Und wieder ein 12-Stunden-Bus-Tripp

Trip Start Jan 19, 2013
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Trip End Ongoing


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Where I stayed
Hosteria Posada del Rio Chile Chico
Read my review - 4/5 stars
What I did
Abgehalfterte Estancias

Flag of Chile  , Patagonia,
Sunday, February 17, 2013

Das war heute eine Höllen-Tour. Die Ruta 40, auf die die Argentinier so stolz sind ist zu großen Teilen noch unbefestigt. Das ist in einem Reisebus kein Spaß! Und Vorankommen tut man auch nicht.

Ich hatte heute eine englisch sprechende Nachbarin, die aber kein Wort (bis auf die beim Einsteigen) mit mir gesprochen hat. Ich hatte den Eindruck, sie wollte mit mir eigentlich nichts zu tun haben und war ein wenig genervt… Sie ist nach 10 ½ Stunden in Perito Moreno ausgestiegen und hat nicht einmal tschüß gesagt. Schade… denn auf so einer langen Fahrt kann man sich auch nett unterhalten.

So habe ich aus dem Fenster geschaut auf das argentinische Patagonien. Hölle! Hier ist nichts. Nullkommanix. An einigen Stellen weht es so heftig, dass nicht einmal Bäume oder Sträucher wachsen. Nur kleinstes Gebüsch. Trockene Landschaft in Ocker- und Gelbtönen soweit das Auge reicht, bzw. bis zur nächsten Hügelkette. Wie man hier leben kann, in dieser kargen Landschaft und mit diesem fürchterlichen permanenten Wind ist mir unbegreiflich.

Tatsächlich gibt es auch nur ab und an eine Estancia, vermutlich haben sie dafür um so mehr Land. Manchmal gibt es aber auch Stücke, die nicht eingezäunt sind, ich nehme an, die sind noch zu haben ;o) Also bei Interesse… auf geht's!

Die Gebäude so einer Estancia sind allerdings auch nicht wirklich einladend. So eine, auf der ich die letzten Tage gewohnt habe, ist eher die Ausnahme und das nette Gebäude für die Gäste waren früher die Schur-Hallen, in denen die Schafe geschoren wurden und die dann für Gästezimmer umgebaut wurden.

Alle anderen sehen in etwas so aus, wie auf dem Foto, also auch nicht wirklich einladend. Da muss man schon hart gesotten sein, wenn man das aushalten kann. Die Estancia Siberia war ca. 4 Stunden von El Chalten (Schotterpiste) und 6 Stunden von Perito Moreno (teilweise befestigte Straße) entfernt. Wie die sich mit den Dingen für das tägliche Leben und für ihren kleinen Laden versorgen, keine Ahnung.

Der Bus hatte keine Toilette, so dass wir bei zweien dieser Estancias anhalten mussten. Die erste (Estancia Siberia) war nicht sehr einladend. Die Toiletten waren unbeschreiblich (dazu muss ich sagen, dass ist hier ein Ausnahme. Normaler Weise sind die Toiletten sehr sauber. Nur das Klopapier muss man manchmal selber mitbringen oder aus einer Rolle, die im Vorraum angebracht ist, ziehen). In dem kleinen Laden wurde Pizza und Empanada angeboten, die eigentlich ganz gut aussahen aber ich hatte noch keinen Hunger.

Dann haben wir noch einmal an einer Tankstelle gehalten und einmal nach ca. 1 Stunde um zwei Mitfahrer aus dem Bus aus El Calafate aufzunehmen.

Über den ganzen Tag sind uns vielleicht 50 Autos entgegen gekommen (wenn ich da mal nicht zu hoch liege ;o). Die Straße verläuft teilweise kilometerlang schnurgeradeaus. Man muss nur mit dem Wind aufpassen, der so einem Bus ja schon zusetzen kann. Auf einigen (ziemlich vielen) Teilstücken verläuft schon ein neu geteertes Stück Straße parallel zur unbefestigten Straße. Eigentlich soll die noch nicht befahren werden, jedenfalls sind die Auffahrten mit Geröll zugemüllt und auch mitten auf der Strecke sind immer mal kleine Geröllhügel quer über die Straße gelegt. Das hält aber einen echten Busfahrer nicht ab, doch diese Straße zu benutzen…;o) Da wird eben die Böschung hochgefahren und die Geröllhügel mühsam umfahren (wenn möglich ohne den Zaun der Estancia zu beschädigen). Auf Dauer war das echt anstrengend, aber vermutlich schneller, als wenn wir nur unbefestigt gefahren wären.

Während der ganzen Fahrt habe ich nur ein paar wenige Leute an einem Fluss angeln sehen. Sonst keine Menschen an der Strecke. Und auch Tiere nur sehr wenig. Einige Guanakos, ein paar sehr kleine Nandus und einen Flamingo.

In Perito Moreno sind dann zwei Passagiere nicht ausgestiegen (wohl weil es keinen echten Busbahnhof gab) und so mussten wir ca. 10 km hinter dem Ort nochmal wenden und zurück fahren, damit die beiden nicht zurück laufen mussten.

Die Gegend hinter Perito Moreno (das sind die letzten 50 km der Strecke…) wird von Minute zu Minute schöner. Die Strecke verläuft am Wasser, vorbei am Lago Buenos Aires.

Ich war ein wenig nervös, weil der Busfahrer gemeint hatte, man würde in Los Antiguos keinen Mini-Bus über die Grenze mehr bekommen, ich müsste mir ein Taxi organisieren. Er hat das am Bus-Terminal netter Weise für mich übernommen. Aber… siehe da… es gab doch noch einen Mini-Bus. Insgesamt wollten 6 Leute noch nach Chile Chico und der Grenzübergang verlief dieses Mal auf beiden Seiten reibungslos. An der chilenischen Grenze bin ich sogar mit dem Grenzbeamten ins Gespräch gekommen, weil der ein paar Worte deutsch konnte. Das war nett.

Gleich hinter der chilenischen Grenze liegt mein Hostel Posada del Rio.

Das Hostel macht einen super Eindruck (eigentlich mehr wie ein kleines Hotel). Aber es ist, wie immer, ziemlich hellhörig und auch hier pfeift der Wind. Ich bin hier erst im Dunkeln angekommen. Jetzt bin ich gespannt auf morgen früh. Mal sehen, wie weit der Ort entfernt ist und ob ich hier etwas unternehmen kann. Es gibt hier einen Park Jeinemeni (so heißt auch der Fluss, der hier am Hostel vorbei fließt), den wollte ich mir eigentlich ansehen. Mal schauen, ob ich eine Chance habe, da überhaupt ohne Auto hinzukommen. Ich lasse mich überraschen. Und mein Bus-Ticket für Dienstag muss ich ja morgen auch noch besorgen.

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Comments

Natalja on

Tja, so dringend möchte ich dann doch nicht aufs Land ziehen...

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