Let's rock the rocks

Trip Start Aug 15, 2012
1
5
21
Trip End Ongoing


Loading Map
Map your own trip!
Map Options
Show trip route
Hide lines
shadow

, Kalifornien,
Wednesday, September 12, 2012

Oregon war wiederum ein unbeschriebenes Blatt in unserem persönlichen Atlas. Die Einfahrt nach Astoria, der nordwestlichsten Stadt, war jedenfalls schon verheissungsvoll. Denn die sechs Kilometer lange Brücke über den Colorado River stieg auf dem letzten Kilometer unerhört. Wir trauten unseren Augen fast nicht, als wir diese Rampe sahen. Nun - wir kamen, sahen und pedalten.

Diese Tagestour rollten wir zusammen mit Chad und Steve, die wir am Morgen beim Einkaufen trafen. Wir stellten uns auf einen lockeren Tag ein, denn wir sagten uns, wenn die beiden so pedalten, wie sie ihr Gepäck geladen hatten, dann konnte es ja heiter werden. Und es wurde heiter, und wie. Die beiden entpuppten sich als kleine Ausdauerwunder mit 7500 km in den Beinen. Sie hatten schon fast Amerika durchquert, wie sich später herausstellte. Während sie beim Bergauffahren ihre Liedchen pfiffen, pfiffen wir aus dem letzten Loch. Als ich mich dann in der ersten Pause (nach über 60 Kilometern) proformahalber für das etwas langsamere Ladytempo entschuldigte, meinten die beiden gutmütig "Don't worry, it's ok for us. We like to take it slowly sometimes." Balsam auf eine Sportlerseele fühlt sich definitiv anders an.

Oregon ist The Beaver State. Biber haben wir jedoch keinen lebend gesehen. Nur ein paar Plattgedrückte auf Strassen, die einmal seidenglatt, einmal voller Schlaglöcher waren.
Andere fellige Artgenossen beunruhigten uns übrigens da schon weiter mehr. Die Bären- und Pumawarnungen beispielsweise vor unseren idyllischen Waldzeltplätzen liessen uns nicht immer wie Siebenschläfer ruhen, sondern beim kleinsten Rascheln nachts aufschrecken. Die versteinerten Blicke, die wir uns im Mondlicht zuwarfen, hätten aus Hitchcocks Regie stammen können. Chrigu musste da heldenhaft seinen Mann stehen und die tiefe Nacht nach Feinden ableuchten. Aber ausser maximal zwei Eichhörnchen war bisher nichts auf dem Tierradar zu sehen.

Oregon ist relativ velofreundlich. Denn im Land der grossen und noch grösseren Autos, wo man sogar motorisiert die Post aus dem eigenen Briefkasten holt, gibt's sogar eine Coast Bike Route. Sie wird ihrem Namen zwar den hohen schweizerischen Qualitätsmerkmalen nicht immer gerecht, aber immerhin. Wir folgten ihr immer wieder und sie führte uns vom Meer hinauf zu den Kaps, hinunter, ins Inland und wieder zurück. Wir erfuhren uns damit eine wilde, steinige und sehr einsame Küste, die uns immer wieder aus neuen Winkeln, mit neuen Einblicken und Höhenmetern beeindruckte. Etwas weniger berauschend jedoch war das Küstenwetter: eisiger Wind und Küstennebel mit Nieselregen und 10 Grad waren uns beschert. Die Zeit des Mit-Socken-im-Schlafsack-Schlafens war definitiv angebrochen. Leider liess sich auch unser allabendliches wärmendes Lagerfeuer nicht ins Vorzelt verfrachten.... Kalifornien lockt
Slideshow Report as Spam

Comments

lakeside_
lakeside_ on

...ja ja wollen die beiden mal hoffen,dass sie dir nach 7500 km in den wâdli nicht wieder begegnen .... sonst werden die erleben was cycling `lady-like` heisst ;-)

Marianne on

Cool in eurem Blog zu lesen, wie es sich auf einem andern Kontinent radelt! Ich wünsche weiterhin viel Spass, geniesst es!

En Gruess us China (Lanzhou)
keep on cycling
Marianne

Add Comment

Use this image in your site

Copy and paste this html: