Eine schöne Strecke

Trip Start Jan 19, 2013
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Trip End Ongoing


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Where I stayed
Casa Ludwig Puyuhuapi
Read my review - 3/5 stars
What I did
Regenwald

Flag of Chile  , Aisén,
Thursday, February 21, 2013

Puyuhuapi, 21.02.2013

Heute war mal wieder ein wundervoller Tag. Obwohl mein Bus erst um 15:00 ging, habe ich die Zeit vorher gut rumgebracht.

Erst einmal habe ich ausführlich und ganz in Ruhe gefrühstückt.

Anschließend habe ich nochmal Geld geholt, weil ich nicht wusste, wie viel ich auf dem nächsten Stück Strecke benötigen werde. Angeblich wird hier alles in bar bezahlt, im Restaurant gerade habe ich allerdings die Visa-Karte nutzen können. Allerdings war die Kellnerin nicht sicher, ob es auch funktionieren wird, weil die Verbindung oft sehr schlecht ist. Hat aber funktioniert und mit einem Tschaka haben wir uns beglückwünscht… :o)

Nachdem ich Geld geholt hatte, habe ich die Fähre für Montag gebucht. Die soll mich von Chaiten nach Chiloe bringen. Und anschließend war ich bei Busses Becker und auch dort habe ich ein Ticket für den Bus von Puyuhuapi nach Chaiten bekommen. Es hat also alles geklappt. Das habe ich mit einem Kaffee und Zitronenkuchen im Café de Mayo „gefeiert". Irgendwie war da eine kleine politische Veranstaltung, ich vermute der Lokalpolitikerin, die vor laufenden Kameras ein paar Worte gesprochen hat.

Zurück im Hostel habe ich dann bei dem Hostel auf Chiloe angerufen. Das hatte ich gestern gebucht, allerdings nur von Dienstag bis Donnerstag. Und nun hatte ich mir überlegt, doch am Montag schon von Quellon (da kommt montags die Fähre an) nach Castro weiter zu fahren. Obwohl über booking.com im Internet kein Zimmer mehr zu haben war, hatte er telefonisch noch eines verfügbar und so hat auch das gut funktioniert. Nun warte ich noch auf die Bestätigungsmail aber die wird sicher kommen.

Anschließend habe ich den Blog vom gestrigen Tag geschrieben, was untermalt wurde von einem Amerikaner aus Florida, der einen ekligen nervösen Tick hatte, indem er immer die Nase (bis ins Hirn!) hochgezogen hat. Das gab sich nach einer guten halben Stunde, da war er wohl etwas ruhiger geworden…

Um 14:30 bin ich dann mit Sack und Pack zum Busbahnhof gestiefelt und bin dort pünktlich um 15:00 nach Puyuhuapi aufgebrochen. Der Bus wird sehr viel von Einheimischen genutzt, die nach Coyhaique zum Einkaufen fahren. Die Wagen vom Supermarkt werden direkt vor dem Bus von einem Jungen wieder eingesammelt. Die Einkäufe werden, wie die Rucksäcke der Touristen im Gepäckabteil verstaut und an Ziel auf der Straße abgelegt. Die meisten haben dort schon ein paar Familienmitglieder, die auf den Bus warten, um dann mit anzupacken.

Die Strecke hier nach Puyuhuapi ist ein Traum.

Die Begrünung wird immer dichter. Erst kommen große Bäumen dazu, dann eine Pflanze, die nur ein einziges großes Blatt hat (Durchmesser Minimum 0,5 m! Es gibt sie aber auch viel größer) . Diese hat auch einen enormen Fruchtstand. Und der Stängel ist mit Dornen besetzt. Die Pflanze erinnert mich ein wenig an Audrey 2 von Little Shop of Horrors. Aber nur, weil Audrey 2 auch so groß ist und diesen etwas aggressiven Character versprüht. Ansonsten sehen die Pflanzen sich überhaupt nicht ähnlich.

Dann kommen Fuchsien und eine gelbe Uferpflanze (am Ufer von Bächen etc.) hinzu. Zwischendrin gibt es auch mal eine orange-farbene Blüte, die ich aber nicht zuordnen kann.

Es gipfelt im Nationalpark Quelen mit einer Vegetation, wie ich sie noch nie gesehen haben. Das ist hier ein Regenwald und jeder Zentimeter Boden ist mit Pflanzen besetzt. Die Bäume sind von Moosen überwuchert. Auf den Ästen blühen irgendwelche Pflanzen, die ich vom Bus leider nicht genauer sehen konnte. Das Ganze macht einem fast ein wenig Angst. Es sieht so aggressiv aus, dass ich das Gefühl hatte, wenn ich hier übernachten müsste, wäre ich am nächsten Morgen überwuchert. Unglaublich! Ich denke, wenn man hier ein paar Schritte in die Vegetation macht, sich zweimal um sich selber dreht, findet man die Straße nicht wieder. Es ist wirklich unglaublich!

In Richtung Puyuhuapi nimmt diese Vegetationsdichte allerdings wieder ab und hier ist es sehr sehr grün und schön. Puyuhuapi liegt am Fjord und hier fahren kleine Boote und ein paar Kayaks. Und ein Fischerboot habe ich, glaube ich zumindest, auch gesehen.

Die letzten 60 km der Straße sind unbefestigt und für die benötigt der Bus fast 2 Stunden. Die Straße ist sehr schmal und zweimal musste der Bus zentimetergenau ausweichen. Beim ersten Mal vorbei an einem entgegenkommenden (kleinen) LKW, musste mit einer Eisenstange sogar ein Felsen zur Seite geräumt werden, damit genügend Platz war. Und dann passte es zentimetergenau. Die Spiegel wurden eingeklappt und wir hätten durch die Fenster umsteigen können, ohne Gefahr zu laufen, in einen Zwischenraum zu fallen, weil da keiner war.

Die Landschaft ist auch ansonsten spektakulär. Berge, die teilweise mit Gletschern versehen sind. Sehen und Lagunen am Straßenrand. Flüsse und Bäche, glasklar oder trüb vom Gletscherabraum. Kleine Wasserfälle all überall. Der HAMMER!

Ich werde auf jeden nicht aus den Augen verlieren, diese Strecke einmal mit einem Mietwagen zurück zu legen. Dann ist man nicht auf die spärlich fahrenden Busse angewiesen. Und, wenn möglich, nicht ganz allein. Das erspart zumindest mal ungefähr die Hälfte des Organisationsaufwandes, weil dieser geteilt werden könnte. Das ist schon enorm, was ich dafür an Zeit investieren muss, um Busse, Fähren und Unterkünfte aufeinander abzustimmen.

Hier in Puyuhuapi war ich um ca. 20:00. Das Hostel ist super, wenn auch sehr hellhörig. Deshalb wird die Nacht wohl etwas kürzer, weil hier eine Gruppe nächtigt, die morgen früh los will. Aber mein Zimmer ist perfekt. Nur wieder ein Gemeinschaftsbad…

Ich bin dann sofort in ein Restaurant. El Muelle.Hier gibt es viele deutsch klingende Namen. Die Hostelwirtin Luisa Ludwig hat auch deutsche Wurzeln. Das Beste war heute eine kleine Brücke, die einen so deutschen Namen hatte, das ich loslachen musste. Leider ist mir der Name inzwischen entfallen aber er lautete in etwa „Helmut Hockerzwiebel“.

Im El Muelle gab es heute entweder Lomo (Steak) oder Merluza (Fisch). Das war's. So ist das hier, keine Speisekarte, da wird gegessen, was das Restaurant anbieten kann. Ich habe mich für den Merluza entschieden und der war excellent. Zwei Bier dazu (belgische Wurzeln). Ein köstliches Mahl, was mit dem Tschaka endete, weil die Kreditkartenzahlung durchging.

Die Wartezeit wurde mit einem Bildband über Patagonien verschönt und so war es ein gelungener Tag.

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Comments

Natalja on

Das gelbe Haus könnte auch irgendwo in Hessen stehen.

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