Wandern im NP Tierra del Fuego und im Regen

Trip Start Jan 19, 2013
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Trip End Mar 15, 2013


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Where I stayed
La Casa De Tere B & B Ushuaia
Read my review - 3/5 stars
What I did
Nationalpark Tierra del Fuego

Flag of Argentina  , Tierra del Fuego,
Sunday, February 3, 2013

Heute Morgen habe ich mir selber Stress gemacht, wegen der Buchungen der Hostels und des Busses von hier nach Punta Arenas. War, glaube ich, im Endeffekt garnicht nötig. Aber manchmal steigere ich mich gerne in etwas hinein. Das Problem ist, dass das Internet hier nur alle paar Minuten mal funktioniert und dann auch nur für ein paar Minuten (manchmal 15, manchmal nur 2). Und da ein Hostel heraus zu suchen ist echt nervig.

Deshalb habe ich mit dem Haustelefon hier vom Hostel ein Hostel in Punta Arenas angerufen und einfach ein Doppelzimmer gebucht (Einzelzimmer waren nicht frei). Das Zimmer ist nur für zwei Nächte frei und so müsste ich nochmal umziehen. Und außerdem liegt es deutlich über meinem mir selbst gesetzten Preis pro Nacht, nämlich bei 65 EUR (mein Limit ist eigentlich 50 EUR). Weil ich mich aber nicht den ganzen Vormittag damit auseinandersetzen wollte, habe ich das einfach mal gebucht. Damit war ein wenig Ruhe eingekehrt.

Heute Nachmittag hatte ich deshalb dann doch die Ruhe mich auch nach anderen Hostels umzusehen und zwar nicht die Nerven aber doch die Geduld es mit diesem Internet aufzunehmen. Inzwischen habe ich die Zusage von einem Hostel, dass tatsächlich noch drei Nächte im Einzelzimmer freihat und ein Antwort von einem Deutsch-Chilenischen Hostel (das wäre mir am Liebsten) steht noch aus. Aber so habe ich schon mal eine Alternative und morgen, wenn der Bus gebucht ist, dann buche ich das eine oder andere Hostel fest und sage das erst wieder ab (in der Hoffnung, dass das Internet wieder für ein paar Minuten funktioniert oder ich nochmal das Handy leihen kann).

Heute ist Sonntag und die Bus-Agentur hat zu. Von den drei hier ansässigen Busagenturen fährt nur eine am Dienstag nach Punta Arenas, die anderen fahren erst am Mittwoch wieder. So gehe ich morgen erst einmal einen Bus buchen und hoffe, dass in dem am Dienstag noch ein Plätzchen für mich ist.

Heute Morgen, als ich aufgewacht bin, hat es geregnet. Das ist ganz heimelig hier unter dem Dach, wenn der Regen da drauf trommelt und man selber noch im Bett liegen kann ;o)

Irgendwann habe ich mich dann aber doch aufgerafft, das Bad war auch frei (ist hier ein Bad für mehrere Nutzer) und habe dann, wegen der Hostel-Sache etwas gestresst gefrühstückt. Anschließend war das Wetter super, die Sonne hat gestrahlt und so habe ich mich entschlossen heute im Nationalpark Tierra del Fuego eine Wanderung zu machen. Die Tourist-Info hat mich nochmal bestärkt, dass es wirklich nicht notwendig ist, dafür einen Guide zu buchen, weil es nur sehr wenige Wanderwege gibt und die gut ausgeschildert sind. Das Kartenmaterial ist allerdings eine Katastrophe und so war ich mir doch ein wenig unsicher. Man fährt mit einem Kleinbus in den Park, der ca. 10km hinter Ushuaia beginnt. Am Eingang muss man das Nationalpark-Ticket lösen und spätestens dort muss man wissen, was man machen möchte, damit der Fahrer einen an der richtigen Stelle herauslässt. Ich hatte mich für den 3-4 Std. Costanera Trail (also an der Küste entlang) entschieden und wusste also, wo ich raus musste. Ein Asiate stand allerdings mehr oder weniger hilflos da und starete seine Karte an. Ich habe ihm dann geholfen und er hat sich ebenfalls für den Costanera Track entschieden. Und so sind Byounghoon Kim aus Daegu in Korea und ich zusammen los gezottelt. So bin ich doch noch zu einem Wandergefährten gekommen ;o) Byounghoon kann ganz gut englisch und so war Verständigung kein Problem. Er ist schon seit Mai unterwegs und war inzwischen in fast 50 Ländern unterwegs. Also ein echter Asiate. Hopp und topp und weg. Er ist 38 Jahre alt und hat seinen Job (ich glaube so eine Art Pharmavertreter für Merck) geschmissen, weil er meinte, er sei jetzt an dem Punkt mit seinem Leben mal was Neues anzufangen. Der schmeißt mein ganzes asiatisches Weltbild durch einander ;o)) Im Deutschunterricht in der Schule hat er Oh Tannebaum und Loreley gelernt… das dazu… und das er da alles vergessen hat, wen wundert es…;o)

Am Anfang des Trails schien noch die Sonne und es war wunderschön. Der Wald hier besteht größtenteils aus Birken (allerdings andere, als wir sie haben), die mit Flechten und Moosen überseht sind. Auch ein Pilz hat sich breit gemacht und bildet auf den Ästen dicke Knoten. Und ein Art Sukkulenten habe ich auch gesehen, die allerdings am Baum hängen und eine Art grünes „Gestrüpp" bilden. Es fehlten also nur noch die Feen und Kobolde… Drei Blumenarten habe ich gesehen. Eine sehr kleine Blume, die fast über dem Boden blüht. Ganz weiß ohne Innenfarbe. Sie sah fast wie die Blüte einer Beere aus, aber… ich kenne mich da leider nicht aus. Dann gab es eine Blume, die aussieht wie unser Löwenzahn und eine die aussieht wie Margeritten, nur dass sie einen dicken Stiel hat und oben in einer Art Dolde die Blüten drauf sitzen.

Tiere haben wir nur ganz wenige gesehen. Drei Gänse, ein paar Schwäne (weiß mit schwarzem Hals und Kopf), eine Greifvogel und eine Schwalbe. Dass ich sie noch alle aufzählen kann, zeigt, dass es wirklich wenige sind.

Leider fing es nach ca. 45 Minuten an zu regnen und hörte nicht mehr auf. Am Anfang war es ein Nieseln, zum Schluss ein richtiger Regen. Glücklicher Weise war es im Wald viel weniger und meine Klamotten haben das gut weggesteckt. Zum Schluss ging mir das mit dem Regen echt auf den Sender…! Zwischendrin war mal ein Stück, wo der Wind unglaublich reingefegt hat (der kommt hier manchmal in Sturmböen, aber echt nur alle Stunde mal oder so…). Die Bäume sind sehr biegsam und so schlugen sie über unseren Köpfen zusammen und verursachten dadurch ein wenig unheimliche Geräusche… Aber beeindruckend, wie der ganze Wald sich bewegt hat.

Am Ende des Trails gab es dann dankenswerter Weise ein richtig komfortables Nationalpark-Haus, wo ich mir mal wieder eine Empanada und einen Kaffee gegönnt habe.

Zurück ging es dann wieder mit dem Bus, der allerdings dieses Mal (anders als auf dem Hinweg) Byounghoon nicht mitnehmen wollte. Er musste etwas warten, war aber dann am Ziel trotzdem schneller, weil wir mit unserem Bus noch zweimal in Wohnviertel abgebogen sind, um dort Einheimische vor ihrer Haustür raus zu lassen. Die Hütten sind hier größtenteils gut in Schuss. Einige sind allerdings aus Wellblech und ich frage mich, wie die beheizt werden, damit es im Winter mal warm ist. Momentan ist das wohl kein Problem. Es hat so um die 10- 12°, es fühlt sich aber wärmer an, so dass man, wenn es nicht regnen würde gut ohne Jacke laufen könnte.

Am Ziel hat Byounghoon jedenfalls gewartet, bis mein Bus auch ankam und wir sind zusammen zu den verschiedenen Hostels gelaufen (seines liegt bei meinem sozusagen auf dem Weg). Ich glaube, er hat wohl gedacht, dass ich in seinem Hostel nochmal das Internet probieren wollte, aber das ist mir dann doch zu viel Aufwand.

Auf jeden Fall will er auch am Dienstag weiter nach Punta Arenas und hat schon gefragt, ob wir zusammen fahren wollen. Warum nicht… Hauptsache er schnappt mir nicht morgen das letzte Ticket für Dienstag weg ;o)

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Comments

Natalja on

Da wäre sogar ich ein Stück marschiert, grins.

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