Insteltour über die Osterinsel

Trip Start Jan 19, 2013
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Trip End Ongoing


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Where I stayed
Chez Steve Residencia Kyle Mio Hanga Roa
Read my review - 5/5 stars
What I did
Moai, Moai, Moai

Flag of Chile  , Easter Island,
Thursday, March 7, 2013

Der Tag begann mit einem wunderbaren Frühstück. Während der Nacht hatte es angefangen zu regnen und der Regen hat mich einige Male geweckt. Hier ist ein Wellblechdach auf dem Dach (wo auch sonst…) und da prasselt es doch ordentlich drauf.

Leider hatte der Regen bis morgens nicht aufgehört und so hatte ich eigentlich schon fast damit gerechnet, dass die Tour um die Insel, die für heute angesagt war, vielleicht nicht stattfinden würde. Tat sie aber doch.

Nachdem das Frühstück mit Omelett, Brötchen und Bananenkuchen beendet war, hatte ich noch eine halbe Stunde Zeit und siehe da, das Internet war in Funktion. So habe ich die Zeit schnell genutzt, um den Blog fertig zu stellen (ich hatte den Text gestern Abend bereits in Word getippt – was ich jetzt für diesen Eintrag ebenfalls tue) und mal schnell die Mails zu checken. So habe ich die Mail von Sabine mit dem Restaurant-Tipp gleich geöffnet und mir die Informationen rauskopiert. Allerdings gehen wir heute Abend alle aus dem Hostel (sind nur 5 Leute, das Hostel hat nur 3 Zimmer) zusammen in ein Lokal, was die Wirtsleute uns empfohlen haben. Auch mit Ceviche (das ist roher Fisch und soll sehr lecker sein). Mal sehen…

Aber vorher erst einmal zur Insel-Tour.

Ich hatte meinen eigenen Guide, weil ich die einzige bin, die kein französisch spricht. So hat mich die Tochter von Steve, Noelani (18 Jahre alt) den ganzen Tag betreut, weil sie englisch spricht.

Steve hat eine Rape Nui zur Frau und die beiden waren der Meinung, dass ihre Kinder beide Kulturen leben lernen sollten. So waren sie bis vor einigen Jahren in Frankreich und jetzt leben sie hier. Und das Konzept geht auf, denn Noalani ist beim diesjährigen Tata Ti, dem großen Fest der Einheimischen, bei dem sie ihre Kultur pflegen, Siegerin im traditionellen Tanz geworden und sie tanzt auch sonst in einer Gruppe für traditionellen Tanz mit. Außerdem spricht sie bei jeder Erklärung von wir, meine Vorfahren… etc. pp.

Die Rapa Nui sind von Pinochet damals von allen Steuern befreit worden, er hat ihnen freie Krankenversorgung und freie Schule sowie freies Studium (inkl. Essen) in Chile gegeben. Außerdem dürfen sie jedem chilenischen Gesetz zustimmen oder es ablehnen. Das macht sie ein bisschen verwöhnt, jetzt wollen sie, dass Chile ihren Müll kostenfrei entsorgt und sich für lau um die Straßen etc. kümmert. Außerdem scheint die Arbeitsmoral nicht besonders gut zu sein. Kevin Costner hat wohl damals mit seinem Film zu viel Geld hier gelassen. So habe sie alle Geld genug und gehen nur zur Arbeit, wenn sie wollen… So wurde es mir heute berichtet…

Der Erwerb von Häusern, Grundstücken etc. ist nur für Rapa Nui erlaubt. Steve gehört z.B. nichts hier. Wenn seine Frau sich von ihm trennt, dann steht er ohne irgendetwas da. Und sollte sie sterben geht der Besitz an Noelani und ihren Bruder.

Es gibt allerdings eine große und strittige Ausnahme im Ort. Das größte und teuerste Hotel gehört einem Deutschen. Der hat den Grund bereits vor der Pinochet-Regel, nur Rapa Nui dürfen etwas erwerben, gekauft und besteht nun darauf, dass auch behalten zu wollen. So wird es wohl vor Gericht gehen und die entscheiden in Chile nicht immer logisch… Aber der Besitzer wird wohl genug Geld aufbringen können, um die Entscheidung zu seinen Gunsten beeinflussen zu können.

Ab hier schreibe ich am nächsten Morgen. Wir waren gestern allesamt im Restaurant und ich habe statt des rohen Fisches, den es nur als Vorspeise gab, Fish and Chips gegessen, was echt lecker war. Die Preise sind hier allerdings gesalzen. Fish and Chips kosten 12.500 CLP, das sind ungefähr 20 EUR. Dazu hatte ich noch ein Bier und 2 Pisco sour und am Ende haben wir die Rechnung geteilt, was natürlich nicht zu meinen Gunsten war, aber keiner von uns war noch in der Lage und willens die Rechnung aufzuteilen. So bin ich gestern mit gut 50 EUR aus dem Rennen gegangen…;o(

Aber es war ein netter Abend und es war gut, dass wir zu fünft nach Hause (d.h. ins Hostel) gelaufen sind, denn die Straßen sind hier teilweise stockfinster. Vor allem hier zum Hostel die letzten 100m sieht man im Grunde nichts. Und ich hatte denn auch Schwierigkeiten den Schlüssel ins Schloss zu bekommen, weil man den falsch herum einstecken muss ;o) Das war mir bisher tagsüber nicht aufgefallen aber wenn man nichts sieht… und einen kleinen im Tee hat ;o))

Aber nun zu unserem Ausflug gestern. Wir, d.h. Steve, seine Tochter Noelani und alle Hostel-Bewohneer (Rebekka und Hubert und wie die anderen beiden heißen, weiß ich noch nicht einmal, weil die nur französisch sprechen und ich mich dementsprechend nicht mit ihnen unterhalten kann…) wurden in einen Minivan verfrachtet und trotz des Regens ging es los.

Der erste Stopp war natürlich hier im Ort. Hier gibt es eine Stelle, an der mehrere Moai stehen und an der man gut die alten Strukturen erklären kann. Die Insel wurde bei der Ankunft der ersten Rapa Nui aufgeteilt in das Reich des Königs und in das Reich seiner Schwester.

Diese Reiche wurden wiederum in je 3 Clans aufgeteilt und diese wiederum in 6 Familien. So gibt es insg. 36 Bereiche, die auch heute noch zu den jeweiligen Familien gehören. Noelani hat uns den Bereich gezeigt, der zu ihrer Familie gehört. Viel anfangen können sie damit allerdings nicht, denn der Bereich liegt innerhalb des Nationalparks.

Der Chef eines Clans hatte ein eigenes Haus in der Nähe der Plattform, auf der die Moai stehen. Diese wiederum wurden in Etappen gebaut. Hatte der Chef genügend zu Essen, so dass er davon etwas in den Bau seines Moai investieren konnte, so gab er es dem für ihn zuständigen Bildhauer und der hat dann so lange an dem jeweiligen Moai gebaut, bis die Investition abgearbeitet war. So hat sich der Bau eines Moai über Jahre hingezogen.

Wenn die Familien-Mitglieder gestorben sind, haben sie sich ganz früher in eine Höhle zurück gezogen und sind dort gestorben. Später wurde das verboten und so gibt es in den Buchten teilweise abgerundete Steine (mit einer flachen Vertiefung – ich habe es selbst nicht gesehen, aber es wurde als flaches halbes U beschrieben) auf dem die Toten verbrannt wurden und dann von Wind und Wellen ins Meer gespült wurden.

Nur der Chef wurde auf einem extra dafür angelegten Steinkreis „aufgebahrt", bis nur noch die Knochen übrig geblieben sind. Diese wurden dann hinter den Moai an einer bestimmten Stelle auf die Erde gelegt.

Die Moai wurden alle 50 Jahre erneuert. So war für die Bildhauer auch immer genug zu tun. Die Bildhauer haben am Steinbruch auch ihren eigenen Bereich, d.h. jeder Clan hat nur ein ganz bestimmtes Stück vom Vulkan, an dem er seine Moai „schlagen kann“.

Dann gibt es noch Häuser für die Hühner. Das sind schmale langgezogene Gebäude, von ungefähr ein Meter Höhe. Innen ist wohl nur ca. 30cm Platz in der Länge, breit sind sie allerdings so ca. 6 – 10m. Die Tür wurde nachts mit einem Stein verschlossen, so konnten die Hühner nicht abhanden kommen.

Und zu guter Letzt gibt es zur Absteckung des Clan- (oder Familien?) gebietes kleine Steintürme. Diese bezeichnen sowohl die Grenze als auch den Weg zu guten Fischgründen.

Und da haben wir schon das nächste Thema… ;o) Die Strömung hier ist so stark, dass die anfänglichen Siedler die Boote auf See gelassen haben, weil es nicht möglich war, sie sicher wieder an den Strand zu befördern. So geht die Legende, dass die Surfboards bzw. die kurzen Schwimmbretter (Wakeboards) hier erfunden wurden, weil darauf der Fisch und der Fischer sicher wieder zurück gebracht werden konnte.

Auf jeden Fall haben sie früher sehr viel Holz verbraucht, für die Boote, die Häuser (die Dachbalken waren aus Holz), zum Heizen. Und so schwand mit der Zeit das Holz von der Insel. Das hatte den Nachteil, dass die Gischt weiter aus Land geweht wurde und mit ihr das Salz, so dass die Pflanzen nicht gedeihen konnten. Deshalb haben sie zur Aufzucht von Pflanzen, z.B. Bananen kleine Ummauerungen gebaut, damit die Pflanze bis auf Höhe der Mauer mal gedeihen konnte. Sobald sie aber daraus hervorwächst, verbrennt sie, weil das Salz auf den Blättern die Sonne verstärkt (so ist es zumindest direkt am Meer, weiter im Inland ist es nicht ganz so krass). So hatten sie hier mit der Zeit ein Ernährungsproblem, was zu Clankämpfen und fast zur Ausrottung der Rapa Nui geführt hat (Dezimierung der Bevölkerung von 22.000 auf 5.000 Menschen), bevor sie sich geeinigt haben, dass das keine sinnvolle Vorgehensweise ist.

Aber aus diesen Gründen hat die Insel keine Bäume mehr.

Die nächsten Plätze auf der Tour waren Plätze mit Moais. Einige von ihnen tragen einen Pukao, das ist ein roter Hut. Bei den meisten ist der aber inzwischen abgefallen bzw. nicht wieder aufgesetzt worden, wenn die Statuen nach Restaurierung wieder aufgestellt wurden. Es gibt zwei Interpretationen für die Pukao. Die eine Meinung meint, es wäre ein polynesischer Hut, die anderen meinen, der Pukao entspricht der damaligen Haartracht. Die Männer hatte sehr lange Haare und haben diese in einer Art Dutt hochgesteckt. Ich schließe mich dieser zweiten Interpretation an…;o)

Am Strand von Anakena Beach wurde dann eine Empanada als Lunch serviert. Obwohl ich keinen Hunger hatte (weil ich sooo gut gefrühstückt hatte), wurde mir die Empanada als echt rapa-nuisch empfohlen und mir sehr nahegelegt, sie zu essen. Also habe ich die Hälfte in mich reingezwungen, dann konnte ich aber wirklich nicht mehr. Und auch den anschließenden Bananenkuchen musste ich ablehnen.

Von dort auch ging es dann zum Ahu Tongariki, wo 15 von ursprünglich 22 Moai wieder aufgerichtet wurden. Die Japaner hatten sich für die Weltaustellung einen Moai ausgeliehen (einen echten) und als sie ihn zurück gebracht haben, haben sie aus „Dankbarkeit“ die Restaurierung der 15 Moai der vierten Generation „gespendet“. Die Moai werden in insg. 5 Generationen eingeteilt. Sie unterscheiden sich in Aussehen und Größe von einander. Die erste Generation ist die kleinste und älteste etc.pp. Die fünfte Generation wurde nie aufgestellt, sie liegen bzw. stehen alle noch im Steinbruch und wurden nicht vollendet. Die 5.Generation ist riesig! Ich hätte gerne mal zugesehen, wie sie die transportieren wollten…

Na ja, auf jeden Fall wollten die Japaner die älteren Moai nicht restaurieren…

Louis Vuitton wollte den gleichen Moai, den die Japaner sich ausgeliehen hatten für eine Modenschau ausleihen, aber das wurde von den Rapa Nui abgelehnt…;o)

Die Japaner haben jetzt noch eine Kopie eines Moai, die auch nach der Zerstörung der ersten Kopie durch den Tsunami nochmal nachgebaut werden durfte.

Ansonsten gibt es mindestens einen Moai im Britischen Museum. Wie der da hin gekommen ist, weiß ich allerdings nicht.

Aber die Rapa Nui sind so oft von anderen dominiert worden (auch weil sie jeden Ankömmling ohne Diskussion als neuen König anerkannt haben), das da enorme Kulturschätze und mindestens einmal auch die Rapa Nui selbst, abhanden gekommen sind.

Nach der Ahu Tongariki sind wir dann zum Vulkan Ranu Raraku, an dem der Steinbruch für die Moai liegt. Hier befinden sich insg. noch 350 unvollendete Moai, das sind mehr als auf dem Rest der Insel zu sehen sind. Das liegt auch daran, dass jeder Moai mindestens eine, manchmal drei Kopien hat. Das liegt daran, dass ein Moai an der Plattform des Clans sein musste, bevor der Chef gestorben war. Und daran, dass der Transport extrem problematisch war. Ist der Moai auf dem Weg gekippt, konnte er nicht mehr aufgerichtet werden und die Kopie musste ins Rennen gehen. So ein Moai wiegt Tonnen! Er wurde vermutlich aufrecht transportiert und hat nur sehr wenige Meter am Tag zurückgelegt. Ich erinnere 3m pro Stunde, mag da aber falsch liegen. Auf jeden Fall hat es aber Monate gedauert, bis ein Moai an seinem Platz angekommen war. Zumal er auch nicht direkt vom Steinbruch an die Stelle seiner Bestimmung gebracht werden durfte, sondern erst zu einem zentralen kleinen Vulkan, von dem die Wege zu den Clans abgingen. Eine sehr aufwändige Angelegenheit.

Von den meisten Moai hier im Steinbruch sieht man nur den Kopf und einen Teil vom Rumpf. Der Rest, d.h. der Körper bis zum Beginn der Beine (die nicht mehr dargestellt werden), ist von der Erosion unter die Erde verbannt worden. Es gibt inzwischen Ausgrabungen, die das beweisen. Leider werden diese hinterher immer wieder zugeschüttet, so dass man sich davon kein Bild machen kann.

Inzwischen war es zumindest trocken geblieben, morgens sind wir zweimal richtig nass geworden. Und so gab es Hoffnung für den heutigen Tag. Was das Wetter anging …;o))

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Comments

Natalja on

Spannend!!!

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