Ein netter kleiner Ort

Trip Start Jan 19, 2013
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Trip End Ongoing


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Where I stayed
Hostal Lo De Trivi
What I did
Mount Fitz Roy

Flag of Argentina  , Patagonia,
Wednesday, February 13, 2013

Mein Papa hat heute Geburtstag und so war fast das erste heute Morgen der Anruf zu Hause.

Ich hatte sehr schlecht geschlafen, weil irgendwo in der Nähe jemand bis nach 2:00 laut Musik gehört hat. Und da die Bauweise hier nicht gerade dafür ausgelegt ist, vom Nachbarn nichts zu hören, ist es im Grunde egal, ob man das Fenster öffnet oder schließt. Man hört es so oder so…

Obwohl im um 5:45 aufgestanden bin habe ich es nicht mehr zum Frühstück geschafft, um dann um 8:00 beim Bus nach El Chalten zu sein. So habe ich mir nur einen Kaffee raufgeholt und den Rucksack weiter gepackt. Irgendwie habe ich den Eindruck, der wird jedes Mal voller oder ich packe jedes Mal schlechter. Denn an Dingen kommt eigentlich nichts dazu (außer eine Regenhose, ein Paar Socken und ein Paar Schuhe, die im Vergleich zu den vorher gepackten Sandalen etwas sperriger sind).

El Chalten ist ein kleiner Ort vor dem Mount Fitz Roy. Das ist ein sehr markanter Berg der, wie alles hier was hoch ist, oft in den Wolken verschwindet. Die Höhenangaben differieren zwischen 3375m und 3445m. Aber… als wir in den Ort fuhren war er zu sehen. So habe ich bisher alle Attraktionen
auch zu Gesicht bekommen. Der Ort liegt im Los Glaciares National Park. Das besondere hier ist allerdings, das man
1. Keinen Eintritt zahlen muss, wenn man in den Nationalpark will und
2. Der Ranger die Wanderungen erläutert hat. Das war das erste Mal überhaupt, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, mal was über seinen Nationalpark zu erzählen. Positives Erlebnis :o) Es gibt eine Karte auf dem die Wanderungen und ihre voraussichtlich benötigte Zeit eingetragen
sind, was auch super ist.

Auch hier gibt es nicht allzu viele Wanderwege aber man kann sich schon zwei/drei Tage hier vergnügen. Noch interessanter sind vermutlich die Wanderungen bei denen man auf der Strecke campt. Das ist nun so gar nichts für mich und heute bin ich heilfroh darüber, denn es stürmt hier
gottsmillionisch (wie meine Mutter sagen würde).

Und das war auch ungefähr das erste was der Parkranger uns gesagt hat. Heute ist gutes Wetter, man sieht den Fitz Roy! Und morgen soll es strong winds geben. Nun, die sind schon da. Und das bedeutet, zum Wandern nicht geeignet, weil man von den Wegen gepustet werden kann, wenn sie nicht im Wald verlaufen. Das ist leider nicht ganz so übertrieben, denn die Leute wandern hier viel mit den großen Rucksäcken, um über Nacht irgendwo zu zelten und mit dem Ding habe ich heute schon eine Frau gesehen, die deutlich geschwankt hat, als der Wind sie zu fassen bekommen hat. Selbst ohne Rucksack und hier unten im Ort wird man zur Seite gedrückt.

Ich habe in meinem Hostel eine kleine Hütte und ich bin gespannt, wie ich diese Nacht schlafen werde… Wegen des Winds, der hier um meine Hütte fegt. Und der Regen soll wohl auch noch kommen. Schauen wir mal…:o|

Da nun klar war, dass morgen keine Wanderung möglich ist und ich ja sowieso überlegt hatte, ein paar Tage auf der Estancia zu verbringen, habe ich die Estancia mit etwas Mühe (Internet ist nicht so toll, Mobilfunk eigentlich nicht vorhanden) ab morgen gebucht und nun werde ich morgen um 9:00
hier eingesammelt und verbringe hoffentlich ein paar luxuriöse Tage. Hier im Hostel gibt es nur zwei ungemütliche Aufenthaltsräume (oder auf dem Bett sitzen in der Hütte) und ich hoffe, auf der Estancia ist es etwas gemütlicher. Mal schauen, ich freue mich jedenfalls auf etwas Luxus…

Weil es nun morgen nicht geht bin ich also heute los zu einer Wanderung. Ich habe mal eine andere Taktik versucht. Normaler Weise gehe ich bergauf sehr langsam und das ist sehr anstrengend. Heute bin ich den Berg fast hochgestratzt, habe einige Leute überholt und fand es lange nicht so anstrengend. Die Gegend hier ist wirklich sehr schön und der Mount Fitz Roy hat etwas. Ein paar Mal bin ich stehen geblieben und habe gedacht „WOW, was für ein wundervoller Berg“.  Irgendwie mystisch. So kantig und dominierend steht er da, echt beeindruckend !

Die Wanderung, die ich mir ausgeguckt hatte sollte 1:45 dauern und wenn das Wetter mitmacht wollte ich noch die Verlängerung auf 3:15 mitmachen, weil man von dort einen tollen Blick auf den Fitz Roy haben sollte.
Tatsächlich habe ich den ersten Teil heute schon nach 1:15 bewältigt und wollte dann weiter, aber das Wetter wurde zusehends schlechter und es fing ganz leicht an zu nieseln. Der Fitz Roy verschwand hinter Wolken und so bin ich wieder zurück in den Ort, wo ich gegen 15:30 wieder war (um 13:00 bin ich los).

Ich habe mir dann erst einmal wieder eine Waffel gegönnt und einen frischen Orangensaft und habe dann mal eine Stunde Schlaf nachgeholt.

Für mein Dinner habe ich einen Tisch reserviert und so muss ich gleich erst einmal raus in den Wind.

Nach dem Dinner:
Der Wind hört sich hier drin schlimmer an, als er draußen ist. Obwohl es schon ganz schön weht. Aber die Leute kommen immer noch vom Berg und wahrscheinlich hätte ich locker die Wanderung machen können, die ich eigentlich vorhatte. Aber ich bin da immer ein wenig (zu) vorsichtig. Ich bin
da sehr geprägt von meiner österreichischen Vergangenheit… ich war früher mit meinen Eltern immer in der Steiermark zum Wandern und Skifahren. Und da habe ich einige Verhaltensregeln gelernt, die ich nicht zur Seite schieben kann.

Solche Sachen wie:        
  • Nimm auf eine Wanderung immer genügend zu Trinken und etwas zu Essen mit !·       
  • Wenn das Wetter umschlägt oder umzuschlagen droht, kehr um.

Da ich mich mit Wetterprognosen und dem Einschätzen von Wetterlagen nicht auskenne, kehre ich eher um, als das ich weitergehe, wenn es mir nicht ganz o.k. vorkommt…

Und ich glaube, heute war vom Fitz Roy auch tatsächlich nichts mehr zu sehen. Und ich hatte einen schönen Nachmittag… was will man mehr?

Übrigens… zufällig kannten Tommy und Liliane tatsächlich Gröbming, das ist der Ort, an dem ich früher immer mit meinen Eltern war (eigentlich Moosheim aber das ist zu klein, um es zu kennen). Die beiden haben 10 Jahre in Graz gelebt und einen Freund dort, der in Gröbming ein Haus hat…
Manchmal ist es doch erstaunlich, wie klein die Welt ist…

Mein Dinner war exzellent!
Ich hatte ein halbes Rumpsteak und gebackene Kartoffeln (Papas de hornos), was hier so Kartoffelschnitze sind, die gebraten werden. Sehr lecker!
Dazu ein Glas Wein und eine Flasche Wasser und hinterher einen Kaffee.

Gerade als ich bezahlt habe ist eine sächsische Gruppe eingefallen mit einem sehr dominanten und allwissenden Herren dabei… Da war ich froh, dass ich
1.  Nicht in dieser Gruppe war und
2.   Das Lokal verlassen konnte…

Der Rest der Truppe schien aber o.k. zu sein und hat sich nicht auffällig oder unangenehm verhalten. ..;o) 

Leider ist das mit dem Internet hier wieder echt schlecht. Keine Ahnung, warum die Argentinier das nicht in den Griff kriegen. Ich versuche es deshalb morgen von der Estancia aus, da habe ich hoffentlich nettere Räumlichkeiten…..;o) 

So, der Wind nimmt nun doch noch weiter zu und meine kleine Hütte zittert schon das ein oder andere Mal. Und irgendetwas schlägt hier gegen eine Wand, meine Tür klappert und ich bin jetzt doch schon sehr gespannt auf die Nacht.

Das Internet bricht hier wieder ständig zusammen, deshalb gibt es die restlichen Bilder erst irgendwann später mal.
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      Comments

      Natalja on

      Schon wieder so spektakuläre Natur, NEID!

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