Die Wueste lebt

Trip Start Sep 26, 2008
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Trip End Jun 11, 2009


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Flag of Australia  , South Australia,
Wednesday, January 21, 2009

Am naechsten Tag entscheiden wir und dann unseren Roadtrip nicht auf dem touristisch geteertem Steward Highway in Richtung Norden fortzusetzen, vielmehr wollen wir die naechsten 700 Kilometer (k`s wie die hier zu sagen pflegen...) die Pisten schreddeln. Der eine Ford Falcon ist Eigentum, also kein Problem, unserer ist ein Mietwagen und darf natuerlich eigentlich nicht auf solchen Strassen ausgefuehrt werden...naja...wir erkundigen und natuerlich vorab ueber die Strassenverhaeltnisse (nach einem Gewitter kann das hier sofort ganz anders aussehen) und los gehts!

So langsam tauchen wir wirklich in die Wueste ein und die Landschaft wird immer eintoeniger, jedoch irgendwie nie langweilig. Wir vergroessern unseren Abstand mit dem anderen Falcon auf bis zu einem K, weil man sonst aufgrund der Staubfahne des Vorrausfahrenden nix mehr sehen koennte.

So folgen wir der Staubfahne am Horizont ueber kilometerlange schnurgerade Staubpisten, dann wieder ueber schlechtere Strassen auf und ab. Bei jedem tennisballgrossem Stein der gegen unseren Unterboden geschleudert wird zucken wir zusammen und bei einer zu spaet erkannten Bodenwelle heben wir auf jeden Fall ein paar Meter lang ab (glauben wir zumindestens). Alles steckt der Falcon aber supergut weg.

Die Landschaft aendert sich von Buschwueste zu absolutem nix soweit das Auge reicht. Haeufig sieht man kleine Windhosen, sie teilweise sogar umeinander herumzutanzen scheinen. Mit ihren gut ausgepraegten Ruesseln saugen diese kleinen Twister dann den rotbraunen Wuestenstaub bis zu 100 meter in die Hoehe...ein grandioses Schauspiel. Am Wegesrand liegen Tierskelette vom Kangaru bis zum ausgewachsenem Rind...die alle aber vermutlich eher den Roadtrains zum Opfer gefallen sind als der Hitze.

Roadtrains sind gigantische Lastwagen, die das Outback hier mit Waren versorgen. LKW s mit bis zu 4 Anhaengern und Laengen bis zu 53 Metern...immer wieder beaengstigend wenn so ein Monster im Rueckspiegel auftaucht.

Nun lernen wir auch den absoluten Wuesten Nervfaktor Nummer 1 kennen:

Die Fliege!!!

Ja genau! Ganz normale Stubenfliegen!
Sie stechen nicht, sie beissen nicht, aber sie fliegen!
Sobald man aus dem Auto aussteigt hat jeder etwa 20 bis 30 dieser schrecklichen Tiere um einen herum.
Sie gehen direkt aufs Gesicht und versuchen sofort in Ohren, Nase, Mund oder Augen zu krabbeln...
Schrecklich!!!

Wir versorgen uns im naechten Wuestenort sofort mit Fliegennetzen fuer den Kopf. Das absolut unentbehrlichste Gear fuer die naechten 6 Tage. Ohne das geht hier gar nix! Wir entwickeln ausgefeilte Techniken um mit diesem Fliegennetz zu Essen oder zu trinken, aber nichts desto trotz kriegt man schon mal die ein oder andere Fliege eingeatmet oder verschluckt....hmmmmmmm lecker!!!

Auch die Temperaturen machen so langsam zu schaffen. Der australische Sommer ist nun einmal definitiv nicht die beste Reisezeit fuer das Outback!!! Obwohl die Klimaanlagen in den Autos auf Hochtouren laufen ist man den ganzen Tag am Schwitzen! Bei taeglich 42 Grad im Schatten (!) ist natuerlich bei der Klimaanlage bei Fahrten durch die pralle Wuestensonne auch irgendwann Schluss! Unsere Wasserreserven von gut 70 Litern pro Auto werden gut genutzt.

So reissen wir jeden Tag jede Menge K's auf den Pisten ab. Drei Deutsche (20,21, ich natuerlich Roadtripaeltester), mein Hollaender (30) und zwei very British Guys (24, 28).

Nach einer weiteren Nacht auf einem Campingplatz (naechtliche Temperaturen im Zelt ueber 30 Grad) erreichen wir mitten in der Wueste die Stadt Coober Pedy. Hier wird seit Jahren nach Opalen gegraben und die Umgebund der Stadt gleicht einem Schweizer Kaese. Irgendwann haben die Bewohner dieses Ortes ihre Wohnungen in die stillgelegten Minenschaechte verlegt um den schrecklichen Temperaturen zu umgehen.

Das wollen wir uns natuerlich anschauen und checken fuer eine Nacht im unterirdischen Backpacker der Stadt ein. Als wir in der Mittagshitze die nur 2 Meter unter der Erde liegende Rezeption betreten kehrt sofort Erleichterung ein: ja, hier ist es jetzt richtig schoen kalt!!! Immerhin noch 30 Grad wie uns die Frau an der Rezeption mitteilt...selbst das ist hier eine absolute Erfrischung...krass!

Die Schlafraeume befinden sich etwa 6 Meter unter der Erde in einem Gaengelabyrint mit einzelnen abgehenden Gruften...nicht sehr einladend, interessant aber vor allen Dingen absolut kuehl!!!

Den Nachmittag verbringen wir mit Einkaufen fuers Abendessen und Rumgammeln, jede Bewegung im Freien wird nahezu zur Qual. Die Temperaturen in der Sonne koennen nur geschaetzt werden...meine Uhr steht vermutlich nahezu vorm Tilt (Siehe Bilder)

Abends schwingt Brian wieder man grossartig die Kochtoepfe und versorgt uns mit Kangaro Steak an Kartoffelpue, Wurzelbohnengemuese und gebratenen Zwiebeln...serviert mit einer guten Portion Victoria Bitter.
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