Bis ans "Ende" und noch etwas weiter...

Trip Start Dec 02, 2013
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Trip End Jul 18, 2014


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Flag of Indonesia  , East Nusa Tenggara,
Thursday, July 17, 2014

Mit dem Boot fuhr ich die kurze Strecke von Gili Trawangan nach Gili Air, wo ich Chantal und ihre vier Reisepartnerinnen aus der Schweiz traf. Wir sahen uns in einer Bar den Fussballmatch Schweiz gegen Argentinien um Mitternacht an. Wir fieberten an vorderster Front mit. Das Ergebnis kennt ihr ja leider auch.... Übernachtet haben wir auf Gili Air in einer super schönen Villa. Ja, so macht das Leben doch Spass! :-) Doch was danach kam, beinhaltete nur wenig spassiges. Wir machten eine 3-tägige Trekkingtour auf den Vulkan Rinjani in Lombok. Diese Wanderung ist berühmt berüchtigt, weil sie sehr anstrengend ist. Und ja, es stimmt!

Am ersten Tag startet man von der Ortschaft Senaru (600 M.ü.M.) und läuft 7 Stunden bergaufwärts zum ersten Camp auf 2'641 M.ü.M. Dies sind also mal so locker 2'000 Höhenmeter an einem Tag, naja locker???! Nooooooot! Ich litt am meisten von den Mädels. Was a) daran liegt, dass ich die schlechteste Kondition von allen Mädels habe und b) rein gar keinen Sport während den letzten 7 Monaten betrieben habe.  Ich habe jedoch noch eine kleine Ausrede anzubieten: weil ich mich in der Villa durch die Klimaanlage erkältet habe (18° während der Nacht ist dann doch etwas zu kalt) war ich gesundheitlich angeschlagen. Anyway, was hingegen an menschliche Höchstleistungen grenzt ist der Job der "Träger". Diese Männer schleppen 40kg auf einem Bambusstecken, mit je einem Korb am Ende der Stange befestigt, den Berg hinauf. Und das ganze in Flip Flops versteht sich! In den Körben befinden sich Ess- und Trinkwaren, Zelte, Schlafsäcke und Schlafmatten (siehe Fotos). Für 2 Personen benötigt es einen Träger. Die Nacht im Zelt war kalt und nicht sehr bequem. Am zweiten Tag gings hinunter zum Kratersee und zu den Hot Springs. Eine kleine Erholung zwischendurch kam mir ganz gelegen. Allerdings mussten wir wieder zum zweiten Camp hinaufsteigen. Dort hatte ich am meisten Mühe. Meine Beine hatten keine Kraft mehr. Ich hatte echt zu kämpfen. Am dritten morgen ging es für die meisten morgens um 3 Uhr hinauf zur Bergspitze (auf 3'700 M.ü.M.), also mal wieder schnell 1'000 Höhenmeter in 3 Stunden. Ich hatte mich gegen diese Übung entschieden und blieb im Camp zurück. Der Abstieg nach unten dauerte ca. 5 Stunden. Abwärts laufen bereitete mir keine Mühe. Ich muss sagen ich bin sehr froh und stolz, habe ich dieses Trekking geschafft, aber bin auch froh, muss ich es nie wieder machen. :-)

Nach der Rinjani Besteigung relaxten wir zwei Tage am Strand von Sengiggi, Lombok. U.a. unternahmen wir einen Tagesausflug nach Kuta, Lombok. Achtung: nicht zu verwechseln mit Kuta in Bali. Anschliessend fuhren wir mit einem kleinen Boot während 4 Tagen / 3 Nächten via Komodo Island und Rinca Island nach Flores. Hier sprechen Bilder mehr als Worte. Das Boot war klein, wir teilten uns alle 20 Touris eine Liegefläche mit Mätteli. In der zweiten Nacht fuhr das Boot durch und es schwankte sehr fest. Ich hatte Angst, dass dies bereits das Ende meiner Reise bedeuten würde und ich meine Familie und Freunde nicht mehr zu sehen bekommen. Im Ernst: Ich fühlte mich echt nicht sicher und ich wurde auch seekrank (wie viele andere auch). Auf Rinca Island haben wir dafür freilebende Komodowarne zu Gesicht bekommen und wurden auch sonst unterwegs mit schönen Aussichten belohnt. Ich war ohnehin immer froh, wenn wir an Land gingen und ich irgendetwas anschauen konnte :-) Schlussendlich erreichten wir alle gesund und mehr oder weniger munter die Hafenstadt Labuan Bajo in Flores.

Dann folgten die chaotischsten drei Tage meiner gesamten Reise. Wir wollten von der Hafenstadt Labuan Bajo zu den verschiedenfarbigen Kraterseen von Kelimutu fahren. Ein Weg mit dem Auto würde 18 Stunden dauern, obwohl es nur 450 km Distanz sind. Ich denke dies sagt auch alles über den Strassenzustand. Zudem waren wir auch unter Zeitdruck, da ich nur noch drei Tage in Flores hatte, bevor ich meine Heimreise startete. Wir entschieden uns einen Flug zu buchen nach "Ende", so der Name der Ortschaft. Kostenpunkt: CHF 80.-- retour. Der Flug sollte nur 40 Minuten dauern. Nach einer Stunde Flugzeit begannen wir uns zu wundern.  Der Captain sagte auch immer wieder Durchsagen auf Indonesisch. Wir fanden heraus, dass wir wegen Nebel nicht in Ende landen konnten und nun weiter nach Kupang in Westtimor fliegen werden. What the fuck? Warum wir 50 Minuten nach Westtimor flogen anstatt wieder 40 Minuten zurück zum Ausgangspunkt war uns nicht klar (es gibt allerdings einige Verschwörungstheorien). :-) Nun gut, stoppen wir halt kurz in Westtimor und fliegen dann zurück nach Flores. So einfach ist das in Indonesien natürlich nicht. Keiner hatte einen Plan, wir bekamen handbeschriftete Boardingkarten und wurden angewiesen, in der Halle zu warten. Dies taten wir auch so drei Stunden bis wir informiert wurden, dass heute kein Flieger mehr zurück geht. Na Prima! Immerhin wurde uns der Transport und eine Übernachtung in einem Hotel organisiert und bezahlt. Das muss ich hier ausserordentlich erwähnen! Wir fuhren mit einem lustigen Party-Bus-Taxi und besuchten einen lokalen Markt. Wir wurden angestarrt und auch oft von den Einheimischen am Arm berührt. Touristen scheinen sich nicht oft hierher zu verlaufen (ausser bei Nebel natürlich). Die Szenen erinnerten mich an Myanmar, wo die Leute auch sehr neugierig, aber gleichzeit auch sehr freundlich und interessiert sind. Am nächsten Morgen wurden wir um 4 Uhr morgens mit dem Shuttle abgeholt und folgen tatsächlich nach Ende zurück. Heute wäre eigentlich bereits wieder unser Rückflug gewesen, also mussten wir diesen um einen Tag (gegen eine Gebühr von CHF 20.--) verschieben. Am nächsten Morgen sahen wir dann ENDLICH die verschiedenfarbigen Seen bei Kelimutu. Wir hatten riesiges Glück, dass kein Nebel war und wir einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben durften. Wir hatten uns nach allen Pleiten, Pech und Pannen auf das Schlimmste eingestellt. Aber wir wurden absolut für unsere Mühen belohnt.

Der Rückflug nach Labuan Bajo funktionierte einwandfrei und am nächsten Tag startete meine Rückflug Odyssey: Flores - Bali - Singapur - Bankgok - Zürich. In Zürich wurde ich freitagmorgens um 8 Uhr von Dario, Nina, Cinja, Andrea und Fäbe mit Rose, Ballonen und Champagner empfangen. Dieses Gefühl von "nach Hause kommen" kann ich nicht beschreiben. Ich freute mich einfach riesig. Gleichzeitig bin ich natürlich auch traurig, dass diese wundervolle Abenteuerreise nun zu Ende ist. Aber wie ich nun aus Erfahrung sagen kann: Nach "Ende" geht es noch weiter... =))

- THE END -
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