Ein falscher Weg führt auch ans Ziel

Trip Start Jan 19, 2013
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Trip End Mar 15, 2013


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Where I stayed
Casa Ludwig Puyuhuapi
Read my review - 3/5 stars
What I did
Riesenblattpflanze Nalca

Flag of Chile  , Aisén,
Friday, February 22, 2013

Puyuhuapi, 22.02.2013

Heute war wieder ein völlig unerwarteter aber unheimlich toller Tag.

Obwohl es hier zzt. regnet, als hätte einer Kübel über dem Ort ausgeschüttet.

Heute Morgen bin ich gegen 8:15 zum Frühstück unten gewesen und habe gleich die beiden „Deutschen", die mir schon in anderen Orten aufgefallen waren, zuletzt gestern im Restaurant, gefragt, was sie heute so machen. Sie wollten zum Gletscher Ventisquiero. „Ob es wohl o.k. wäre, wenn ich mich anschließen würde?“. „Ja, wäre es. Aber sie wollten in 15 Minuten los“. Also habe ich mir schnell einen Kaffee gezogen und ein Brot geschmiert, bin mit beidem auf mein Zimmer und habe schnell meinen Rucksack gepackt, Haare geföhnt und Zähne geputzt und los ging es.

Hinterher erst habe ich mich vorgestellt und Manfred und Sabine aus Wien ebenfalls. Total nett und ich mag auch den österreichischen Akzent total gern.

Der Eingang zum Nationalpark Quelen liegt ca. 20 km außerhalb von Puyuhuapi. Da wäre ich alleine also nie hingekommen…

Der Ranger hat uns genau die Wanderwege erklärt, eine Karte gab es allerdings nicht. Zum Parkplatz sind es dann noch ca. 1,2 km.

Auf dem Weg dorthin hatten wir den Einstieg in die Wanderung zum Ventisquiero erspäht und sind dann dort auch eingestiegen. Es ging sofort steil nach oben und der Weg war nicht besonders gepflegt. Aber dabei haben wir uns irgendwie nichts gedacht. Nach ein paar Minuten gab es einen Aussichtspunkt. Also ein paar Fotos geschossen und weiter. Ein Schild haben wir zwar gesehen, aber nicht registriert was darauf stand. Irgendwie, habe ich zumindest gedacht, dass das den Einstieg zur Wanderung markiert (ich habe eben einfach nicht gelesen, was darauf stand…;o).

Der Weg war anfangs noch gut begehbar wurde dann aber zusehends schwieriger. Farne hingen über den Weg. Unter einem Baum musste durchgekrabbelt werden… Und alles ziemlich steil, etwas rutschig, weil feucht und durch dichteste Vegetation. Aber gerade deshalb auch sehr schön. Meine Brille musste ich abnehmen, weil die nur noch beschlagen war.
Es gab jede Menge kleine Vögel und sogar einen Kolibri haben wir gesehen.
Und weil der Weg teilweise schwierig zu begehen war, habe ich meinen Kugelschreiber verloren, der mit dem Notizbuch immer in der Seitentasche der Hose steckt. Aber auf dem Rückweg hat Manfred ihn tatsächlich wieder gefunden :o)

Irgendwann nach 1 ½ Stunden kam dann ein Abzweig an dem wir uns entscheiden mussten, ob hoch oder runter.

Zuerst dann mal hoch, aber nach einigen Metern ging es hier nicht weiter. Ein Baumstamm lag quer und von einem Weg war nichts mehr zu sehen.

Na gut, dann runter. Manfred ist vor, um zu prüfen, ob es da überhaupt weiter geht und ja, es ging. Allerdings nur einige Minuten, dann war auch hier Schluss. Ein Bach rauschte über die Felsen und die Riesenblatt-Pflanze hatte sich dort gründlich ausgebreitet. Riesige Fruchtstände und riesige Blätter! Die Pflanze heißt Nalca, wie ich inzwische weiß.

Aber kein Wanderweg mehr weit und breit. Wir haben dann ausführlich Fotos gemacht und sind  wieder umgedreht.

Da wir schon ein ganzes Stück bergab gegangen waren, mussten wir dieses Stück dann natürlich erst einmal wieder hoch. Und enttäuscht waren wir auch, dass wir den schönen Blick auf den Gletscher irgendwie verpasst hatten. Und da der Ranger gesagt hatte, man geht ca. 2 Stunden bergauf und 1 wieder zurück wähnten wir uns auch schon nah dran.

Am Abzweig ist Manfred dann vorsichtshalber doch nochmal nach oben gekraxelt und hat nochmal geschaut, ob wir nicht etwas übersehen haben könnten, aber da ging es auch bei zweiter Überprüfung definitiv nicht weiter.

Als wir dann wieder an dem Aussichtspunkt vorbei gekommen sind, haben wir uns denn auch das Schild mal genauer angesehen. Und… „Wanderweg geschlossen wegen Überarbeitung“… Drei Leute und keiner hatte gelesen, was da wirklich drauf stand. Zu unserer Entlastung muss allerdings gesagt werden, dass das Schild nicht ordnungsgemäß gerade hing, sondern senkrecht weil eine Halterung nicht mehr intakt war…;o)

Zurück am Parkplatz haben wir uns entschlossen, ein ganz kurzes Stück bis zu einem weiteren Aussichtspunkt zu gehen und dort ein kleines Picknick zu machen. Das fiel für mich natürlich etwas dürftig aus, weil ich ja nur schnell ein paar Müsliriegel eingepackt hatte. Und, weil die beiden gesagt hatten, sie wollten eigentlich nur bis Mittag unterwegs sein, denn dann sollte sich das Wetter verschlechtern, hatte ich auch nur ½ l Wasser mit.

Und dann haben wir gesehen, dass der Wanderweg zum Gletscher direkt von dort weiterging. Das Wetter war noch ok und ansonsten hatten wir ja nichts weiter vor, also sind wir dort auch noch hingewandert. Statt der veranschlagten 2 Stunden waren wir allerdings schon nach 1 Stunde oben. Auf dem Weg dorthin hatten wir einen großen Abbruch gehört und die Abbruchkante war auch deutlich zu erkennen. Dieser Gletscher geht um ca. 100m im Jahr zurück und wenn man sieht wie viel Wasser da die beiden Wasserfälle runterdonnert kann man sich das auch gut vorstellen.
Trotzdem war es sehr beeindruckend und wunderschön.

Um ca 16:30 waren wir dann wieder im Ort und es fing inzwischen an zu regnen. So hatten wir den Tag wirklich gut ausgenutzt. Ich wollte eigentlich ins Cafe Rossbach. Dieser Ort hier hat deutsche Wurzeln. Der Helmuth Hopperdietzel hat hier gesiedelt, dann kamen die Ludwigs und die Übels dazu und weil die Hopperdietzels aus Rossbach waren, gibt es hier auch noch eine Café und Cabanas, die Rossbach heißen.
Das Café hatte aber leider bis kurz nach 17:00 geschlossen und so musste ich mich im Regen im Ort rumtreiben, weil klar war, wenn ich ins Hostel zurück gehe, gehe ich nicht nochmal zum Kaffee-Trinken aus dem Haus.
Direkt gegenüber ist eine kleine Teppichmanufaktur, die man besichtigen und wo man natürlich auch Teppiche erwerben kann (für ca. 430 USD, den Quadratmeter). Die 4 Frauen knüpfen die Teppiche von Hand, was nach sehr viel Arbeit aussieht und so ist der Preis sicher gerechtfertigt. Es gibt einen kleinen Plan, nachdem das Muster erstellt wird und da werden die einzelnen Fäden auch genau abgezählt. Da habe ich mich also gut einige Minuten aufgehalten, bis das Café geöffnet hat.

Der Kaffee war dann auch o.k., der Himbeerkuchen etwas zu fest, aber trotzdem lecker (mit Steuseln).

Zum Abendessen hatte ich mich dann nochmal mit Manfred und Sabine verabredet. Wir waren in einem anderen, etwas rustikaleren Restaurant und ich habe wieder Merluza gegessen, der dieses Mal fritiert war. War auch ganz lecker, aber der im Restaurant El Muelle hat mir besser geschmeckt. Wir haben uns super unterhalten, aber nach dem zweiten Bier wollte die Wirtin, das wir Schluss machen, weil sie zumachen wollte. Sie hat das mit sehr viel Arbeit an diesem Tag begründet, aber das Restaurant war den ganzen Abend leer gewesen (insg. 6 Gäste). Aber, wer weiß, was sie sonst den Tag über alles schon gemacht hatte.

Also sind wir nochmal ins Restaurant El Muelle gewechselt und haben dort auch noch zwei Bier genossen.
So hat sich dieser Tag wieder ganz unerwartet gestaltet und es ist toll, dass aus einer etwas aufgedrängten Frage (könnt ihr mich vielleicht mitnehmen), vielleicht eine Freundschaft wird. Ich werde mich jedenfalls bemühen, den Kontakt zu halten und vielleicht klappt es dann mal mit einen Treffen.
Die beiden kennen übrigens auch unser kleines Gröbming, weil die Firma von Sabine sich an den Ennstal-Classics beteiligt und die in Gröbming Station macht. Auch da bin ich immer wieder erstaunt, wie klein die Welt ist. Eine Mitarbeiterin von Sabine kommt aus Gröbming und ist irgendwie mit den Besitzern des Schuhgeschäftes verwandt...
Tja, was soll ich sagen, so klein ist die Welt und so unerwartet und überraschend können die Tage verlaufen.

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Comments

Manfred & Sabine on

Liebe Claudia,

haben soeben deinen tollen Bericht von unserer gestrigen Tour gelesen.
Ja, es war wirklich herrlich!
Wir freuen uns sehr dich kennengelernt zu haben, genieße noch deine Auszeit in Südamerika.
Wir sind bestens in Esquel angekommen, hoffe bei dir ist auch alles gut gelaufen.
Halten dir die Daumen das mit deinem Papa wieder alles in Ordnung geht.
Ja, und eines müssen wir unbedingt noch los werden, dein jahrelanges Training in den österr. Bergen hat sich bestens bewährt!!

LG
Sabine & Manfred

Natalja on

Ich hab jetzt auch echt Hunger auf Fisch! Auch wenn ich wohl nix schmecke, hier geht die Grippe oder sowas um, schnief.

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