Spiderville

Trip Start Oct 06, 2006
1
17
46
Trip End Jul 15, 2007


Loading Map
Map your own trip!
Map Options
Show trip route
Hide lines
shadow

Flag of Cambodia  ,
Wednesday, December 6, 2006

Insider werden sich noch daran erinnern: In den Wochen vor unserer Abreise war ab und zu die Rede von einer kleinen Wette, die unsere Reisegruppe intern ins Leben gerufen hatte: Derjenige Teilnehmer, der bis zur Rueckkehr in die Schweiz die exotischste Speise (im Klartext: das abgefahrenste Insekt) zu sich genommen hat, ist Tagessieger und damit e geile Siech. Man mag darueber die Stirne runzeln; Tatsache aber ist, dass uns Suedostasien taeglich diverse Moeglichkeiten bietet, die entsprechende Latte hoeher zu legen. Die Busfahrt von Kratie nach Siem Reap bot dazu eine weitere guenstige Gelegenheit: Unser Guidebook verlautete, in der kleinen Stadt Skuon habe sich in den letzten Jahrzehnten eine eigene, fuer Kambodscha (und wahrscheinlich fuer die ganze Welt) einmalige kulinarische Spezialitaet entwickelt: Spinnen. Die Tierlein werden offenbar in den umliegenden Hoehlen gesammelt und dann in einer speziellen Sauce gebraten. Da das interne Skore unentschieden 1:1 stand (Simon hatte vor einer Woche nach Vorbild der Laoten eine kleine, im Reisschnaps halb ertrunkene, nichtsdestotrotz aber lebendige Heuschrecke mit Todesverachtung verspiesen und damit den Ausgleich erzielt), musste unser Bus in dem Ort eine kleine Pause einlegen. Da standen wir also um etwa neun Uhr morgens mit nichts als einem Kaffee im Magen auf diesem Markt und mussten konstatieren, dass unser geplanter Snack ausser der Anzahl Beine absolut nichts mit einem mitteleuropaeischen Weberknecht gemeinsam hatte. Also nichts da mit "ein paar geroestete, geschmacklose kleine Dinger geschwind und ohne gross zu kauen wie Popcorn zu verputzen", denn die Biester hatten total die Groesse eines Handtellers, wiesen einen ca. 5 x 2 cm messenden Koerper auf und hatten soviele Borsten an den Beinen wie ein kanadischer Holzfaeller Achselhaare hat. Folge: Waehrenddem sich Simon, den Brechreiz unterdrueckend, darauf beschraenkte, das ganze zu filmen, reichte mir der Konsum eines einzigen Beins, um 2:1 in Fuehrung zu gehen. Fortsetzung folgt.

Unser Besuch von Angkor Wat beschraenkte sich auf einen einzelnen Tag. Man mag hier ueber Sinn und Unsinn geteilter Meinung sein, denn es gibt Leute die sich in dieser riesigen Tempelanlage eine ganze Woche vergnuegen koennen. Aber irgendwie sind die Gebaeude bei allem Grandeur und gigantischen Ausmass halt doch einfach aufgeschichtete Steinberge, welche zusaetzlich praktisch rund um die Uhr unangenehmerweise von gewaltigen Menschenmassen heimgesucht werden, und wir hatten bald einmal genug von keifenden Koreanerherden und schreienden Souvenirverkaeufern. Der Not folgend, entwickelten wir verschiedene Fluchtmanoever, um den allgegenwaertigen Haendlern und ihren T-Shirts, Buechern, Musikinstrumenten und Getraenken zu entkommen. Codewort "Geronimo" loeste z.B. das sofortige, sternfoermige Ausschwaermen jedes Mitglieds unserer Dreiergruppe aus, was den Gegner verwirrte und ploetzlich mit drei statt einem Opfer konfrontiert sah. Verteidigungsformation "Statue" beinhaltete das zur-Salzsaeule-Erstarren der Gruppenmitglieder, waehrend Uebung "Stevie Wonder" durch das Aufsetzen unserer dunklen Sonnenbrillen und Simulation einer Gruppe Sehbehinderter den Souvenirverkaeufern gruendlichst den Wind aus den Segeln nahm. Nimmt man dann noch unsere staendigen (und sehr erfolgreichen) Bemuehungen hinzu, uns auf moeglichst viele Koreaner- und Chinesengruppenbilder zu schmuggeln, kann man sicher verstehen, dass wir einen spassigen Tag hatten.

Interessant war auch der erstmalige Besuch in einem kambodschanischen Nachtclub. Beim Eintritt in das zappendustere Lokal wurden wir sofort von 4 aufgeregt schreienden Damen umringt, die versuchten, uns laminierte Werbeflyer der von ihnen vertretenen Biersorte moeglichst tief in Nasenloecher, Mund- und Augenhoehlen zu schieben. Sobald man dann eine der angebotenen Biersorten ausgewaehlt hatte, war der Spuk auch schon vorbei und die leer ausgegangenen Beerladies wandten sich einem anderen, noch trockengebliebenen Opfer zu.
Der allseits beliebte kambodschanische Disco-Tanzstil besteht im Uebrigen aus einem langsamen, im-Kreis-Vorwaertsschlurfen (nicht notwendigerweise im Rhythmus der Musik), wozu man leicht debil, aber nicht allzu schnell mit den Armen wedeln muss. Zu eruieren bleibt noch, woran die Tanzwuetigen erkennen, ob im Uhrzeiger- oder Gegenuhrzeigersinn geschlurft wird.
Slideshow Report as Spam

Use this image in your site

Copy and paste this html: