Litang - "Der wilde Westen"
Trip Start
Feb 15, 2008
1
7
17
Trip End
Ongoing
Die ersten Sonnenstrahlen tauchen den Huegel in warmes Licht. Ein eisiger Wind weht eber die weite Ebene und regt Gebetsfahnen zum Flattern an. Auszer dem Flattern der Gebetsfahnen ist nur das Gebet eines Moenches zu hoeren, der am Hang des Huegels sitzt und laut Mantras singt. Ab und zu wirft er Reis.
Die ersten Geier kreisen bereits erwartungsvoll ueber ihm.
Nach etwa einer Stunde erhebt sich der Moench und verlaesst den Huegel.
Weitere Geier kommen herbei, sie kreisen oder setzten sich nieder.
Ein Pflock wird in die gefrorene Erde getrieben. Ein Leichnam wird heran getragen und mit einem Schal am Pflock befestigt.
Der Moench kehrt zrueck, in in abwaschbare Kleidung gehuellt. In seinen Haenden haelt er ein Messer und eine Axt. Er setzt sich neben den leblosen Koerper, schaerft das Messer und betet.
Nun steht er auf, entfernt die Kleidung der Leiche und beginnt mit seiner Arbeit...
Seine geschaerfte Klinge schneidet durch das leblose Fleisch. Der Moench schneidet es in grosze Stuecke, trennt es vom Knochen.
Das Kraechzen der Geier wird lauter.
Der Moench erhebt sich, tritt einige Schritte zurueck.
Die Geier stuerzen nieder, rennen herbei, die Leiche wird zerfetzt, in Stuecke gerissen.
Nach einiger Zeit bleibt lediglich ein blutiges Skelett ueber.
Der Moench tritt heran, dieses Mal mit einer Axt. Er beginnt die Knochen zu zetruemmern und mit Tsampa (einer Art Mehl) zu vermischen. Als letztes zerschlaegt er den Schaedel, mischt Knochen und Hirn mit Tsampa.
Er erhebt sich ein letztes Mal.
Die Geier stuerzen herbei. Alles was uebrig bleiben wird, sind ein paar Knochensplitter...
Dies ist die Himmelsbestattung.
Diese konnte ich vor wenigen Tagen in Litang beobachten. Ich wusste bereits, was mich dort erwarten wird, bin jedoch nur aus Interesse am religioesen/spirituellen Ablauf dort hin gegangen. Dieser war weniger weit ausgepraegt, als ich es erwartet haette.
Im (tibetischen) Buddhismus wird der Koerper nur als Huelle der Seele betrachtet, die nach dem Tod den Koerper verlaesst. Folglich ist der Koerper wertlos und wird nun ultimativ dem Kreislauf des Lebens beigefuehrt.
Dieses Ritual wird nur noch in entlegenen Regionen durchgefuehrt.
Abgesehen von, fuer uns brutal erscheinenden, Ritaulen, habe ich unwahrscheinlich schoene Tage verbracht.
Die Doerfer, in denen ich mich aufgehalten habe, sind nahezu ausschliezlich von Tibetern bewohnt.
Diese sind die gastfreundlichsten und herzlichsten Menschen, die mit je begegnet sind. Ich wurde zwei mal zum Essen in Haeuser eingeladen und trotz nicht vorhandener Kommunikationsmoeglichkeiten haben diese Leute versucht meinen Aufhenthalt so angenehm, wie nur moeglich zu gestalten. In den Wohnraeumen haengen Bilder des Dalai Lamas. Dies zeigt eindeutig den Unterschied zu Tibet. In der tibetischen Provinz landen die Lete dafuer im Knast. Hier kuemmert sich niemand darum. Die Regierung interessiert lediglich, was in Tibet passiert.
Trotz ihrer offensichtlichen Armut teilen diese Menschen mit einem Gast (mir) nahezu alles, was sie an Essen und Trinken besitzen. Mir wurde dermaszen viel Essen gereicht und der Yakbuttertee wurde so oft nachgefuellt, dass ich kurz davir war mich in den Wohnraum zu uebergeben.
Fast jeder im Ort grueszte mich mit einem freundlichen "Tashi Dele" (Hallo), winkt mir oder versucht irgendwie mit mir in Kontakt zu kommen.
Habe mich oft einfach nur vor einen Tempel oder an den Straszenrand gesetzt und die Leute beobachtet. Es hat nie mehr als fuenf Minuten gedauert, bis die ersten Leute sich zu mir gesetzt haben.
Andere haben mir gezeigt, wie es genau ablaeuft, wenn man ein Choerten (Stupa) umrundet.
- Fast jeder versuchte mich auf irgendeine Art und Weise an der Kultur teilhaben zu lassen.
Abends wurde dann mit Moenchen Mah Jong gespielt oder mit einem Polizisten ordentlich viel Bier getrunken.
Dieser wollte mal mit einem Deutschen, ich war der erste, den je er getroffen hat, Bier trinken, bzw diesen unter den Tisch trinken. Er hat sich den Falschen ausgesucht. =)
Die Maenner hier fahren auf mit bunten Beandern, Decken und Teppichen geschmueckten Motorraedern durch den Ort, als wuerden sie auf ihrem besten Pferd reiten. (Der Lauttsprecher, aus dem lauter Techno droehnt, darf natuerlich nicht fehlen).
Als waere das alles nicht schon beeindruckend genug gewesen gab es natuerlich noch die atemeberaubende Landschaft, durch die ich gefahren bin: Von huegeliger Hochebene mit kleinen Doerfern und Nomaden, bis zu 7500m hohe Berge. (Einige der Strazen und und fast 5000m hohen Paesse kamen der Qualitaet kambodschanischer "Straszen" relativ naher und brauchen den Vergleich mit ihnen in keinster Weise zu scheuen...)
Diese Menschen haben mich unheimlich beruehrt, mit ihrer Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit.
Ich glaube, dass ich sehr viel von diesen Menschen lernen kann und konnte.
In drei Tagen geht es dann ab nach Lhasa, ins "eigentliche" Tibet. Ich befuerchte, dass dort weniger tibetische Kultur zu sehen sein wird, als dort, wo ich war: Wegen der Regierung, sowie dem Tourismus.
Die ersten Geier kreisen bereits erwartungsvoll ueber ihm.
Nach etwa einer Stunde erhebt sich der Moench und verlaesst den Huegel.
Weitere Geier kommen herbei, sie kreisen oder setzten sich nieder.
Ein Pflock wird in die gefrorene Erde getrieben. Ein Leichnam wird heran getragen und mit einem Schal am Pflock befestigt.
Der Moench kehrt zrueck, in in abwaschbare Kleidung gehuellt. In seinen Haenden haelt er ein Messer und eine Axt. Er setzt sich neben den leblosen Koerper, schaerft das Messer und betet.
Nun steht er auf, entfernt die Kleidung der Leiche und beginnt mit seiner Arbeit...
Seine geschaerfte Klinge schneidet durch das leblose Fleisch. Der Moench schneidet es in grosze Stuecke, trennt es vom Knochen.
Das Kraechzen der Geier wird lauter.
Der Moench erhebt sich, tritt einige Schritte zurueck.
Die Geier stuerzen nieder, rennen herbei, die Leiche wird zerfetzt, in Stuecke gerissen.
Nach einiger Zeit bleibt lediglich ein blutiges Skelett ueber.
Der Moench tritt heran, dieses Mal mit einer Axt. Er beginnt die Knochen zu zetruemmern und mit Tsampa (einer Art Mehl) zu vermischen. Als letztes zerschlaegt er den Schaedel, mischt Knochen und Hirn mit Tsampa.
Er erhebt sich ein letztes Mal.
Die Geier stuerzen herbei. Alles was uebrig bleiben wird, sind ein paar Knochensplitter...
Dies ist die Himmelsbestattung.
Diese konnte ich vor wenigen Tagen in Litang beobachten. Ich wusste bereits, was mich dort erwarten wird, bin jedoch nur aus Interesse am religioesen/spirituellen Ablauf dort hin gegangen. Dieser war weniger weit ausgepraegt, als ich es erwartet haette.
Im (tibetischen) Buddhismus wird der Koerper nur als Huelle der Seele betrachtet, die nach dem Tod den Koerper verlaesst. Folglich ist der Koerper wertlos und wird nun ultimativ dem Kreislauf des Lebens beigefuehrt.
Dieses Ritual wird nur noch in entlegenen Regionen durchgefuehrt.
Abgesehen von, fuer uns brutal erscheinenden, Ritaulen, habe ich unwahrscheinlich schoene Tage verbracht.
Die Doerfer, in denen ich mich aufgehalten habe, sind nahezu ausschliezlich von Tibetern bewohnt.
Diese sind die gastfreundlichsten und herzlichsten Menschen, die mit je begegnet sind. Ich wurde zwei mal zum Essen in Haeuser eingeladen und trotz nicht vorhandener Kommunikationsmoeglichkeiten haben diese Leute versucht meinen Aufhenthalt so angenehm, wie nur moeglich zu gestalten. In den Wohnraeumen haengen Bilder des Dalai Lamas. Dies zeigt eindeutig den Unterschied zu Tibet. In der tibetischen Provinz landen die Lete dafuer im Knast. Hier kuemmert sich niemand darum. Die Regierung interessiert lediglich, was in Tibet passiert.
Trotz ihrer offensichtlichen Armut teilen diese Menschen mit einem Gast (mir) nahezu alles, was sie an Essen und Trinken besitzen. Mir wurde dermaszen viel Essen gereicht und der Yakbuttertee wurde so oft nachgefuellt, dass ich kurz davir war mich in den Wohnraum zu uebergeben.
Fast jeder im Ort grueszte mich mit einem freundlichen "Tashi Dele" (Hallo), winkt mir oder versucht irgendwie mit mir in Kontakt zu kommen.
Habe mich oft einfach nur vor einen Tempel oder an den Straszenrand gesetzt und die Leute beobachtet. Es hat nie mehr als fuenf Minuten gedauert, bis die ersten Leute sich zu mir gesetzt haben.
Andere haben mir gezeigt, wie es genau ablaeuft, wenn man ein Choerten (Stupa) umrundet.
- Fast jeder versuchte mich auf irgendeine Art und Weise an der Kultur teilhaben zu lassen.
Abends wurde dann mit Moenchen Mah Jong gespielt oder mit einem Polizisten ordentlich viel Bier getrunken.
Dieser wollte mal mit einem Deutschen, ich war der erste, den je er getroffen hat, Bier trinken, bzw diesen unter den Tisch trinken. Er hat sich den Falschen ausgesucht. =)
Die Maenner hier fahren auf mit bunten Beandern, Decken und Teppichen geschmueckten Motorraedern durch den Ort, als wuerden sie auf ihrem besten Pferd reiten. (Der Lauttsprecher, aus dem lauter Techno droehnt, darf natuerlich nicht fehlen).
Als waere das alles nicht schon beeindruckend genug gewesen gab es natuerlich noch die atemeberaubende Landschaft, durch die ich gefahren bin: Von huegeliger Hochebene mit kleinen Doerfern und Nomaden, bis zu 7500m hohe Berge. (Einige der Strazen und und fast 5000m hohen Paesse kamen der Qualitaet kambodschanischer "Straszen" relativ naher und brauchen den Vergleich mit ihnen in keinster Weise zu scheuen...)
Diese Menschen haben mich unheimlich beruehrt, mit ihrer Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit.
Ich glaube, dass ich sehr viel von diesen Menschen lernen kann und konnte.
In drei Tagen geht es dann ab nach Lhasa, ins "eigentliche" Tibet. Ich befuerchte, dass dort weniger tibetische Kultur zu sehen sein wird, als dort, wo ich war: Wegen der Regierung, sowie dem Tourismus.

