Honig

Trip Start Oct 06, 2006
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Trip End Jul 15, 2007


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Flag of Philippines  ,
Saturday, February 17, 2007

Auf der zweistuendigen Bootsfahrt zurueck von unseren Wracktauchgaengen vor Coron daemmerte es mir gestern, wie man das Leben in dieser abgelegenen Gegend (auf dem sowieso schon abgelegenen Palawan) am einfachsten beschreiben kann: Es ist wie Honig. Unendlich suess im Geschmack und delikat im Geruch ist er, und doch: wenn man sich in einem Swimmingpool voll Honig fortbewegen muss, so zaehlen vor allem die Klebrigkeit und Zaehfluessigkeit zu den auffallendsten Eigenschaften dieser Koestlichkeit. Beispiele gefaellig?

1. Fahrt von Puerto Princesa nach Sabang. Wir tuckern am Vortag zum Busterminal ausserhalb der Stadt, um uns nach den Abfahrtszeiten zu erkundigen. Wir waehlen den 9-Uhr-Bus und sind am naechsten Tag vorsichtshalber eine halbe Stunde zu frueh vor Ort. Der Bus ist aufgebockt, und es fehlt das Hinterrad rechts. Dass das mitgefuehrte Reserverad nicht wirklich eine Option darstellt (siehe Nahaufnahme im letzten Eintrag), scheinen gluecklicherweise auch die rumstehenden Typen zu finden - auch wenn sie sich unsere Offerte, alle unsere Kaugummis zu spenden um wenigstens die groebsten Locher in der Pneugummierung zu beheben, fuer meinen Geschmack eine Spur zu lange durch den Kopf gehen lassen. Bis 10 Uhr scheint sich kein geeignetes Rad zu finden, und wir werden zu einem anderen Terminal gescheucht, dort warte ein Jeepney auf uns. Der Einstieg durch die Seitenfenster gestaltet sich mangels Tueren aehnlich wie in ein Schuetzenpanzer der Schweizer Armee, was uns ja gluecklicherweise nicht schrecken kann. Nach einer halben Stunde erkundigen wir uns mal, wann sich das Gefaehrt nordwaerts in Bewegung zu setzen gedenke - ein Schulterzucken ist die Antwort, es muessen schlicht noch mehr Passagiere eintreffen, dass sich der Trip lohne. Falls es an einer einzigen Person scheitern sollte, wuerden wir generoeserweise den entsprechenden (fuer unser Empfinden lachhaften) Betrag berappen, meinen wir, und ernten bloss ein Schulterzucken. 90 Minuten spaeter scheint der Jockey zufrieden, und los gehts - allerdings nur bis zur Tankstelle um die Ecke, schliesslich kann ohne Sprit nichts gewonnen werden (die Idee, dass das Auftanken via Bidon und Gartenschlauch auch in der Wartezeit haette geschehen koennen, entspringt offensichtlich unserer verkrampften eidgenoessischen Art, die Sekunden zu zaehlen). Jetzt aber! Das Gefaehrt biegt rechts ab, dann wieder rechts, und noch zweimal, und wir stehen wieder vor dem Busterminal, wo eine weitere Stunde auf Reisewillige gewartet wird. Dann gehts wirklich los, und auf der holprigen Fahrt wird jetzt auch klar, warum unser Vorschlag mit dem Bezahlen-fuer-den-fehlenden-Passagier nicht angenommen wurde: Zeitenweise scheint sich die Bevoelkerung halber Doerfer im oder auf dem Gefaehrt aneinanderzukuscheln oder aussendran zu haengen. Tagesziel (Ueberwinden von ca 60 km Distanz) erreicht beim Eindunkeln, Schweizer Passagiere staubbedeckt, durstig und mit schmerzenden Kehrseiten wie nach einem 3-taegigen Dromedartreck durch die Wueste Gobi.

2. Der Versuch, aus El Nido wegzukommen. Die Motivationen sind klar: Einerseits muss Lenny einen Flug von Manila nach Kuala Lumpur erwischen; andererseits muss er versuchen, irgendwie wieder zu Geld zu kommen - und da es in El Nido weder einen Bancomat noch eine Bank gibt und der Mattegiel im Kraemerladen nur verstaendnislose Gesichter erntet, als er Traveller Cheques in Schweizer Franken wechseln will (...die erntet er allerdings inklusive ein paar fauler Sprueche auch von Simon und mir...), kann das Ziel nur Coron und seine weitum bekannte Bank sein! Die Fluege mit der zehnplaetzigen Propellermaschine sind bis auf 2 Monate ausgebucht, und eine regelmaessige Schiffsverbindung existiert nicht. Ein emigrierter Oesterreicher bietet uns eine Fahrt auf seinem Schnellboot an, verlangt aber fuer die Charterung des Teils eine abartige Summe. Doch halt, wir hoeren vom Geruecht, dass das Frachtschiff Joselle ab und zu hier vorbeikomme und dann nach Coron fahre, und das naechste Mal geschehe das in zwei Tagen, Abfahrt 11 Uhr abends, seguro. Fantastisch! Wir sollen morgen um exakt 14 Uhr nochmals vorbeikommen, um die Tickets abzuholen. Am naechsten Tag werden wir auf den uebernaechsten vertroestet, schliesslich kaemen die Tickets mit dem Schiff an, und dieses halt eben erst morgen Nachmittag (was uns gestern irgendwie und aus unerfindlichen Gruenden vorenthalten wurde). Aber fahren tue es, seguro, und der tiefe Blick in die Augen des Capitanos zerstreut jeden Zweifel. "Oh, grosses Problem mit Joselle", hoeren wir am naechsten Tag, der Kahn treffe erst in etwa 4 Tagen ein, aber garantieren koenne man das nicht. Wir vermuten, dass der Pilot dieses Gefaehrtes schlicht keine Ahnung hat, wie er El Nido finden soll und sich deshalb in irgend einer Bar auf einer anderen Insel die Lampe mit Tanduay fuellt, und strecken die Waffen. Intensive Recherchen ergeben dann, dass am naechsten Tag ein Charter-Auslegerboot mit anderen Touris nach Coron fahre - alles im gruenen Bereich! Am naechsten Morgen treffen wir einen Sitzstreik an: Die Leute wollen uns 9 Bleichgesichter samt Gepaeck und einem Velo fuer 8 Stunden auf eine Nussschale stecken, in der wohl nicht mal Wilhelm Tell die Ueberfahrt auf dem Urnersee gewagt haette. Wir sitzen also etwa 2 Stunden rum und testen, welche Seite eher nachgibt - schlussendlich endet das Spiel 1:1 und wir kriegen einen Riesenkahn, fuer welchen wir aber eine Fuel Surcharge bezahlen. Die Ueberfahrt bestaetigt unsere ueblen Vorahnungen, selbst die Mannschaft scheint ob dem groben Meer etwas bleich um die Nase

3. Hunger: Die mittlere (gemessene und berechnete) Zeit von Aufgeben einer Bestellung bis zum Erhalt der Mahlzeit in einem Spunten hier betraegt 67 Minuten. Ein Blick in die Kueche zeigte, dass da zwar vier Leute anwesend waren, welche es sich aber alle an einem Tisch gemuetlich gemacht hatten, um ihr Nachtessen einzunehmen... Kein Witz!
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Comments

whosabi
whosabi on

honig ist das wunderbarste
man sollte bei honig nicht auf den preis achten sonder auf die qualität
wwww.honig-schmidt.de

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