Zweiter reisebericht.. hiiiiitze!

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Trip End Ongoing


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Where I stayed
myra-canyon ranch

Flag of Canada  , British Columbia,
Sunday, August 2, 2009

hei hei hei

da bin ich wieder, aus dem fernen kanada.. merci viu viu mau fuer all eure antworten auf meinen ersten reisebericht! es war enorm schoen zu wissen, dass ihr trotz den grossen distanzen noch an mich denkt :-)

mein erster eintrag liegt bereits ein paar tage zurueck. doch ich kann sagen: die ranch ist wirklich mein zuhause geworden! zeitweise kann ich sogar berndeutsch sprechen :-) doch dies ist eher die ausnahme, grundsaetzlich kommen die gaeste aus der region vancouver oder calgary und somit ist englisch die hauptsprache. heute geniesse ich zwei freie tage, wie dies so üblich ist - je nach gaesten resp. an- und abreisen. letzte woche musste ich wegen regen und viel arbeit mein programm ueber den haufen werfen.. wo bleibt der regen in dieser woche, bitte? eine abkuehlung waere wunderbar..

vielleicht habt ihr erfahren, dass wir hier im westen kanadas zur zeit unter extremen hitzebedingungen leben. meine mam hat mir heute sonntag (schweizer zeit) eine mail geschrieben,
dass bei euch endlich der sommer mit all seinen vor- und nachteilen
eingetroffen ist.. davon koennen wir nur traeumen! die
temperaturanzeige beim kuechenfenster, welche notabene im schatten
steht, zeigt um halb vier nachmittags (kanadische zeit) satte 35 grad
an..die waldbraende von letzter woche sind teilweise wieder aufgeflammt; das ganze tal ist in rauch gehuellt. auf unserer seite ist es im moment ruhig - wir hoffen sehr, dass es so bleibt.

ich habe euch news und bilder versprochen.. na gut :-)

ABFALL
im ersten bericht habe ich bereits das abfallmanagement der kanadier angesprochen - fritz (ein kollege vom besitzer) und ich haben uns letzte woche am dienstag damit beschaeftigt. normalerweise darf man pro haushalt jeweils eine tonne/woche abfall entsorgen lassen (und dieser muss einigermassen sauber sein, sonst wird er nicht mitgenommen!). da das b&b logischerweise mehr ghueder produziert, fahren wir jeweils alle 2 wochen auf den "dump". stellt euch das bitte nicht als kehrichtverbrennungsanlage vor - die kanadier, jedenfalls in british columbia, schmeissen alles, was nicht reziklierbar ist, einfach in grosse schuttmulden und lassen dies dann verroten. ich weiss zwar (noch) nicht, wie teppich oder kloschuesseln verrotten koennen.. die reziklierbaren sachen (haushaltfolie, verpackungen, flaschen, buechsen, glas) werden separat in container gelagert - und auch diese dinge muessen sauber sein.

doch das groesste vergnuegen stand uns mit dem rbc (recycling bottle center) bevor.. ihr koennt euch das so vorstellen: da werden alle pet-, glasflaschen, aludosen und tetrapak (alles ohne deckel) in saecken von zuhause mitgeschleppt. im rbc werden diese nach art des materials vom "besitzer" eigenhaendig in kisten gestellt. die bierflaschen muessen sogar nach oeffnungsart getrennt werden - kanadisches bier hat meistens einen drehverschluss im gegensatz zu importierten bieren.. wenn die flaschen dann alle in den kisten sind, zaehlt ein oder zwei mitarbeiter alle (!!) rueckgaben und zahlt dir einen dementsprechenden betrag (natuerlich ist der pro material anders). this is CRAZY! jedenfalls aus meiner perspektive..

WINEKITZ
in kanada - ich weiss nicht, wie weit ins landesinnere diese tradition geht - ist es ueblich, dass man seinen eigenen hauswein zusammenbraut. unten in der stadt gibt es einen laden, der sich auf sowas spezialisiert hat. als "weinbauer" kauft man eine definierbare menge an traubensaft (rot oder weiss), traeufelt die hefe in die wanne (oder nach gusto auch eichenschnippsel) und laesst diesen dann seinen normalen prozess durchlaufen. dies muss jedoch vom jeweiligen besitzer des traubensafts selbst gemacht werden, da die ladenkette keine alkohollizenz hat. man hat als weinbauer die eigenverantwortung.. yvonne hat fritz und mich damit beauftragt, den wein abzufuellen. zuerst muss dieser getestet und fuer gut befunden werden, bevor dann die flaschen gefuellt und mit einem korken (wiedermal eigenhaendig) verschlossen werden. man beachte bitte, dass in kanada die nulltoleranz in sachen alkohol am steuer gilt.. wir kamen mit 66 leeren flaschen an und haben mit je 33 roten resp. weissen wein das winekitz verlassen.. so geht das!

BETTENBUEGELN
ich habe in den letzten beiden wochen oft an die worte meiner mam gedacht, wenn es ums waesche waschen, aufhaengen oder buegeln ging :-) denn all die schikanen waehrend meiner jugendjahre (mam, du weisst schon, wie ich das meine.. :-) ) zahlen sich jetzt definit aus! da wir auf der ranch keine waschmaschine haben, fahre ich mit jeweils 6-8 prallen waeschekoerben in die stadt zum laundromat. genau, so ein waschsalon wie wir ihn aus der migros-werbung oder auch aus den kinofilmen kennen :-) eine maschine kostet 2.75 und dauert ungefaehr 23 minuten; dafuer muss man 11x eine 25cent-muenze in den kleinen schlitz einwerfen - ihr koennt selber ausrechnen, wieviel zeit dies benoetigt.. und temperaturen gibt es fuer unser verstaendnis keine - es gibt kalt, warm oder heiss. da faellt wenigstens die sortiererei weg :-) nach der ganzen waescheschlacht bringe ich die waesche zurueck auf die ranch, wo sie im wald zum trocknen aufgehaengt wird - so haette mir das frueher auch mehr spass gemacht! da das klima heiss und trocken ist, geht das ziemlich schnell. die waesche wird danach zusammengelegt (juhu, ich kanns tatsaechlich wie gewuenscht! sogar die fixleintuecher..) und kommt in den schrank.

durch die trockenheit sind die bettbezuege und auch die fixleintuecher jeweils ziemlich verrumpft - deshalb werden diese nach dem beziehen auf das bett gebuegelt.. ja ja, ihr habt richtig gelesen! das dauert, je nach bett und ruempf, ca. 30 minuten - in der hoffnung, dass ich dann schon mal etwas schneller werde.. zuhause werde ich mich wohl dann wieder an andere sitten gewoehnen muessen :-))

auf diesem weg moechte ich mich offiziell bei meiner mam herzlich bedanken - fuer ihre nerven und ihren glauben an mich, dass ich das eines tages schaffen werde! mitemne dicke muntsch :-))

MYRA-CANYON TRESTLES
die gegend, in welcher ich bis ende oktober lebe, hat einiges zu bieten. kulturell bin ich noch nicht so weit rumgekommen, doch die natur alleine laesst keine wuensche offen. wir sind im gebiet des myra-bellevue provincial park und 4,5km oberhalb meiner behausung stehen die sogenannten myra-canyon trestles (auf deutsch: eisenbahnbrücken). diese bildeten auf dem trans-canada-trail einen abschnitt durch british columbia, welcher kettle valley rail trail genannt wird. fuer interessierte gibts mehr infos unter: http://en.wikipedia.org/wiki/Kettle_Valley_Railway (nur in englisch).

heute morgen wollte ich endlich wissen, wie es da oben aussieht und packte meinen rucksack, setzte mich auf das team-fahrrad und fuhr um 7 uhr los, weil ich der grossen hitze entfliehen wollte. meine beiden kolleginnen petra und annika haben mir gesagt, es sei teilweise sehr steil - ich solle das rad vielleicht besser stossen; dass die gangschaltung eher reparaturbeduerftig ist, habe ich nebenbei mitbekommen. egal, wo ein wille ist, da laesst sich bestimmt auch ein weg finden.. nach einer stunde, wunderschoenen morgenstimmungen, tierbegegnungen verschiedenster art, absoluter ruhe, einigen gemurmelten fluchwoertern und ein paar zusaetzlichen mueckensticken habe ich den parkplatz, dem ausgangspunkt fuer die "fauleren touristen", erreicht. dummerweise waren neue schilder angebracht worden - hm, welchen weg haette ich schon wieder nehmen sollen? im b&b anrufen erschien mir etwas gar frueh. ich wusste von yvonne, dass die ganze strecke gegen 12 km lang ist - also entschied ich mich fuer den bellevue trail. nach 7km notabene flachem, staubigen terrain und keinem einzigen trestle fuhr ich zum ausgangspunkt zurueck. in der gegenrichtung zur ruth station wurde ich dann relativ schnell fuendig: die trestles, der canyon und auch die aussicht waren sensationell! eine kanadische grossfamilie hat mich fuer die lange fahrt spontan in die gruppe aufgenommen und so genoss ich die fahrt mit plaudern, staunen, fotos schiessen und fahrrad fahren. wir haben die 13 km pro weg, 18 brücken und 2 tunnels bei angenehmen temperaturen abgestrampelt; der rueckweg gestaltete sich dann eher muehsam und die bergabfahrt war dann eine ziemliche zitterpartie.. diejenigen unter euch, welche in ihrer freizeit jeweils downhill fahren: so wars fuer mich auch, einfach mit einem stadtfahrrad, sandiger unterlage und etwas schuettelfrost. zuhause haben die scheibenbremsen am hinterrad relativ stark geraucht :-)) nichts desto trotz habe ich einen wunderbaren morgen in der natur verbracht und freue mich aufs naechste mal up in the mountains.

puh, da habe ich ja einiges erlebt! stell ich gerade selbst mit schrecken fest.. naja, fuer euch ist das vielleicht noch lustig - so zwischen zwei sitzungen oder in der mittagspause schnell eine lesepause einschalten :-) ich wuensche euch jedenfalls viel spass und freue mich auf mails oder rueckmeldungen via formular.

ganz liebi gruess a aui - gniessets, was ou immer dir grad machet!
haerzlech, caro

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