Viel Wind und wenig zu tun

Trip Start Jan 19, 2013
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Trip End Ongoing


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Where I stayed
Posada del Rio
What I did
Wind Wind Wind

Flag of Chile  , Aisén,
Monday, February 18, 2013

Es stürmt hier. Normaler Weise ist das wohl nicht so, wenn man den Hostelwirten glauben kann. Aber heute stürmt es – und wie!

Ich war um 9:30 schon im Ort, der Hostelwirt hat mich hingefahren. Aber die Fähr- und Bus-Agentur hatte noch nicht geöffnet. Die machen erst um 10:00 auf.

Also habe ich mir den kleinen aber sehr netten Ort erst einmal angesehen. Der Ort besteht im Grunde nur aus der Hauptstraße und davon abgehenden kurzen Seitenstraßen. Die Häuser sind schön farbig und alles sieht gepflegt aus. Wirklich sehr nett. Der Ort liegt direkt am Lago General Carrera, wie der Lago Buenos Aires auf chilenischer Seite heißt. Das Wasser ist dunkelblau und hat wegen des Windes heute weiße Schaumkronen.

Um 10:00 war ich dann wieder am Terminal und habe mir die Tickets für Fähre und Bus morgen nach Coyhaique (sprich: Kojeiki) gekauft. War überhaupt kein Problem. Aber irgendwie scheint mir die Saison auch etwas abgeklungen zu sein, denn die letzten beiden Unterkünfte waren bei weitem nicht ausgebucht.

Anschließend war ich in der Tourist Information, um heraus zu finden, was ich mit dem heutigen Tag anfangen kann. Hier in der Nähe gibt es den Parque Jeinimeni (sprich: Tsche-meini) und den hatte ich mir eigentlich als Ziel ausgesucht. Die Frau in der Tourist Information hat mich dann an zwei Veranstalter verwiesen. Der eine war auch tatsächlich vor Ort, hatte aber heute keine Tour mehr anzubieten. Morgen wieder…

Der andere sollte um 11:00 aufmachen, war aber um 11:40 immer noch nicht da. Das mit den Öffnungszeiten nehmen sie hier nicht so genau… :o( Na ja, ich habe mir dann im Supermarkt erst einmal Wasser gekauft und bin dann in ein Café gegangen und habe einen Cafe´con leche getrunken.

Anschließend hatte denn auch die zweite Agentur auf, aber… auch die Tour, die auf dem Zettel im Fenster für jeden Tag 13:00 angekündigt war, fand heute nicht statt. Morgen… Irgendetwas heute? Nö…:o(

Tja, was nun?

Also wieder zurück zur Tourist Info und nochmal gefragt. Die Dame dort spricht leider kein Englisch und mein Spanisch reicht für eine intensive Unterhaltung nach wie vor bei Weitem nicht aus. Aber sie hat mir einen Weg am Wasser entlang gezeigt, der ca. 1 ½ Stunden dauern sollte.

Also bin ich los… Aber es war so unheimlich windig, dass der Weg kein Spaß war.

Ich hatte auf der Hintour Rückenwind, der mich schräg von hinten angefeuert hat.

Zweimal schlichen Hunde hinter mir her, sind aber sofort abgehauen als ich Steine vom Boden aufgehoben habe. Ich wollte die eigentlich nur zur Sicherheit, falls der Hund mir doch zu nahe kommt (und aggressiv sein sollte), die Hunde hatten aber wohl mit Steinen schon schlechte Erfahrung gemacht und waren sofort weg.

Ansonsten war ich praktisch allein unterwegs. An der Küstenstraße (unbefestigt) wohnen zwar ein paar wenige Leute, aber die waren wohl anderweitig beschäftigt. Insgesamt ist der Ort sehr in sich gekehrt…;o)

Als dann ein Bach überquert werden musste, der lustig über den Weg sprudelte, habe ich gedreht, weil ich dachte sonst wird mir der Rückweg gegen den Wind vielleicht doch zu lang… Der Weg zurück war denn an einigen Stellen auch ein harter Kampf.

Kurz vor dem Ort habe ich dann aber eine Stelle gefunden, wo der Wind nicht hereinblies und dort habe ich mich für ca. 1 Stunde in der Sonne niedergelassen und gelesen.

Danach wollte ich dann nochmal in das Café. Aber…, es hatte geschlossen. Zwar war die Tür geöffnet. Aber das Cerrado-Schild hing drin und da man hier nie weiß, ob es sich lohnt zu warten, habe ich mich dagegen entschieden. Dafür, dass es ziemlich genau 15:00h war, bei uns die beste Kaffeezeit, war ich ein wenig erstaunt. Aber hier sind die Zeiten deutlich nach hinten verschoben.

Also bin ich nochmal in den Supermarkt und habe mir etwas zum Abendessen gekauft. „Brötchen", die hier selbst gebacken werden und deutlich fester sind (zur Abwechslung mal…;o) als unsere. Die Brötchen werden hier übrigens auch nach Gewicht abgerechnet. Dazu Käse und gekochten Schinken. Keine Butter, weil ich nicht weiß, wohin damit. Dafür aber zwei Joghurts.

Und dann mit dem Taxi für 8 Euro zurück zum Hostel, was ca. 4 km außerhalb des Ortes liegt, in Sichtweite der Grenzstation der Chilenen.

Hier habe ich erst gemerkt, wie der Wind mich müde gemacht hat. Ich habe dann ungefähr eine Stunde auf dem Bett gelegen und die Augen zu gemacht. Und da hat doch tatsächlich jemand auf meinem Notfall-Telefon mit chilenischer SIM-Karte angerufen. Hola, Hola… Dreimal…

Ich hatte das Telefon heute in der zweiten Agentur dem Angestellten gegeben, weil bei dessen Handy der Akku leer war und er den Menschen anrufen musste, der die heutige Tour hätte durchführen sollen. Vermutlich war das ein Rückruf von jemandem, dem die Nummer unbekannt vorkam.

Zum Abendbrot habe ich mich dann unten hingesetzt und siehe da… die Besitzerin spricht deutsch. Sie hat deutsche Vorfahren (vor 6 Generationen nach Chile ausgewandert) und hat als kleines Kind (mit 6 Jahren) zwei Jahre in Deutschland gelebt. Ansonsten war sie auf der deutschen Schule und so haben wir uns ein wenig unterhalten. Die beiden (Besitzer und –in) leben im Sommer hier in Chile Chico und im Winter in Puerto Varras. Das haben sie mir dann gleich empfohlen und so werde ich dort vermutlich auch noch zwei Tage verbringen.

Zwischendrin hatten wir nun auch noch einen Stromausfall, den es wohl immer mal gibt, wenn der Wind zu sehr bläst. Aber vor ein paar Minuten ist meine Lampe wieder angegangen. Was gut ist, wenn man einen Computer dabei hat, der immer mal ein wenig Strom braucht. Vorallem an einem langen Abend wie dem heutigen. Es ist jetzt 19:30 und ich werde heute mal einen Film gucken (habe ein paar auf meinem Laptop mitgebracht), noch ein wenig lesen und den Rucksack packen, damit ich morgen nicht ganz so früh aufstehen muss.
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Comments

Natalja on

Also der Wind könnte mir schon gefallen. Ich LIEBE Wind!

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