Dakar

Trip Start Oct 15, 2011
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Trip End Mar 29, 2012


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Where I stayed
Still at Awas House

Flag of Senegal  ,
Tuesday, October 18, 2011

Warten. Ich denke, die Hauptbeschäftigung in diesem Land heißt warten – außer man braucht gerade von niemandem etwas. Das einzig Schnelle hier sind die Taxis und auch die nur bedingt. Gestern haben wir Dakar erkundigt. Eigentlich wollten wir ja nach Gorée, die Sklaveninsel besichtigen, aber in der Früh haben wir dann im Reiseführer gelesen, dass sämtliche Museen und historischen Gebäude montags zu haben! Also Planänderung: mal schaun! Wir sind jedenfalls in die Stadt, Nabou hatte einiges zu erledigen, ich wollte gleich meine senegalesische Sim-Karte checken und einen Internet-Stick kaufen. Damit hatte ich ein weiteres Mal die Gelegenheit, die Dakarer-Straßenverhältnisse und die dadurch erforderlichen Fahrkünste der Autolenker zu bestaunen. Nicht nur, dass es, den ganzen Tag durchgehend Stau in der City gibt, nicht nur, dass es auch auf den größten Kreuzungen keine Ampeln gibt, auch die Straßen selbst sind ein Abenteuer. Die Bodenbeschaffenheit reicht von asphaltiert, wie bei uns eine mittelalte Landstraße, über asphaltiert mit Löchern oder bedeckt mit Sand bis hin zu unasphaltierte Wüstenpiste, also sandige Wege mit „Dünen“ auf der Seite – und das alles mehr oder weniger mitten in der Stadt! Weil aber manchmal am linken Fahrstreifen die Straße besser (z. B. asphaltiert) ist, wird das bis zur letzten Sekunde ausgenutzt, entgegenkommende Fahrzeuge so lange wie möglich einfach ignoriert. Und obwohl das zum Teil auch bei hoher (in der Stadt natürlich nur so hoch, wie es die Staus gerade zulassen) Geschwindigkeit passiert, gibt es in meinen Augen erstaunlich wenig Unfälle. Mit meinem geistigen Auge seh ich unser Taxi in jedem Fußgänger (Zebrastreifen oder etwas ähnliches gibts natürlich nicht, wo sollte man die auch aufmalen?!), jedem Radfahrer, jedem rechts und/oder links überholenden Mopedfahrer und jedem entgegenkommendem Auto „drinnen“, aber im Laufe von zwei Tagen gab es nur gestern am Abend einen kurzen „Seitenspiegeltepscher“! Also ich finde das ganz bemerkenswert...
Naja, und die Stadt ist wie mir scheint wie ihr Verkehr. Überberstend vor Leben. „Fliegende Händler“, überall gibt es Fliegende Händler. Es gibt nichts, was du auf der Straße nicht kaufen könntest. Von Sonnenbrillen über Uhren, Essen und Sim-Karten (unsere sind von einem Straßenhändler, durch die Autoscheiben gekauft (von Nabou, nicht von uns) bis hin zu Haarföns gibts alles. Auch die Straßenränder werden genutzt, da gibts aber scheinbar Einteilungen nach Straße, einmal Lederwaren, in der nächsten Straße Bettgestelle aus Holz und Metall und wieder um die Ecke Polstermöbel. Es war faszinierend. Ich glaube wir sind an gestern Vormittag durch jede Straße der Innenstadt gegangen, sind um jede Ecke gebogen und überall gab es etwas Neues. Natürlich werden wir ständig angeredet, „Woher kommst du“, „Wie heißt du“, „Erinnerst du dich an mich“, „Nagadeff – Wie gehts dir?“ usw. Aber es macht Spaß, ich höre mich schön langsam ein, habe schon erste Brocken Französisch und Wolof gelernt und freue mich aufs weitermachen. Nachdem wir unsere ganzen Aufgaben erledigt haben, sind wir wieder ins Taxi und zu Günter ins Hotel gefahren. Und aus dieser Perspektive hat sich wieder die Eingangsannahme bestätigt: die Hauptaufgabe in diesem Land heißt warten. Und wartest du nicht selbst, wartet wahrscheinlich gerade jemand anderes auf dich – das nennt man dann wohl ausgleichende Gerechtigkeit...
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