Fahrt mit Hindernissen

Trip Start Jan 25, 2008
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Trip End Mar 05, 2008


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Flag of Costa Rica  , Limón,
Tuesday, January 29, 2008

Heute soll es dann endlich an die Karibikkueste und dort zunaechst in den absolut abgelegenen Regenwald gehen.

Mein
Taxifahrer spuckt mich zuverlaessig am Busterminal Richtung Karibik
raus. Die Frau am Schalter erzaehlt mir jedoch, dass die erste Etappe
nach Cariari vermutlich etwas laenger dauern wird, weil eine Strasse
durch einen Erdrutsch verschuettet wurde...naja, egal...es soll ja
endlich losgehen!

Umleitungen sind bei den wenigen Strassen in
Costa Rica wohl dann aber was anderes als bei uns...aus der 2 Stunden
Etappe werden 5 Stunden Quaelerei bis nach Cariari.

Dafuer kann
ich vom Busfenster aus schon mal herrlich die ersten Eindruecke des
Landes an mir vorbeifliegen lassen...gruen, gruen, gruen...tolle Blumen
und Pflanzen in den Vorgaerten, Urwaldbewaldete Berghaenge,
Sicherheitsleute mit Pumpguns vor den Supermaerkten, idyllische
Flusslaeufe und natuerlich strahlend blauer Himmel.

Nach den 5
Stunden Fahrt in Cariari weiss ich endlich die doch recht hohe Lage der
Hauptstadt auf 1300 metern zu schaetzen...es ist hier unten verdammt
drueckend heiss/feucht...Karibik eben!

Die Leute laufen hier wirklich mit Sonnenschirmen durch die Strassen!

Im
naechsten Bus der mich in 1,5 Stunden zum Bootsanleger bringen soll
sitzen dann nur noch Eingeborene. Nach einer endlosen Fahrt durch
Bananenplantagen springen ploetzlich alle von ihren Sitzen auf und
fangen an wild zu gestikulieren...ich versteh natuerlich nur spanisch!

Irgendwann haben sie den Busfahrer ueberredet anzuhalten und der Bus faehrt etwa 500 meter rueckwaerts.

Der Busfahrer hatte im letzten Dorf ein Kind angefahren.

Der kleine Junge weint natuerlich, hat ne Kopfplatzwunde, ein zerrissenes Shirt und auch ne ziemliche Prellung an der Rippe.

Nach
langem hin und her und vielen Diskussionen wird der kleine auf einen
Pickup verladen und zu einem Arzt gefahren...hoffe ich zumindestens!!!

Vermutlich
kriegt er aber nur am naechsten Kiosk eine Alka-Selzer Tablette, die
hier ueberall gaaaanz gross beworben wird (symphatisch!).

Der Busfahrer setzt sich wieder ans Steuer und weiter geht die wilde Fahrt.

Schliesslich
gilt in Costa Rica als oberste Verkehrsregel Der schwaechere
Verkehrsteilnehmer hat immer Schuld! Schliesslich ist er ja schwaecher
und haette dementsprechend besser aufpassen muessen!

Dann werde
ich irgendwo im Urwald an einer Lichtung an einem Fluss, nicht breiter
als die Alster, ausgesetzt. Hier soll das Boot kommen. Ich warte
zusammen mit zwei Frauen und ihren Kindern...und tatsaechlich, kommt da
so ne kleine Nussschale angeschippert.

Wir gehen an Bord und ab
geht die wilde Fahrt. 1,5 Stunden Slalom um im Wasser liegende
Baumstaemme und Sandbaenke. Der Dschungel um uns herum wird immer
dichter, man faehrt durch eine Schlucht aus gruenem undurchdringlichem
Dickicht.

Ploetzlich haelt der Faehrmeister an, der Bootsboy Lois tippt mir auf die Schulter und zeigt nach links.

3
Meter von uns entfernt liegt auf einer Sandbank in der Sonne ein 3
Meter langes Krokodil!!! Laesst sich etwa eine Minute von uns anglotzen
und hatt dann anscheinen kein Bock mehr auf die Touriatacke, gleitet
sanft ins Wasser und verschwindet in den braunen Fluten direkt unter
unserer Nussschale! Absolut beeindruckend!!!

Ein
weiteres laut Lous mui grande, 5 metros mas o menos, Krokodil taucht
leider sofort ab, ein kleineres sonnt sich auf einem Baumstamm...

Die
letzte halbe Stunde der Fahrt quatsche ich mit Lois auf Spanisch und
kann ihm zumindestens den englischen Ausdruck fuer Chichas
beibringen...(ich glaube er nennt sie jetzt alle Pollo s).

Im Sonnenuntergang erreichen wir das Dorf Tortuguero, mitten im Urwald, nur mit dem Boot zu erreichen.
Im
Herbst kommen hier Millionen von Schildkroeten zur Eiablage an den
Strand. Die Jungen schwimmen dann nach dem Schluepfen fuer 40 Tage lang
in die entlegendsten Teile der Karibik. Ist hier irgendwie DER
wichtigste Brutplatz fuer Schildkroeten im gesammten
Mittelamerikanischen und Karibikraum.

Auf der Hauptstrasse des Ortes( einem 1 meter breiten Lehmweg) laufen einem Tellergrosse Krebse ueber den Weg.Ach
ja, der Ort hat auch eine Polizeistation. Im Vorgarten des Postens
steht ein Holzschild worauf mit weisser Farbe geschrieben steht:"El Consumo De Las Drogas Te Marta"Daneben ein garstig dreinblickender Totenkopf...Praevention gibt s also auch noch mitten im Urwald! Es geht auch ohne Hochglanzbroschuere!!!

Nach
leckerem Karibischen Essen (Pollo in Orangensosse mit Reis und Bohnen)
und einem Kuba Libre gehts auch schon ins Bett...morgen wird
schliesslich aufregend! 
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