wollen wir natuerlich als erstes hin.




Aber erstmal die neue Waehrung in Empfang nehmen. West Samoan Tala. Auf den ersten
Blick superschoen bunt...hauptsaechlich aber weil es jede Note in
mindestens 2 verschiedenen Ausfuehrungen und Farbgebungen gibt...das
macht die Gewoehnung sicherlich nicht einfacher!



Nach einer unvermeidlichen Nacht in der Hauptstadt Apia also gleich los mit dem
Oeffentlichen Personen Nahverkehr...oder wie man das hier nennen will
auf die Nachbarinsel Sawaii.



Busfahren ist hier allerdings natuerlich so ne Sache...der Fahrhafen ist nur etwa
30 km von der Hauptstadt entfernt...um 10 Uhr soll unsere Faehre
gehen. Ebenso unglaubig schauen wir natuerlich drein als wir auf
Nachfrag in unserem Hotel wenn wir denn so ungefaehr am Busbahnhof
sein sollen die Anwort kriegen...na so um 7 Uhr etwa!



Die Busse fahre hier sehr unregelmaessig und wenn der Busfahrer keine Lust hat oder
was besseres vorhat kann auch durchaus mal ein Bus ausfallen. O.k.
Ist aber besonders doof wenn dieser Bus nur 2 mal am Tag faehrt und
man oft unglaublich lange an der Strasse stehen muss um so einen Bus
dann abzupassen....Originalton...wann mussen wir denn ungefaehr an
der Bushaltestelle warten um den 11 Uhr Bus zu kriegen...so zwischen
10 und 12 Uhr!




Nun ja...



Wir sind jedenfalls um 07.30 Uhr am Busbahnhofm wo auch um 0800 der letzte Bus
abfahren soll der die Faehre noch rechtzeitig erreicht...Um 0800 Uhr
beginnt dann auch wirklich das boarding des Busses, welches sich
allerdings aus was fuer Gruenden auch immer bis 0830 Uhr hinzieht.
Dann geht es aber auch wirklich los. Alle auf Holzbaenke gequetscht
in einem uralten Holzbus an dem das modernste natuerlich die
eingabaute Powerstereoanlage ist aus denen man durchweg mit
schlimmster Musik bedroehnt wird! Ich hatte bis dahin instaendig
gehofft das so n Scheiss wie Hey Baby bis hierhin noch nicht
vorgedrungen ist...Fehlanzeige!

Die Popmusik Samoas besteht dann hauptsaechlich aus Raggaerythmus
einer Heimorgel und dazu computerverzerrter Eifel65 Stimme...auch
nicht besser! Walkman hilft leider nicht...die Musik im Bus ist
lauter!





Wir erreichen die Faehre und setzen in einer 90 minuetigen
Achterbahnfahrt ueber auf die Insel Sawaii. Dort gleich rein in den
naechsten Holzbus, Anlage an und nochmal fast 2 Stunden immer DIE
Inselstrasse entlang bis wir im Norden der Insel in Manase ankommen.





Hier soll der Strand am schoensten sein so das wir hier erstmal in
einem Resort einchecken.





Die Unterkuenfte hier sind aeusserst einfach, dafuer aber auch noch
viel zu teuer. Im Gegensatz zu einigen anderen pazifischen Inseln
gibt es auf Samoa nahezu keine absolut uebertriebenen Luxusresorts.





Man wohnt hauptsaechlich auf sehr schoen direkt am Wasser gelegenen,
aber auch gaaanz einfachen Holzplatformen. Eine Platform, ein paar
Stelzen, ein Dach darueber...das nennt man dann Fale. Als Sicht und
Windschutz koennen an den Seiten noch einfache Bambusfaecher
runtergefahren werden...keine Fenster, keine Tueren,
Gemeinschaftstoiletten irgendwo im Hinterhof.





Auch wenn meistens das sehr einfache Fruehstueck und Abendbrot im
Preis mitinbegriffen ist zahlt man pro Person auf so einem Fale immer
noch 20 bis 30 Euro. Und Essen MUSS da mit drin sein! Es gibt hier ja
sonst nix! Alles was gebraucht wird muss mit Schiff und Flugzeug aus
Neuseeland oder Australien gebracht werden. Nun gut...sie haben hier
eine eigene Wasserquelle und brauen Ihr eigenes Bier...das wars aber
auch schon.




Kein Restaurant und kein Supermarkt. Sowas gibt es immer nur im Hauptort
der Insel. Und den zu erreichen waere ja wieder einmal eine
Tagesmission! Da wo man also unterkommt ist man also und kommt da so
einfach auch nicht mehr weg. Fuer Mofas ist die Insel leider zu
gross, man muss sich also ein Auto
mieten, wenn man was von der Insel sehen will oder mal etwas
einkaufen will. Das ist bei Preisen von 50 bis 60 Euro pro Tag leider
auch kein Spass aber leider unumgaenglich.



Erstmal machen wir es aber auf unserem Beachfale gemuetlich und geniessen die Aussicht direkt
vom Bett, aka auf dem Boden liegende Matraze, aufs tuerkiesblaue
Wasser. Schnell noch mal baden bis es wieder einmal...regnet!!!



Natuerlich! Wir wussten ja, das wir in der Regenzeit hier sind...leider zeigt sich diese aber
an unseren ersten 3 Tagen sehr Regenzeituntypisch...es regnet den
ganzen Tag lang.



Trotzdem mieten wir uns unseren ersten Wagen...wie sich spaeter herrausstellte gott sei dank
ein 4 WD und erkunden die Umgebung. Erstmal auf schlammigen
Regenwaldpfaden, spaeter sogar in entgegenkommenden Rinnsalen den
naechsten Vulkan erklimmen.




Kurz vorm Kraterrand steht eine einsame Huette im Regenwald, davor ein Eingeborener, der sich
The Craterman nennt, sich seit Jahren nicht mehr die Fingernaegel
geschnitten hat und berichtet er wohne jetzt seit 10 Jahren hier oben
um die Wege instand zu halten. Dann will er natuerlich sofort die 8
Euro Mautgebueren pro Person haben...Dank 4 Radantrieb dann doch noch
oben angekommen stehen wir natuerlich wieder mal im stroehmenden
Regen und koennen die sonst sicher tolle Ausicht in den gruen
bewachsenen Krater natuerlich nur erahnen.



Auf dem Rueckweg stoppen wir nach weiteren 8 Euro Gebuehr noch ein einer aus alten Lavatubes
bestehenden Hoehle, deren Ende bislang noch niemand erreicht haben
soll...unsere lustlosen Guides machen unserer Expedition aber leider
auch ein jaehes Ende.



Auf Samoa lebt die Bevoelkerung noch immer in richtigen Dorfgemeinschaften. Es gibt
einen Haeuptling, den Village Chief, in jedem Dorf ein Haus fuer
Treffen der Dorfgemeinschaft usw. Das gesammte Land ist unter den
einzelnen Villages aufgeteilt und das ist auch heute noch so.



Deshalb befindet sich auch jedes Stueck Land abseits der Strasse im Besitz irgendeines Dorfes.
Somit befinden sich auch alle Sehenswuerdigkeiten oder Straende der
Insel irgendwie in Privatbesitz und die einzelnen Dorfgemeinschaften
erheben Eintrittsgelder fuer Ihren Grund, was ja dann eigentlich
legitim ist.



Leider uebetreiben Sie es hier dann wieder mal und so sind aus den angekuendigten small fees an
den meisten orten stattliche und total ueberteuerte Eintrittspreise geworden.



Egal wo man mit seinem Auto anhaelt immer kommt sofort jemand aus dem naechsten Village
gerannt um Eintritt zu was auch immer zu verlangen. Stopp an an einem
Strand. 2 Euro, Stopp an einem Wasserfall 2 Euro, Stopp an einem
Aussichtspunkt 2 Euro, Zugang zur Hoehle 8 Euro, Vulkan 8 Euro, Ihr
Auto hier parken. 6 Euro, Blick auf die Kirche von aussen 4 Euro,
wenn sie hier aufs Meer schauen moechten bitte gerne 5 Euro,
natuerlich immer pro Person!



Ein teurer Spass fuer ein paar Locations die den Eintritt meistens nicht annaehernd wert sind.
Einige der Wasserfaelle sind natuerlich superschoen und sehenswert,
mittlerweile wird aber fuer jeden Punkt an dem das Wasser, und sei es
nur im Strassengraben, mehr als einen Meter Hoehenunterschied
ueberwindet Eintritt fuer einen Wasserfall verlangt.



Wenn man dann erklaehrt das einem der Eintritt zu teuer ist und man dann halt weiterfaehrt
wird man teilweise uebel beschimpft, ein junges Maedchen wirft sogar
mehrfach mit faustgrossen Steinen nach uns und unserem Wagen...nett!!!



Auf Sawaii haben wir so leider zur Begruessung haufiger ein Fuck You Palagi (Weisser) als das
eigentlich uebliche und zweifelsohne besser klingende Talofa gehoert.



So haben wir nach den ersten paar Auseinandersetzungen schon fast kein Lust mehr irgendwo
anzuhalten...auch wenn die Landschaft und der undurchdringliche
Regenwald natuerlich superschoen sind!



Trotzem nutzen wir natuerlich auf unserem 6 tagelangen Aufenthalt auf Sawaii jede
Regenpause um die Insel und ihre
Sehenswuerdigkeiten mit dem Mietwagen zu erkunden. 3 Tage lang
umrunden wir die Insel und machen immer mal wieder ein Pausen an
tollen Straenden, Blowholes, Aussichtspunkten, Wasserfaellen und
erkunden ein paar andere Resorts und Beachfales bis es dann wieder
mit der Faehre zurueck fuer eine weitere Woche auf der Hauptinsel
Upolu geht.
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