Aus dem Naehkaestchen (Teil IV)

Trip Start Oct 06, 2006
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Trip End Jul 15, 2007


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Flag of Cambodia  ,
Wednesday, December 13, 2006

Es liegt in der Natur eines zuenftigen Buebereislis, dass hin und wieder eben gereist wird. Ebenso nachvollziehbar ist der Umstand, dass das sich-Fortbewegen in Suedostasien nur wenig mit einer Fahrt mit dem Marzilibaehnli gemeinsam hat.
Fuer alle, die sich zu nerven beginnen, wenn das Nuenitram 2 Minuten spaeter um die Kurve zu quietschen kommt als gewohnt, hier ein kleiner Realitaetscheck:
 
Episode 1: Variante Flugzeug (Hanoi - Vientiane).
Ausgangssituation: Der Flug geht um 9 Uhr morgens, die Taxifahrt zum Airport aus dem Stadtzentrum dauert, gut gerechnet, 40 Minuten. Mit Hilfe von Rechenschieber und Flipchart eruieren wir, dass es noch fuer ein gemuetliches Morgenessen am Airport reichen sollte, wenn wir um 06:45 vor dem Hotel das am Vortag bestellte Taxi besteigen.
Voller Tatendrang huepfen wir fruehmorgens die Treppe zur Reception runter, um die Rechnung zu begleichen und das bestellte Visum abzuholen. Wir fallen beinahe auf die Schnauze, denn es ist zappenduster, 2 Angestellte schnarchen am Boden hinter der Theke, und der Stahlrolladen des Lokals ist noch fest verrammelt. Wir schuetteln die verschreckte Belegschaft aus den Traeumen und versuchen, ihr per Zeichensprache unsere Wuensche klarzumachen (die Tagesbelegschaft hat das Monopol aufs Englischsprechen, trifft aber erst um 8 Uhr im Hotel ein). Es klappt, der Junge nimmt einen Block zur Hand und addiert die 3 relevanten Zahlen - der Totalbetrag irgendwo um 3000 Dollar wird mit stoischer Miene vorgebracht. Wir weisen das Knaeblein darauf hin, dass es wohl noch zuviel Pflotsch in den Augen hat, und subito haben wir eine neue, tiefere (aber genauso zufaellig zustandegekommene) Summe. Der dritte Anlauf haut hin, und wir zeigen dem Typen, wo sein Kreditkartenterminal steht, wo dessen Einschaltknopf ist, und dass der Magnetstreifen der Karte in das Teil rein muss um was zu bewirken. Wir haben aber nicht damit gerechnet, dass das Terminal gesperrt ist und eines Codes bedarf, den nur das Tagespersonal kennt. Erste Schweissperlen; zum Glueck ist wenigstens das versprochene Taxi noch nicht aufgetaucht, sonst muessten wir noch mit einem renitenten, da wartenden Taexeler diskutieren. Um das Warten auf das hoffentlich verfruehte Auftauchen der Belegschaft zu verkuerzen, versuchen wir zu dritt, auch den zweiten unserer an der Reception deponierten Reisepaesse wiederzufinden und das Versteck unserer bestellten Flugtickets aufzuspueren.
Hurra! Zusammen mit dem Taxi trifft auch eine Dame vom Tagdienst ein, und um 07:40 tuckern wir los. Nach ca der Strecke fragt uns der Chauffeur, wann denn eigentlich unser Flug gehe. Unsere Antwort muss ihn beeindruckt haben, loest sie doch einen laesterlichen Fluch und einen dezidierten Tritt aufs Gaspedal aus - wir werden etwas gruen im Gesicht und sehen uns nach den (nichtexistenten) Gurten um. Am Check-In ist ein einziger Schalter geoeffnet, und das Ehepaar vor uns verursacht einen Auflauf von Securities, da es kein laotisches Visum hat. Kurz bevor unsere Rucksaecke dann auf dem Rollband verschwinden, bemerkt Reisender Haldemann, dass er den kostbaren Ausreisezettel in seinem Gepaeck vergessen hat. Uebung halt, Gepaeck zurueck, Zettel raus, Gepaeck zu, losspurten Richtung Zoll und Sicherheitscheck. Oha laetz, der gleichzeitig in Hanoi stattfindende APEC-Gipfel und der Besuch von George W. Bush hat Paranoia ausgeloest - das Personal ist auf 2 Durchgaenge zusammengezogen worden, was eine Schlange von jeweils vielleicht 40 Leuten bewirkt, welche sich nicht wirklich zu bewegen scheint. Jeder Pass und jedes Ticket wird mit einem antiquierten (wohl noch mit Holzkohle betriebenem) Fotokopierer gruendlichst kopiert. Wir hoeren den ersten "Last call for passengers Haldeman and Muller". Wir teilen uns entsprechend dem alten Migros-Kassenschlangen-Trick auf beide Schlangen auf, so kann eventuell wenigstens einer von uns irgendwie den Vogel davor abhalten, uns in Vietnam zurueckzulassen. Der 2. "Last call" verstreicht erfolgos, der dritte (ganz deutlich genervte) Aufruf erreicht mich, als ich vom Security gefilzt werde (selbstverstaendlich hat die Mine des Kugelschreibers das Geraet zum Piepsen gebracht und einen halben Terroralarm ausgeloest). Ich sprinte los wie Ben Johnson in seiner Bluetezeit, um das Bodenpersonal von unserer Anwesenheit zu ueberzeugen; und schon taucht dort hinten auch Simon im Laufschritt auf - er kehrt nach halbem Weg zum Gate aber gleich wieder um, weil er naemlich seine Uhr am Sicherheitscheck liegengelassen hat. Wir keuchen zum wartenden Bus, der vollgestopft mit (auf uns) wartenden Passagieren ist. Das uns empfangende eisige Schweigen hat leider keinen Einfluss auf die bruetende Hitze im Innern des Gefaehrts....
 
Episode 2: Variante Bus:
Wir lassen das angefuegte Video fuer sich sprechen - so geht's einem, wenn man hier nach einer langen Busfahrt ins Haifschbecken, eh, ins Freie tritt (die Schlepper erhalten offenbar sogar von den Hotels die Namen der dort uebernachtenden Gaeste, um die nichtsahnenden Passagiere dann an der naechsten Destination mit personalisierten Plakaten zu ueberraschen und abzuschleppen. Nur mit Muehe konnte ich einmal einen Rabiatling davon ueberzeugen, dass ich nicht der Destinataer von "Welcome to Lakeside Guesthouse, Alexandra Mullen" sei. Ich riet ihm, den Phantasienamen doch in "Alex" abzuaendern, was sowohl fuer Maennlein als auch Weiblein passend waere. Alex' dieser Welt, seht euch vor!)
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