Halong Baywatch

Trip Start Oct 06, 2006
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46
Trip End Jul 15, 2007


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Flag of Vietnam  ,
Saturday, November 11, 2006

Ein Reislein ist wie eine typische Schweizer KMU: Jeder Beteiligte hat sein eigenes "Aufgaben-Gaertchen", das er eifersuechtig hegt und pflegt, auf dass das ganze Unternehmen laufe wie geschmiert. In den letzten Wochen hat es sich eingespielt, dass Teilnehmer Haldemann z.B. (aufgrund seiner Prioritaeten) zustaendig ist fuer die Versorgung mit ess- und trinkbarem Material sowie (wegen seiner physischen Eigenschaften) die Abwehr der diversen Schlepper und Bettler uebernommen hat. Teilnehmer Mueller seinerseits ist zustaendig fuer die groebere Reiseinfrastruktur wie Routenplanung und Unterkunftssuche. Es begab sich, dass wir abends spaet (und leicht angeknackst) nach unserem Flug aus Hue im Gewusel des Old Quarter von Hanoi eintrafen und auf die Idee kamen, einmal Rollen zu tauschen. Haldemann wetzte mit zuversichtlichem Grinsen von dannen, um uns eine Bleibe zu suchen - was ihm auch durchaus zuzutrauen war, da etwa 40% der Gebaeude in diesem Quartier Hotels sind. Mir schwante aber Boeses, als er nach einer Viertelstunde wieder im Spunten auftauchte und mir verschwoererisch zuraunte, ich solle mir doch noch etwas alkoholisches zufuehren, am besten etwas richtig Waehrschaftes, das mache das nun Folgende deutlich ertraeglicher. Ich moechte an dieser Stelle nicht weiter in die Details gehen - es sei bloss festgehalten, dass das einzige Selektionskriterium fuer das Etablissement zugegebenermassen das zugehoerige Haustier war (eine zweifellos anschmiegsame Katze), und dass wir fuerderhin mit leichtem Schaudern unser Hotelzimmer als "Das Loch" bezeichneten und selbiges baldmoeglichst am naechsten Morgen wieder verliessen.
Nach unserem mehrtaegigen Ausflug in die Halong Bay haben wir dann wieder Rollen getauscht und residieren jetzt in einem wunderschoenen, riesigen, blitzsauberen und mit Bambusmoebeln ausstaffierten Hotelzimmer (...dessen einziger, aber gewichtiger Nachteil uns erst frueh des Morgens richtig aufzufallen begann - man fuehre sich das Video zu Gemuete).

Im Hafen von Halong City beschlich uns dann erstmals das sogenannte (und verhasste) Schafherden-Gefuehl - Hundertschaften von verstoerten Touris werden hier von krampfhaft laechelnden einheimischen Fuehrern auf Dutzende von Schiffen getrieben (war da nicht der eine oder andere von denen mit einer Peitsche bewaffnet???) und in Richtung Halong Bay spediert. Erheiternder Hoehepunkt dieses Erlebnisses: In einer der Hoehlen, durch die wir wie Vieh geschleust wurden, versuchte sich Simmel auf eines der (bekanntermassen bis ins Detail inszenierten und gestellten) Gruppenbilder der Koreanerfraktion zu schmuggeln, was von einem gesetzten Angehoerign dieser Gruppe absolut nicht goutiert wurde - kurz bevor das Maennlein handgreiflich wurde, konnte ich, behindert durch mein krampfhaftes Kichern, den Ausloeser meiner eigenen Kamera betaetigen und somit unserem Moechtegern-Koreaner die ueberfaellige Flucht ermoeglichen...
Die absolut ueberwaeltigende Schoenheit der Halong Bay entschaedigte uns aber fuer jegliche erlittene Strapatzen und versoehnte uns wieder mit uns, Vietnam und der Welt.

Zur Vertiefung unserer Eindruecke charterten wir am naechsten Tag ein Boot, um auf eigene Faust nochmals die wilde Schoenheit dieses Weltkultur-Erbes zu erkunden. Der Kapitaen des Gefaehrtes war ein ernst dreinblickender Einheimischer, der kein Wort Englisch sprach. In einem Versuch, die Sprachbarriere zu ueberbruecken und die Atmosphaere etwas zu lockern, pfropften wir ihm die Kopfhoerer des mitgebrachten mp3-Players in die Seefahrerohren und konfrontierten ihn mit Schweizer Punkrock (Marke "QL"). Die Reaktion des so Beglueckten (siehe Video) veranlasste uns, ernsthaft an unserer sicheren Rueckkehr in den Hafen zu zweifeln und vorsichtshalber unsere Schwimmwesten griffbereit zu legen.
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