Jede Menge Kirchen

Trip Start Jan 19, 2013
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Trip End Mar 15, 2013


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Where I stayed
Hostal El Patio Lima
Read my review - 5/5 stars
What I did
Lima Downtown

Flag of Peru  ,
Tuesday, March 12, 2013

Der Tag begann damit, dass um 3:19 mein deutsches Telefon geklingelt hat, weil mein Chiropraktor nächste Woche Probleme mit dem bereits vereinbarten Termin hat. Da ich nicht sehr gesprächig war, haben wir das Fortsetzen des Telefonates auf Montag verschoben...;o)

Und dann war der Tagesbeginn sehr schwierig. Ich finde es manchmal sehr anstrengend, jeden Tag entscheiden zu müssen, was ich damit anfangen will. Das hört sich vielleicht etwas seltsam an, aber wenn man zuhause ist, kann man auch mal einen Tag einfach nichts machen. Das geht auf Reisen einfach nicht...
Also habe ich mit mir gerungen, was ich heute, was ich morgen und was ich übermorgen hier noch ansehen möchte.

Nach vielem Hin und Her habe ich mich dazu entschieden, mir heute die Innenstadt von Lima anzusehen und morgen eine Bootstour zu machen. Übermorgen schlendere ich dann einfach hier ein wenig auf und ab und muss ja dann gegen 16:00 das Taxi besteigen, das mich zum Flughafen bringt. Wenn diese Entscheidungen erst einmal getroffen sind, dann geht es mir immer gleich wieder viel besser.

Also habe ich am Frontdesk ein Taxi ordern lassen, was mich in die Innenstadt gebracht hat. Hier in Lima sind das immer alles ungeheure Entfernungen. Mal eben in die Innenstadt bedeutet eine halbe Stunden mit dem Taxi und 20 Soles (ich glaube, das sind so um und bei 7 EUR).
Der Taxifahrer hat mich am Plaza Mayor (oder auch Plaza de Armas) um 11:55 heraus gelassen und um 12:00 startet der Wachwechsel am Gouverneurs-Palast. So war ich denn genau pünktlich dort, um mir das anzusehen. Das ganze Spektakel dauert ungefährt 15 Minuten. Es spielt eine Militärkapelle verschiedene Lieder, die meisten kannte ich irgendwie... Allerdings waren mir die Namen der Lieder bis auf "El Condor pasa" natürlich unbekannt.
Die Herren Wachhabende schreiten dazu mit schwungvollem Bein (hoch bis auf Hüfthöhe) über den ganzen Platz. Das ist eine ernste Angelegenheit, aber lustig anzusehen ;o)

Danach habe ich mir als erstes den Palast vom Erzbischof angesehen. Das kostet Eintritt und beherbergt viele katholische Kunstwerke. Aber auch die alten Räume und Möbel der verschiedenen Erzbischöfe, die hier residiert haben. Das tollste daran ist allerdings das wunderschön gestaltete Gebäude. Mit einer Freitreppe innen mit Marmorstufen und Holzgeländer, die direkt auf einen Altar aus Gold hinführt. Das ganze in einem in Gelb gehaltenen Gebäude. Wunderschön.

Dann ging es direkt nebenan in die Kathedrale. Dort gibt es das Grab von Francisco Pizarro zu bestaunen und ganz viele riesige und aufwändig gestaltete, sehr schöne Seitenaltäre.

Anschließend war ich dann erst einmal Kaffee trinken und eine Empanada essen (welch Überraschung...;o)). Was die hier in Peru und auch schon auf der Osterinsel überall anbieten sind frisch gepresste Fruchtsäfte. Ich hatte dieses Mal eine Kombination aus Banane, Papaya und Maracuja. Die sind total lecker und ich überlege, ob ich mir in Hamburg einen Mixer anschaffen soll, um mir selbst solche Säfte zu machen, wenn wir auch nicht so frisches Obst haben, wie die Peruaner.

Weiter ging es zum Museum der Inquisition. Dort wollte ich erst alleine durchspazieren, habe aber schnell gemerkt, das mir das nichts bringt und habe dann eine Einzelführung bekommen, weil niemand sonst da war, der eine Führung auf englisch haben wollte. Die Dame hat mir dann alle Möglichen Sachen erklärt und so war es deutlich interessanter.

Wieder draußen bin ich auf einer viel befahrenen Hauptstraße gelandet. Hier gibt es einfach zu viele Menschen und zu viele Autos. Die Bürgersteige quellen über und die Straßen ebenfalls. Unglaublich, das das so überhaupt funktioniert.
Auf der Hauptstraße halten ein Combi (das sind Minibusse) nach dem anderen. Sie stehen in einer Schlange hintereinander und wenn der erste Bus weiterfährt rücken alle anderen nach. Bei jedem Stoppen springt der "Copilot" mit einem Schild, auf dem das Ziel der Reise steht, aus dem Bus und brüllt das auch in die Menge. Und unaufhörlich rollen die Busse weiter vor. Wie man da überhaupt einsteigen kann, ist mir ein Rätsel. Der Bürgersteig an dieser Bushaltestelle war zusätzlich von Obstverkäufern (geschälte Ananas, geschälte Melonen, Guaven), Leuten, die Perlhuhneier verkaufen (die werden geschält und dann gekocht) und jeder Menge anderer Verkäufer (Wasser etc.) bevölkert. So kann man sich das Treiben nicht in Ruhe anschauen, weil man immer irgendwie im Weg steht. Das nervt mich dann immer ziemlich schnell, aber leider habe ich keinen Platz ausfindig gemacht, an dem ich mir das Treiben hätte in Ruhe noch ein paar Minuten anschauen können.

Den Rest des Nachmittags habe ich dann damit zugebracht mir noch insgesamt 5 weitere Kirchen anzusehen. Allesamt riesig und teilweise überladen mit Inventar.
Da Raul mir gesagt hatte, dass es ab 17:00 in der Innenstadt gefährlich wird, habe ich um 16:40 ein Taxi zurück genommen. Es gibt direkt am Plaza de Armas eine Taxistelle für die gelben Taxis und so war das Finden eines regulären Taxis kein Problem.
Hier heißen die Straßen übrigens nicht immer so, wie im Stadtplan angegeben. Manchmal steht an den Häuserecken ein anderer Name. Ich habe erst nachmittags irgendwann bemerkt, dass oftmals auf den Hausnummer auch der (richtige) Straßenname mit draufsteht. Und manchmal ist der Sprachgebrauch anders, als der (richtige) Name der Straße oder des Platzes. Z.B. heißt der Plaza Mayor (Kartenname) bei den Leuten Plaza de Armas. Das macht es den Touristen nicht eben leichter...;o)

Der Taxifahrer wollte sich gerne mit mir unterhalten und hat mit den Standardfragen "Woher kommst Du" etc. angefangen. Die verstehe ich inzwischen und kann sie auch beantworten (obwohl hier in Lima wieder ein völlig anderes Spanisch gesprochen wird, als in Chile). Als es dann allerdings an die Frage nach den Kindern und wieso ich denn keine habe, wo ich doch so hübsch wäre... ging, da hörten meine Sprachkenntnisse abrupt auf ;o) Das muss ich nun mit einem peruanischen Taxifahrer nicht unbedingt diskutieren...
Ansonsten hat er mich auf alles aufmerksam gemacht, und am Ende gefragt, ob ich einen Führerschein hätte und was für ein Auto ich fahre. Man sieht also, die Peruaner sind sehr interessiert (und vergessen es wahrscheinlich sofort alles wieder...).

Die Polizei ist hier übrigens auch sehr präsent. Auch hier fahren Wasserwerfer in der Innenstadt. DAs sind uralte Mercedes-Wasserwerfer mit goldenen Wasserwerfern auf dem Dach. Das sieht irgendwie schon fast wieder skurril aus.
An jeder Ecke steht Militär und Polizei.
Außerdem wird der Verkehr zu Stoßzeiten von Hilfspolizisten geleitet, die einen auffordern bei Grün schnell über die Kreuzung zu fahren und manchmal die Grünphase "verlängern", in dem man einfach weiter fahren darf, auch wenn die Ampel rot zeigt.
Und zu guter Letzte gibt es auch noch Hilfspolizisten (jede Menge!), die mit Autos oder Motorrollern mit Blaulicht durch die Stadt fahren. Die fallen vorallem hier in Miraflores besonders auf. Raul hat mir erklärt, dass die dafür da sind sofort die Polizei zu verständigen, wenn sie irgendwo etwas verdächtiges bemerken.

Um 19:45h hat Raul mich dann zum Essen abgeholt. Wir waren in einem Restaurant "Tanta" (das heißt Brot) und es war echt lecker. Raul hat ein paar echt peruanische Speisen empfohlen und die haben wir dann auch genommen. Er hat verschiedene Vorspeisen bestellt, die wiederum verschiedene Kleinigkeiten enthalten und wir haben das geteilt. Ob man das immer so macht, weiß ich allerdings nicht. Wir haben das heute so gemacht und es sah so aus, als wäre das normal.

Und hier nun die Speisenfolge: ;o)
Causas - das sind kleine Kartoffelhäppchen, die mit verschiedenen anderen Dingen, wie Krebsfleisch oder Huhn belegt sind. Raul hat erzählt, dass es in Peru über 1000 verschiedene Kartoffelsorten gibt...
Yuquitas - Maniokwurzel. Die war fritiert und wurde mit zwei verschiedenen Saucen serviert.
Loma Saltado - Das ist Rind in Blätterteig. Ungefähr so groß wie eine Frühlingsrolle (die kleinen).
Anitcucho - das ist ein Spieß mit gebratenem Rinderherz.
Dazu gab es einen Fruchtsaft aus Chirimoya (was auch immer das für eine Frucht ist ;o)

Wir haben uns über alles Mögliche unterhalten. Über den unglaublichen Verkehr hier und wie das mit den Bussen, den Combis, funktioniert.
Über unsere jeweiligen ökonomischen Verhältnisse etc.pp.
Es war ein kurzweiliger Abend und hat mir viel Freude gemacht.

Zum Abschluss ist Raul nochmal an der Küste entlang gefahren, damit ich mal einen Blick bei Nacht auf die Lichter werfen kann. Dabei ist mir ein riesiges beleuchtetes Kreuz auf einem Hügel aufgefallen, der etwas in die Bucht ragt. Dieses Kreuz gibt es aufgrund der Terroristen in den 80er-Jahren (ich glaube, er hat 80er gesagt..). Auf jeden Fall hat damals der "Leuchtende Pfad" sehr viele Menschen umgebracht (65.000) und jede Menge Hochspannungsmasten gesprengt, so dass Lima teilweise 2-3mal die Woche ohne Strom war. Und aus diesen gesprengten Strommasten haben sie nachdem diese Phase ausgestanden war, dieses riesige Kreuz gebaut und weithin sichtbar aufgestellt.

Wir haben "vereinbart", dass Raul nun doch mal nach Deutschland kommen muss. Ich glaube, es würde ihm gut tun, das echte Deutschland mal zu sehen. Er hat irgendwie eine etwas verklärte Sicht auf unser Land. Deutschland ist sein Traumland... Na ja, sollte er irgendwann mal kommen, wollen wir uns treffen. Das wäre tatsächlich schön. Mal sehen, ob wir es schaffen, den Kontakt ein wenig zu halten. 



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Comments

Natalja on

Jetzt hab ich Hunger!

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