Taxi, Zug, Tuktuk, Bus, Taxi, Tuktuk, Siem Reap.

Trip Start Mar 05, 2010
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Trip End Apr 21, 2010


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Taxi, Zug, Tuktuk, Bus, Taxi, Tuktuk, Siem Reap.

Flag of Thailand  ,
Wednesday, April 7, 2010

Der Wecker klingelte tatsaechlich um 04:30h am Morgen des inzwischen 34. Reisetages, der uns nach Kambodscha fuehren sollte. Der Weg dorthin erwies sich als abenteuerlich, aber lest selbst:

Mit dem Taxi, fuer das wir etwa 50 Baht bezahlten (und nicht 300 Baht Festpreis, wie wir es vorher angeboten bekamen) fuhren wir zum Bahnhof und besorgten uns unsere Fahrkarten. Wir waren puenktlich, stellten uns brav in die Schlange am Ticketschalter und wunderten uns, warum die vordersten in der Reihe nicht zum Schalter gingen. Wir warteten und warteten, immer wieder ging mitten aus der Reihe irgendjemand an der Schlange vorbei nach vorne und kaufte ein Ticket. Weiter passierte nichts. Ein aelterer Herr signalisierte Verena, sie koenne einfach vorgehen (woran wir in unserem europaeischen, bzw. im speziellen: deutschen Denken garnicht gedacht haetten. Wozu sind Schlangen denn da?). Die Wartenden warteten weiter, worauf auch immer (unfreiwillig alliterativ). Wir hingegen kauften fuer 96 Baht zwei Fahrkarten dritter Klasse nach Aranyaprathet, dem Grenzort nach Kambodscha. Dritte Klasse bedeutet in Thailand tatsaechlich Holzklasse: Der Zug wurde nur durch Fahrtluft gekuehlt, hielt an jeder Milchkanne und die "Polster" waren derart hart, dass uns nach ca. 6 Stunden Zugfahrt die Hintern gehoerig gluehten. Entschaedigt wurden wir durch eine Fahrt durch das wunderschoene thailaendische Hinterland, und bis auf seltene Belaestigungen durch einige Rauchschwaden, die von den durch zuendelfreudige Thais veranstalteten Muellverbrennungsfeuer in den Zug gelangten, konnten wir die Fahrt sehr geniessen!

Angekommen in Aranyaprathet wartete bereits eine Horde Tuktukfahrer auf uns, die uns zum Rongklua Border Market, welcher direkt am Grenzuebergang liegt, bringen sollten. Wir verhandelten einen Festpreis und tuktukten in Richtung Grenze. NATUERLICH brachte uns unser Fahrer zunaechst zu einem "Konsulatsposten" zwei Kilometer vor der Grenze (na klar!), dort kann man naemlich - unterstuetzt durch eine Horde hilfreicher Verbrecher, die dort ihren Visastand aufgebaut hatten, der uebrigens sehr an einen Stand auf dem jaehrlichen Schulfest erinnerte - ein Visum fuer den Sonderpreis von ca. 30$ erstehen. Noch bevor das Tuktuk zum Stehen kam, protestierten wir lauthals und drohten dem Fahrer damit, wir wuerden ihm garnichts bezahlen, wenn er nicht sofort umdrehen und uns zur Grenze fahren wuerde (wo das Visum 20$ kostet). Die Visapiraten stuermten auf uns zu, das Tuktuk sprang nicht an, aber in letzter Sekunde entkamen wir den Faengen der Grenzmafia (so dachten wir zumindest!).

Am Grenzuebergang angekommen reisten wir zunaechst aus Thailand aus, um uns in die Hand der kambodschanischen Grenzbehoerde zu begeben. Fuer das Visum hatten wir vorsorglich 20$, ein Passfoto sowie ein wenig thailaendisches Kleingeld bereitgehalten, um unseren Grenzuebergang so angenehm wie moeglich zu gestalten. Zunaechst mussten wir in einer Art Quarantaenezone Angaben zu unserem (natuerlich einwandfreien!) Gesundheitszustand machen. Wir vermuteten die naechste Abzocke und weigerten uns zunaechst, aber nach dem Ausfuellen eines Zettels und dem Ankreuzen dreier Kaestchen durften wir tatsaechlich weitergehen.
Auf uns wartete der naechste Schulfeststand, der tatsaechlich den Grenzuebergang nach Kambodscha darstellte und wo wir von einigen freundlichen Beamten abgefangen und zum Ausfuellen mehrerer weiterer Einwanderungsdokumente angehalten wurden. Zunaechst uebergaben wir unsere Paesse, das Geld fuer das Visum und unser Passbild. Das Ausfuellen von Zettel Nummer 1 kostete mysterioese 100 Baht. Wir waren ja vorbereitet und zueckten unser "Kleingeld". Nachdem alles erledigt schien, erwartete uns Zettel Nummer 2, der ebenfalls auszufuellen war. Weitere 100 Baht wurden - laut Grenzbeamten - fuer den Stempel im Pass faellig. Wir zueckten das letzte Geld in unserem Portemonnaie, zeigten den Grenzbeamten, dass wir nicht weiter zu melken waren und wurden an eine dritte Station weiterverwiesen, wo ein Foto von uns gemacht wurde und wir schliesslich doch noch nach Kambodscha entlassen wurden.

Die wilde Fahrt ging weiter mit einem oertlichen Busunternehmen, das einen kostenlosen Shuttlebus stellte, mit dem wir zu einem- vermutlich privaten- Bus- und Taxibahnhof befoerdert wurden. Dort versuchte man uns zunaechst zum Wechseln von thailaendischen Baht in kambodschanische Riel zu bewegen (natuerlich zum "besten" Kurs). Wir verzichteten, bestiegen die Rueckbank eines dort wartenden Taxis und begannen die 152km lange Fahrt nach Siem Reap auf der Rueckbank eines ca. 15 Jahre alten Toyota Camrys. Unterhalten wurden wir von kambodschanischer Volksmusik, die in ohrenbetaeubender Lautstaerke aus den Lautsprechern drang. Zwischendurch stoppte der Fahrer zum Amusement aller Fahrgaeste an einer Raststaette, um sein Auto waschen zu lassen. Kambodschanische Autos duerfen naemlich nur sauber nach Siem Reap fahren. Wenn wir etwas kauften, durften wir auch umsonst die Toilette benutzen. Unsere Blasen sind inzwischen wohltrainiert, wir verzichteten und machten uns ueber den Typen lustig, der unser Taxi beinahe drei Mal mit einem Rinnsal von Wasser benetzte. Die Strasse nach Siem Reap ist keine Sandpiste mehr und inzwischen geteert und die vermutlich frueher angewendete Masche, die der vielleicht notwendigen Scheibenreinigung gedient haben mochte, ueberzeugt noch nichtmal mehr den doofsten Touristen.

Nach ca. einer Viertelstunde ging es weiter und wir erreichten etwas spaeter einen Parkplatz etwas ausserhalb von Siem Reap. Natuerlich war die Fahrt noch nicht vorbei, wir wechselten aus nicht ersichtlichen Gruenden das Fahrzeug, liessen den Taxifahrer ohne eingefordertes Trinkgeld stehen (denn unser Portemonnaie war ja tatsaechlich immer noch leer, nicht so unser Bauchgurt) und wurden von einem Tuktukfahrer zu unserer Unterkunft gebracht, natuerlich nicht, ohne dass dieser uns vorher seine Dienste fuer den naechsten Tag aufschwatzte.

Wir gelangten spontan in ein tolles Gaestehaus (dank eines Zettels in unserem Reisefuehrer, Danke an Unbekannt!) und fuehlten uns direkt wohl. Unser Zimmer im vierten Stock eines franzoesisch anmutenden Altbaus ist klimatisiert, mit Marmor und Stuck verziert, sehr sauber und das gemuetliche Bett verleitete innerhalb kurzer Zeit zu tiefem und festem Schlaf.

Gute Nacht!
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Comments

papmam_kaba
papmam_kaba on

Na, Ihr Lieben, das waren ja wieder tolle Abenteuer! Wie gut, davon erst zu lesen, nachdem sie vorbei waren und wir mit Euch gesprochen haben! Ganz schoen clever, wie Ihr euch da so durchschlagt! Und jetzt koennen wir uns noch auf die vielen Fotos und die Berichte von den Tempelanlagen freuen - wie schoen!
In good old Ronneburg ist alles in Ordnung, Merlin gehts wieder besser und ich werde meine Erkaeltung auch wieder los kriegen. Deshalb eine ganz liebe Fern-Umarmung von Euren
PapMam KaBa

EmAlTho on

Hallo ihr Beiden,

schön, dass ihr gut in Kambodscha angekommen seid und eure Unterkunft euch gut gefällt! Die letzten Berichte sind wirklich wieder sehr abenteuerlich, aber man merkt an jeder Zeile, welchen Spaß ihr habt!
Kaum zu glauben, dass ihr schon 24 Berichte geschrieben habt (okay, nicht alle aus dem Urlaub), ihr seid doch gerade erst weggeflogen, oder?
Genießt die nächsten Tage und lasst die neugierigen Daheimgebliebenen nicht so lange auf dem Trockenen sitzen!

Seid umarmt!
EmAlTho

Anika on

Neid! Schön, dass es euch immer noch gut geht! Ganz viel Spaß noch und vielleicht bis bald in Münster!
Anika

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