Koreaner und grosse Fische

Trip Start Oct 06, 2006
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Trip End Jul 15, 2007


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Flag of Philippines  ,
Friday, February 23, 2007

Wahre Soehne des Magellan sind wir: Seit dem letzten Eintrag ist viel gereist worden! Wir haben uns mit Glueck und Koennen aus der transporttechnischen Sackgasse Coron in Richtung Manila befreit; wir haben dem Lenny zwei anstaendige Farewell-Parties in Manila geschmissen (was zur Folge hatte, dass wir diese gigantische Stadt erst am dritten Tag erstmals bei Tageslicht beaugapfeln konnten); wir haben Manila in seiner ganzen Bandbreite (von der Schlittschuhbahn im Einkaufszentrum bis zur Mutter, die ihr Kind auf dem Trottoir vor unserem Hotel aufzieht) erfahren; und wir haben unserem portugiesischen Weltumrunder-Vorbild alle Ehre gemacht, indem wir per Schiff und Bus in 2 Tagen von Manila bis nach Padre Burgos im suedlichen Leyte gegondelt sind.
Dieses verschlafene Doerflein in der Pampa steht nur aus einem Grund auf unserem Reise-Menueplan: Hier gibt es Walhaie. Das mag dem Leser, der sich in seiner Freizeit vorwiegend mit Kaffeerahmdeckeli oder der YB-Website beschaeftigt, nicht viel sagen - fuer einen Taucher ist es aber der Mount Everest der Alpinisten: Schlicht das Maximum. Der Zufall wollte es, dass wir an diesem 22. Februar 2007 nicht nur in den elitaeren Club der "ich-hab-schon-mal-Walhaie-gesehen"-Taucher aufgenommen worden sind, sondern auch noch Gelegenheit hatten, uns etwas mit der Psyche des typischen koreanischen Touristen befassen konnten.
Wenn man in Asien reist, stolpert man frueher oder spaeter einmal ueber diese Spezies - man kann sie nicht verfehlen, weil sie naemlich wie Thunfische meist in Schwaermen oder Rudeln auftreten. Der typische Koreanerschwarm besteht aus etwa 6 bis 10 Exemplaren und ist meistens halbe-halbe gemischt mit Weibchen und Maennchen. Seine charakteristischen Lautaeusserungen kann ihn in den Morgenstunden zu einer gewissen Plage werden lassen, und es braucht viel Geduld, um ein Individuum innerhalb des Schwarms ueber laengere Zeit zu beobachten, da der Schwarm sehr kompakt ist. Am einfachsten ist das Korean-Watching waehrend Ausnahmesituationen, die die Gruppe aus dem Haeuschen bringen (es kann schon genuegen, wenn ein Schwarmmitglied eine Fotografie von einem nicht-Schwarmmitglied macht). Und: Einen Walhai zu sichten stellt ganz entschieden eine solche Situation dar!
Die Taktik unserer Diveguides sieht es dabei vor, die Taucher auf dem Boot in voller Montur bereitzuhalten, damit wir sofort ins Wasser springen koennen, wenn ein Scout in einem kleinen Ruderboot eines dieser Ungetueme im Meer entdeckt hat. Das ist graue Theorie - Walhaitauchen mit Koreanern geht so:
1. Walhai gesichtet! Das Boot droht nach Steuerbord zu kentern, da alle Schwarmmitglieder dorthin hechten, um einen Blick zu erhaschen (anstatt ins Wasser zu plumpsen, um sich das Ding aus der Naehe reinzuziehen).
2. Der Tauchgang erfaehrt eine erste Verzoegerung, weil ein Schwarmmitglied an der Oberflaeche wuetend (und den Regulator noch halb im Mund) den Leuten auf dem Boot zuruft, sie sollen ihm doch endlich die Tauchmaske runterwerfen, die er dort oben vergessen habe - und ihm die Kameraden dann freundlich mitteilen, seine Maske sitze friedlich oben auf seinem Kopf, er muesse sie nur auf sein Gesicht hinunterziehen.
3. Der Tauchgang erfaehrt eine weitere Verzoegerung, weil es eines der Schwarmmitglieder schafft, unter Wasser beide (!!!) Handschuhe zu verlieren, ohne die es natuerlich niemals tauchen gehen wuerde (die Technik dieses Kunststuecks kann nur bewundert werden und sollte im Fernsehen oder Zirkus gezeigt werden).
4. Wenn man bloed genug war, dem Schwarm trotz obigen Verzoegerungen den Vortritt zu lassen, sieht man von Mr. Whaleshark nicht die Bohne, weil die Koreaner unter Wasser naemlich schnaufen wie das Baehnli aufs Brienzer Rothorn, was zusammen mit ihren volle-Kraft-voraus-Flossenschlaegen fuer ein veritables Jacuzzi sorgt, das jeden Blick auf das Tier verunmoeglicht.

ABER: Kameras haben die Kerle serienweise dabei (...im Gegensatz zu uns...), und darum muss sich unsere Leserschaft mit einem Walhai-Foto aus dem Web begnuegen....
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