Die Kerlchen sind einfach knuffig

Trip Start Jan 19, 2013
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Trip End Ongoing


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Where I stayed
La Casa De Tere B & B Ushuaia
Read my review - 3/5 stars
What I did
Pinguine

Flag of Argentina  , Patagonia,
Monday, February 4, 2013

Heute war ein langer Tag… Ich bin schon vor 8:00 aufgestanden, weil ich um kurz nach 9:00 an der Bus-Agentur sein wollte, um mein Ticket nach Punta Arenas zu kaufen.

Das hat auch super geklappt. Ich habe einen Fensterplatz und wenn man der Dame im Büro glauben darf auch im Schatten, so das es auszuhalten ist. Die Busfahrt dauert 12 Stunden und der Grenzübergang von Argentinien nach Chile ist wohl ziemlich langwierig. Mal sehen, das Szenario muss ich ja noch ein paar Mal über mich ergehen lassen.

Um kurz nach 9:00 hatte ich also mein Ticket und einen noch ungeplanten Tag vor mir. Ich habe dann Geld geholt und bin ins Hostel, um Reisepass, Geld und Busticket dort zu lassen. Weil gerade Internet ging, habe ich das neue Hostel informiert, dass ich morgen komme und nachdem die Bestätigung heute Abend hier war, habe ich das andere Hostel storniert. Der Preis ist jetzt allerdings ungefähr gleich, Punta Arenas scheint ein teures Pflaster zu sein (im Lonely Planet ist das Hostel mit $$ gekennzeichnet, d.h. es geht billiger (das war das erste Hostel) aber auch teurer). Dieses Hostel hat aber immerhin die drei Nächte für mich frei, so dass ich nicht umziehen muss und zumindest per Mail sind die wirklich nett.

Leider schmerzt mich heute mein linkes Knie ein wenig, so dass ich mich entschieden habe, keine weitere Wanderung zu machen, sondern die Pinguine zu besuchen. Diese Tour startet um 14:15, ich hatte also vorher noch ausreichend Zeit.

Ich bin erst ein wenig durch den Ort geschlendert, der wirklich ganz nett ist. Die Häuser sehen (größtenteils) ordentlich aus. Jeder hat mindestens einen Hund und die Abfallkörbe stehen auf Stelzen. Die Abfallsäcke werden in den Korb gelegt und ich nehme an, morgen kommt die Müllabfuhr uns holt sie ab. Die Abfallsäcke sind dementsprechend klein, man kann sie aus der Tonne direkt in den Korb legen.

Habe ich schon erwähnt, dass hier heute den ganzen Tag die Sonne geschienen hat und wieder kein Wind war ;o) Es ist herrliche Luft und die Anwohner laufen in T-Shirt rum. Das tue ich nicht, dafür fehlen mir ein paar Grad aber schön ist es allemal und nicht so erstickend wie in Buenos Aires (kein Vergleich!!).

Über dem Ort gibt es hier einen Gletscher, den Glaciar Martial. Dort kann man hinwandern, kann sich aber auch nur mit dem Taxi an den Beginn des Trails fahren lassen und dort mit einem Ascendor weiter rauffahren. Also, bin ich mit dem Taxi dahin gefahren, in Erwartung eines Zahnrad-Aufzugs, wie in Valparaíso. Aber… es war ein Sessellift. Denn im Winter ist dort eine Skipiste. Also bin ich ganz faul mit dem Sessellift ca. 10 Min (1200m Strecke, 200m Höhenunterschied) nach oben gefahren. Der Gletscher selber ist wohl nicht wirklich spektakulär, aber die Aussicht über Ushuaia ist wohl sehr schön. Von meinem Punkt aus, war die Aussicht gut, aber der Ausschnitt, der zu sehen war, war relativ klein.

Zurück habe ich mir mit einer Einheimischen das Taxi geteilt. Sie hat erst versucht mich in ein Gespräch zu verwickeln, das machen sie immer und überall. Aber mit mir war das zu schwierig und so wurde ein Gespräch mit dem Taxifahrer entfacht. Es ging darum, wo man am besten und günstigsten den Fisch kauft… so viel habe ich verstanden… mehr wollte ich aber auch nicht. Heute fand ich die spanische Fraktion schon beim Frühstück zu anstengend…

Zurück im Ort war ich mir plötzlich nicht mehr sicher, ob ich das Hostel mit Karte oder bar bezahlen muss und wollte nochmal Geld abheben (man bekommt nur 1000 A$). Aber zweimal ist nicht erlaubt. Es kommt eine Meldung in der Art „Ihre Karte kann an diesem Automaten nicht verwendet werden". Nun bin ich gespannt und hoffe, dass ich das Hostel mit Karte zahlen kann.

Und dann ging es mit einem 4x4-Bus zu den Pinguinen. Heute war das 4x4 nicht wirklich nötig, aber wenn es regnet kann es schon notwendig sein, denn ca. die Hälfte der Strecke ist nicht asphaltiert. Man fährt zur Estancia Haberton, die ca. 80km (1 ½ Std Fahrt) entfernt liegt. Dort hat Thomas Bridges 1886 seine Estancia gegründet und es ist wunderschön dort. Die Gebäude sind nicht der Rede wert, aber die Landschaft ist ein Traum. Der Beagle-Kanal macht hier einen Abzweig und kleine Inseln liegen vor der Tür. Die Besitzer, inzwischen die 4.Generation der Bridges, haben das Farm-Leben aufgegeben, weil die Wollpreise so gefallen sind und machen jetzt ausschließlich in Tourismus.

Kurz vor der Farm wird bei einigen sehr geflüchteten Windflüchtern gestoppt, ein Baum ist praktisch quer über die Erde gewachsen.

Auf einer dieser Inseln brüten die Pinguine. Es gibt zwei Arten, die Magellan-Pinguine in schwarz-weiß und die Gentoo-Pinguine (auf Spanisch heißt die Art Papua, wie die auf Deutsch heißen???), die einen weißen Bauch haben, einen orangen Schnabel und orange Füße. Sie sind ein wenig größer als die Magellanes und nur ca. 30 Paare brüten inmitten der 2.500 Magellanes-Paare. Man muss noch dazu rechnen, dass die Kinder und Halbwüchsigen nicht gezählt werden, weil sie noch keine Höhlen bauen, also habe ich überschlagen, dass es wohl um die 15.000 Magellan-Pinguine waren. Jedenfalls war die Insel voll von Ihnen. Die Jungen (die von diesem Jahr) sind zwischen 4 und 6 Wochen alt und einige sind noch ganz flauschig. Man kann wirklich bis auf 2m an sie herangehen (näher darf man nicht) und manchmal muss man um sie herum laufen, weil sie mitten auf dem Weg liegen. Einer saß sogar auf einer Parkbank und ich habe ein Bild mit dem kleinen Kerl und mir zusammen auf der Bank ;o) Man darf sich nur nicht schnell bewegen oder vor Begeisterung jubeln oder so, dann hauen sie ab. Also ganz vorsichtig, dann geht es das wunderbar. Komischer Weise hat es überhaupt nicht gestunken. Obwohl ich mindestens drei Pinguine gesehen habe, die ihren Kot hinten rausgeschossen haben (ist wirklich so!) stinkt es nicht annähernd so wie z.B. bei den Kormoranen oder bei den Pinguinen, die ich schon mal in Südafrika gesehen habe (obwohl das viel weniger waren). Die gute Seeluft wird da wohl etwas dazu beitragen ;o))

Die Pinguine haben hier im Grunde keine Feinde, denn es gibt hier weder Seeleoparden noch Orcas. Die einzigen, die es auf die Eier abgesehen haben und auf ganz kleine Küken, sind die Skuas (Raubmöwen). So geht es ihnen hier echt gut.

Eine Stunde kann man zwischen den Pinguinen herum laufen, natürlich in der Gruppe und mit dem Guide, und es war mal wieder ein tolles Erlebnis !!

Danach ging es noch kurz in ein kleines Museum der Estancia, wo die Frau des jetzigen Besitzers ihre Funde aus südost-Feuerland ausstellt. Sie ist Biologin und hat das irgendwann vor ihrer Heirat bei Exkursionen gesammelt. Es gab verschiedene Skelette von Walen, Delfine, Robben und Seelöwen und war ganz interessant, weil man alles anfassen durfte. So habe ich mal einen Wal-Wirbel in der Hand gehabt und mal die Zähne eines nicht jagenden Robbe aus der Nähe gesehen und angefasst. Die Walwirbel wiegen fast nichts und die Zähne waren zum Filtern von was auch immer aus dem Wasser im Grund wie ein nach hinten gerichteter Kamm geformt. Leider sprach der Guide nicht so gut englisch, so dass nicht alles zu verstehen war, was sie erklärt hat.

Auf der Rückfahrt habe ich dann noch erklärt bekommen, warum in diesem Wald so viele Bäume auf der Erde liegen. Der ganze Wald ist übersäht von umgefallenen Bäumen, ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie das war, dort eine Straße zu bauen oder früher einen Weg da durch zu finden. Die ersten Bridges sind zwar auch oft mit dem Boot gefahren aber es gab wohl auch Pferde, die sich den Weg nach Ushuaia erkämpfen mussten. Auf jeden Fall liegt das daran, dass hier nur ca. 10 – 15 cm Erde für die Wurzeln nutzbar sind. Darunter fängt der Fels an. So dass die Bäume, wenn sie zu groß werden oder der Wind einfällt (und der ist hier doch manchmal sehr stark) umfallen.

 Außerdem verursachen die eingeschleppten Biber großen Schaden unter den Bäumen. Sie stauen die Bäche, so dass die Bäume dauerhaft im Wasser stehen und das bekommt ihnen nicht (warum genau, habe ich leider auch nicht verstanden). So sterben manchmal zig Bäume in einem Tal ab, das sieht ein wenig gruselig aus.

Auf der Rückfahrt sind wir dann noch an einer anderen Ski-Area vorbei gekommen, mit zwei Sesselliften und Langlaufloipen gibt es wohl auch. Insgesamt bekommen sie aber nur zwischen 50cm und 1,50m Schnee im Winter aber es reicht wohl aus, die Strecken zu präparieren.

So hatte ich heute wieder einen ereignisreichen Tag und hoffe, die Busfahrt morgen wird halbwegs erträglich sein.

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Comments

Natalja on

Hier wäre ich auch mit rumgelatscht! Wie süß!!!

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