Lebensgeist auf Laotisch
Trip Start
Jul 11, 2009
1
50
63
Trip End
Ongoing
Laotischer Lebensgeist
Um halb acht, bei herrlich kühlen Temperaturen marschiere ich mit dem Ziel Frühstück los. An meine Hüften wippt die Nikon im gelben Umhängebeutel.
Vom fernen Vat klingt ein laotischer Singsang durch Lautsprecher her, die Straße wimmelt schon von Mopedfahrern, TukTuks und Pickups. Achtung Rechtsverkehr! Das Überqueren gestaltet sich immer noch Lustig! Aber die Autolenker sitzten wenigstens auf der rechten Seite. Hell wurde es heute zwischen sechs und sieben, nun kriecht die Sonne langsam an den Taghimmel und löst den sichtbargewodenen Atem auf. Die Mopedfahrer hüllen sich großteils in Winterjacken, aber alle tragen offene Schuhe. Ich auch. Eigentlich sollte ich einen Kilometerzähler einbauen lassen. Weit hinter der Brücke, nach dem großflächigen Markt, auf dem Hygieneprodukte, Schuhe, Chinakleider und Früchte verkauft werden, (habe für euch die Tamarins fotografiert-meine Lieblingsfrucht) zeigt die Stadt ein anderes Bild. Hier sollen die Arbeiterunterkünfte der Chinesen (Yunnanesen) sein. Am Rand des Weges hocken zahlreiche dunkle Gesichter und gucken in den Tag, Grüppchen palavern miteinander, an der Ecke stehen Männer in Uniform. Sabaidee! Auf der anderen Seite der Straße beginnt plötzlich eine Diskussion. Fotoapparat, bist du bereit? Ich schieße Fötis, die kleine Verkäuferin, die einen geflochtenen Hut trägt, schwänzelt neugierig um mich her. Ich mag nicht grad jedem Wildfremden meine Fotos zeigen, denke ich mir, gehe ein Stück und sehe die nächste Verkäuferin, lachend, auch zum anderen Straßenteil rüberblicken. Es geht um 2 Hühner. Der Preis ist wohl unverschämt hoch. Auf ein spontanes Gefühl hin, halte ich ihr die Kamera hin, und wir lachen zusammen, da kommt flugs die erstere Verkäuferin angerannt und drängt sich an die Glasscheibe. “Oo, Aaa” Ja, bin auch zufrieden mit dem Ergebnis.
Was wohl die Einheimischen zum Frühstück essen? Kein Toast jedenfalls. Ob ich nicht mal laotisches Morgenessen probieren sollte? Gesagt getan. In einer Garküche, irgendwo im Vorstadtgebiet sitze ich bei Nudelsuppe mit Fleisch und einem Berg Kräutern und Salatblättern. Ich löffle Suppe und balanciere die meterlangen Nudeln mit den Chopsticks in den Mund, von den Blättern pflücke ich einige ab. Eigentlich schmeisst man die alle in die Suppe und mixt kräftig, bevor man anfängt zu löffeln, sehe ich nun bei einem Mitlöffler. Als ich nach erfolgreichen Leeren der Suppenschüssel eine rote Nespressotasse auf dem Tisch erspähe, kann ich meinen europäischen Geschmackssinn kaum zügeln und frage scheu nach Kaffee. Coffee (auf englisch ausgesprochen, verstehen sie nicht. Probier ichs mit der guten alten Mundart: Kaffeeeee? Des klappt. Jetzt red i blös no Vorarlbergerisch!” Die Tochter rennt schnell ins Haus und kommt mit dem herrlichsten Gebräu, das in der Tat wie Nespresso schmeckt, zurück. Ich müsste aufs Klo, aber das hatte ich schon mal gemacht. Am ersten Abend, bestellte ich in einem Restaurant in dem ziemlich viele Europäer saßen und ging dann nichtsahnend, bevor das Essen kam, auf die Toilette. Tja, das stille Örtchen war nicht so ruhig, denn es befand sich in der Küche, genau neben dem Herd, wo die junge Frau in Gummistiefeln grade mein Essen herrichtete. Dann liefen auf bloßer Erde noch einige Kätzchen herum, die von Flöhen schon fast aufgefressen waren. Dass das sonst recht verbreitete Hand-Waschbecken fehlte, scheint mir fast bedeutungslos. Essen gut, alles gut.
Am nächsten Abend wanderte ich ein Stück weiter, dahin wo nur Laoten aßen. War vorzüüüüühhhhhggggglisch, das Gespräch mit dem netten Laoten und dessen Freundin, einer Sekundarlehrerin, eröffnete, warum jeder hier, immer, angebotete Nahrungsmittel annimmt; die Geste heißt: Make yourself at home! Und Höflichkeit erfordert zugreifen. Und das Klo war übrigens auch sauber.
Genug Hygiene, nochmal zum Fotografieren. Oudomxai soll, wie mein Reiseführer sagt, bekannt für die neonfarbenen Süßigkeiten sein. Übrigens, habe ich schon erwähnt, dass der liebe Stefan Loose Reiseführer manchmal etwas überholt ist? Ich werfe ihn demnächst in den Mekong.
Kaufe ich mir auch so ein Schlabber, guckt echt witzig aus (Foto) und drücke spontan dem Wachmann, der vor dem Marktkaufhaus steht, meine Kamera in die Hand. Er guckt hilflos zurück. Ich zeige ihm Auslöser und Sucher und nicke ihm aufmunternd zu: “Des kaaascht du scho! Wirscht sehea!” Er macht ein wundervolles Foto und wir sind alle begeistert beim gemeinsamen Betrachten.
Um halb acht, bei herrlich kühlen Temperaturen marschiere ich mit dem Ziel Frühstück los. An meine Hüften wippt die Nikon im gelben Umhängebeutel.
Vom fernen Vat klingt ein laotischer Singsang durch Lautsprecher her, die Straße wimmelt schon von Mopedfahrern, TukTuks und Pickups. Achtung Rechtsverkehr! Das Überqueren gestaltet sich immer noch Lustig! Aber die Autolenker sitzten wenigstens auf der rechten Seite. Hell wurde es heute zwischen sechs und sieben, nun kriecht die Sonne langsam an den Taghimmel und löst den sichtbargewodenen Atem auf. Die Mopedfahrer hüllen sich großteils in Winterjacken, aber alle tragen offene Schuhe. Ich auch. Eigentlich sollte ich einen Kilometerzähler einbauen lassen. Weit hinter der Brücke, nach dem großflächigen Markt, auf dem Hygieneprodukte, Schuhe, Chinakleider und Früchte verkauft werden, (habe für euch die Tamarins fotografiert-meine Lieblingsfrucht) zeigt die Stadt ein anderes Bild. Hier sollen die Arbeiterunterkünfte der Chinesen (Yunnanesen) sein. Am Rand des Weges hocken zahlreiche dunkle Gesichter und gucken in den Tag, Grüppchen palavern miteinander, an der Ecke stehen Männer in Uniform. Sabaidee! Auf der anderen Seite der Straße beginnt plötzlich eine Diskussion. Fotoapparat, bist du bereit? Ich schieße Fötis, die kleine Verkäuferin, die einen geflochtenen Hut trägt, schwänzelt neugierig um mich her. Ich mag nicht grad jedem Wildfremden meine Fotos zeigen, denke ich mir, gehe ein Stück und sehe die nächste Verkäuferin, lachend, auch zum anderen Straßenteil rüberblicken. Es geht um 2 Hühner. Der Preis ist wohl unverschämt hoch. Auf ein spontanes Gefühl hin, halte ich ihr die Kamera hin, und wir lachen zusammen, da kommt flugs die erstere Verkäuferin angerannt und drängt sich an die Glasscheibe. “Oo, Aaa” Ja, bin auch zufrieden mit dem Ergebnis.
Was wohl die Einheimischen zum Frühstück essen? Kein Toast jedenfalls. Ob ich nicht mal laotisches Morgenessen probieren sollte? Gesagt getan. In einer Garküche, irgendwo im Vorstadtgebiet sitze ich bei Nudelsuppe mit Fleisch und einem Berg Kräutern und Salatblättern. Ich löffle Suppe und balanciere die meterlangen Nudeln mit den Chopsticks in den Mund, von den Blättern pflücke ich einige ab. Eigentlich schmeisst man die alle in die Suppe und mixt kräftig, bevor man anfängt zu löffeln, sehe ich nun bei einem Mitlöffler. Als ich nach erfolgreichen Leeren der Suppenschüssel eine rote Nespressotasse auf dem Tisch erspähe, kann ich meinen europäischen Geschmackssinn kaum zügeln und frage scheu nach Kaffee. Coffee (auf englisch ausgesprochen, verstehen sie nicht. Probier ichs mit der guten alten Mundart: Kaffeeeee? Des klappt. Jetzt red i blös no Vorarlbergerisch!” Die Tochter rennt schnell ins Haus und kommt mit dem herrlichsten Gebräu, das in der Tat wie Nespresso schmeckt, zurück. Ich müsste aufs Klo, aber das hatte ich schon mal gemacht. Am ersten Abend, bestellte ich in einem Restaurant in dem ziemlich viele Europäer saßen und ging dann nichtsahnend, bevor das Essen kam, auf die Toilette. Tja, das stille Örtchen war nicht so ruhig, denn es befand sich in der Küche, genau neben dem Herd, wo die junge Frau in Gummistiefeln grade mein Essen herrichtete. Dann liefen auf bloßer Erde noch einige Kätzchen herum, die von Flöhen schon fast aufgefressen waren. Dass das sonst recht verbreitete Hand-Waschbecken fehlte, scheint mir fast bedeutungslos. Essen gut, alles gut.
Am nächsten Abend wanderte ich ein Stück weiter, dahin wo nur Laoten aßen. War vorzüüüüühhhhhggggglisch, das Gespräch mit dem netten Laoten und dessen Freundin, einer Sekundarlehrerin, eröffnete, warum jeder hier, immer, angebotete Nahrungsmittel annimmt; die Geste heißt: Make yourself at home! Und Höflichkeit erfordert zugreifen. Und das Klo war übrigens auch sauber.
Genug Hygiene, nochmal zum Fotografieren. Oudomxai soll, wie mein Reiseführer sagt, bekannt für die neonfarbenen Süßigkeiten sein. Übrigens, habe ich schon erwähnt, dass der liebe Stefan Loose Reiseführer manchmal etwas überholt ist? Ich werfe ihn demnächst in den Mekong.
Kaufe ich mir auch so ein Schlabber, guckt echt witzig aus (Foto) und drücke spontan dem Wachmann, der vor dem Marktkaufhaus steht, meine Kamera in die Hand. Er guckt hilflos zurück. Ich zeige ihm Auslöser und Sucher und nicke ihm aufmunternd zu: “Des kaaascht du scho! Wirscht sehea!” Er macht ein wundervolles Foto und wir sind alle begeistert beim gemeinsamen Betrachten.


