Falsche Schlangen und schöne Aussichten

Trip Start Jan 19, 2013
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Trip End Mar 15, 2013


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Where I stayed
La Casa De Tere B & B Ushuaia
Read my review - 3/5 stars
What I did
Feuerland

Flag of Argentina  , Tierra del Fuego,
Saturday, February 2, 2013

Es war ein ereignisreicher Tag. Um 3:00 hoch, wegen des Flugs nach Ushuaia. Glücklicher Weise hatte ich einen Wakeup-Call an der Rezeption bestellt, weil mein Wecker im Handy nur auf freitags eingestellt war. Darauf hatte ich nicht geachtet..;o) Und mein Reisewecker hätte erst gegen 3:15 geklingelt, sozusagen als Notruf.

Aber so war alles gut, das Taxi war auch, wie bestellt um 3:15 vor der Tür. Nebenan in der Disko war noch die Hölle los, gut, dass ich davon in meinem Zimmer nichts bemerkt habe. Gestern Abend hatte es tatsächlich noch ein Gewitter gegeben mit mächtigen Blitzen quer über die Stadt, was von der Dachterrasse (ein Raum ist überdacht) gut zu sehen war.

Der Taxifahrer war allerdings für Ezeiza bestellt und als ich sagte, ich müsste aber zu Aeroparque (dem Inlandsflughafen) musste ich ihm erst einmal die Buchung zeigen und er hat sich bei seiner Chefin nochmal rückversichert, dass der Flug auch wirklich von Aeroparque geht. Die Rezeptionistin hatte mir gesagt, dass man bis zum Aeroparque ca. 30 Minuten benötigt. Aber, wohl weil mitten in der Nacht, war das Taxi schon um 3:45 (trotz der Irritationen am Anfang) am Flughafen. Und, ich naiv… hatte gedacht, um die Uhrzeit bin ich bestimmt allein am Flughafen. Aber… weit gefehlt. Die Halle war zum Bersten voll. Ich habe dann erst einmal überprüft, an welchen Schaltern ich einchecken kann. Und bekam erst einmal einen Schreck. Mein Flug war nicht auf der Tafel… bis ich bemerkt habe, dass hier nicht nach Uhrzeit sondern nach Flugziel aufgelistet wird…

Ich habe mich dann dort in die Schlange gestellt, die weit weit weit über das Ende des abgesperrten Bereiches hinausging… Aber ich bin dieses Mal nicht nervös geworden, weil ich dachte, das werden die bestimmt kennen (die von LAN) und werden mich schon mitnehmen. Nach einiger Zeit kam erst jemand die Schlange entlang, um Passagiere für einen Flug nach Santiago nach vorne zu holen. Danach kam ein Ushuaia-Flug um 5:??. Als der bei mir war und mich gefragt hat, ob ich nach Ushuaia möchte, habe ich gesagt, ja, aber erst um 6:20. Das wäre aber die andere Schlange an Schalter 37… ! Aus welchem Grund auch immer, haben sie für den Flug, für den eigentlich noch etwas Zeit gewesen wäre, einen eigenen Schalter geöffnet. So bin ich aus dieser Schlange nach ca. 45 Minuten in die andere gewechselt und war dann auch 10 Minuten später abgefertigt.

Danach habe ich eine gute Stunde in der Halle für den Abflug rumgesessen. In der Halle, in der man auf den Abflug wartet, wird vorsichtshalber auf den Tafeln das Gate nicht mehr angezeigt… Und, auch hier, alle Durchsagen nur auf spanisch. Es bildete sich aber gegen 5:35 (Boarding sollte um 5:45 sein) so langsam eine Schlange und tatsächlich um 5:45 erschien auch auf der Tafel über Gate 3 das Flugziel und die Flugnummer. Also habe ich mich in dieser Schlange angestellt. Auf halber Strecke habe ich dann gesehen, dass die Schilder für die Reihenaufteilung da standen (und nicht erkannt, dass die gar keine Bedeutung hatten) und habe mich – vermeintlich – in die Schlange für Reihe 1 – 14 gestellt. Und als die Schlange für die Reihen 15 – 28 dem Ende zuging wurde an der Schlange, an der ich stand angezeigt, dass das ein Aerolineas-Flug nach Ushuaia war. Also bin ich schnell wieder in die ursprüngliche Schlange zurück, die schon keine Schlange mehr war und war dann im letzten Bus zum Flieger… Bei Einsteigen habe mich beim Stewart denn auch nochmal versichert, dass ich auch wirklich im richtigen Flieger sitze…

Der Flug selbst war sehr angenehm und ich habe die Zeit gut verschlafen. Kurz vor Landung klarte dann auch über Ushuaia kurz die Wolkendecke auf und gab fantastische Blicke auf die Bergwelt frei. Wunderschön ! Das Gepäck war denn auch im normalen Ablauf da (hier gibt es übrigens nur ganz wenige Gepäckbänder…) und das mit dem Taxi hat auch einwandfrei geklappt. Nur in meinem Hostel war niemand zu Hause :o( Also stand ich mit meinem Gepäck vor der Tür und habe mein argentinisches Handy rausgekramt, nur um festzustellen, dass der Akku so leer war, dass man keine Telefonate mehr führen konnte. Warum auch immer, eigentlich achte ich sehr akribisch darauf, dass alle vorhandenen Akkus (zwei Handys, Ultrabook, Foto) immer voll aufgeladen sind, wenn ich den Aufenthaltsort wechsle und zudem schalte ich die Handys für den Flug immer komplett aus. Wie dem auch sei… hier war niemand und ich stand hilflos vor der Tür… DA kam jemand aus dem Nachbarhaus, hat mir jede Menge Dinge erzählt, die ich leider nicht verstanden habe und endete mit den Worten: Tu … aqui. Das habe ich verstanden… und tatsächlich ein paar Minuten später tauchte jemand auf, der mich reingelassen hat.

Offensichtlich war das die Putzfrau, der es sehr unangenehm war, dass ich das Zimmer bezog, bevor sie richtig sauber gemacht hatte. Ich habe dann noch mit Leo telefoniert und bin dann ohne den Rucksack auszupacken mit Outdoor-tauglichem Gepäck (Ski-Unterwäsche, Leibwärmer ;o), Fernglas…) wieder losgezogen ohne eine genaue Vorstellung, was ich eigentlich heute noch mit meiner Zeit anfangen wollte.

Und so blieb es auch erst einmal. Ich hatte akute Entscheidungsschwierigkeiten und echte Not, was ich nun eigentlich mit mir anzufangen gedachte. Also habe ich ein paar Tour-Anbieter aufgesucht, war zweimal in der Tourist-Info, am Busterminal für die Fernbusse und für die Busse in den Nationalpark und habe mich dann endlich um 14:00 erst einmal in eine Cafe gesetzt, um mal eine Entscheidung zu treffen. Der Cappuccino war super und der Muffin ebenso ;o)) und so bin ich gestärkt zu der Entscheidung gelangt, heute eine Bootstour zu machen. Es war fast kein Wind (es gab sogar Spiegelbilder im Wasser… sehr ungewöhnlich für die Gegend und normaler Weise nur üblich, wenn ein Sturm folgt – sozusagen die Ruhe vor dem Sturm) und das erschien mir angenehm für eine Bootsfahrt.

Als ich aus dem Cafe kam, fing es dann ein wenig an zu nieseln, was mir aber egal war, von der Entscheidung wollte ich nicht wieder abrücken, dann hätte ja eine andere Entscheidung getroffen werden müssen, und das war mir heute mit mir doch zu anstrengend. Also bin ich um 14:30 in die Bootsagentur, die ich kurz nach Mittag als allererste aufgesucht hatte und wo mir die Leute am sympathischten erschienen und habe für 15:00 eine Tour auf einem Segelboot (Achtung: Heute war kein Wind…!) gebucht.

Um kurz vor Start war ich auch am Boot und wir sind mit Motorkraft aus dem Hafen und weiter zum Leuchtturm „El Faro en fin del mundo" gefahren. Die Fahrt war auch so sehr schön und der Nieselregen hörte sozusagen mit Start auch auf (und find nicht wieder an). Wie der Zufall es wollte, war Beatrice aus Rosario auch dabei, die mich fragte, wohnst Du in La Casa de Tere? Ja… Ja, heute morgen beim Frühstück (dem von Beatrice) kam das Gespräch auf neue Gäste und da hieß es, eine Claudia sollte kommen. Und, siehe da, wir saßen zusammen in einem Boot. Außerdem war noch ein Spanier dabei (Cassus) und die Unterhaltung fand somit fast ausschließlich auf spanisch statt. Ich verstehe doch schon einen Menge, wenn ich die Leute bei der Unterhaltung beobachten kann und einige Worte verstehe, wie z.B. die Erklärung, dass der Faro zwar klein aber muy importante ist. Und das er rot weiß rot ist, und das eine Bedeutung hat, dass man nämlich entweder nach rechts oder nach links fahren soll aber bitte nicht durch die Mitte. Warum das so ist, habe ich mir dann allerdings nochmal auf englisch erklären lassen – in der Mitte sind fiese Felsen und selbst Einheimische fahren besser außen herum.

An Bord gab es Kekse, Kaffee, Tee oder Kakao und wer wollte, durfte auch den Mate-Tee teilen. Den Mate-Tee, ein Becher voller klein geschnittener Blätter, von was auch immer, wird immer wieder mit Wasser aufgegossen. Darin steckt eine Art Strohhalm, der unten einen Filter hat, so dass nur das Wasser nicht aber die Blätter durchkommen. Und es schmeckt sehr bitter, aber ich fand es nicht so schlecht. Ach ja, und alle trinken aus einem Becher und selbstverständlich mit dem selben Strohhalm ;o)

Am Leuchtturm haben wir gewendet und siehe da, Wind kam auf. Aber streng von vorne, was wiederum bedeutete weiter mit Motor, denn zum Kreuzen war das zu anstrengend. Also zu Alicia Island einer Kormoran- und Seelöwen-Kolonie weiter mit Motorkraft. Die Seelöwen haben gerade Junge (ca. 1 – 1 ½ Monate alt). Und die Kormorane erwarten ihre wohl noch, gesehen habe ich jedenfalls keine. Insgesamt drei Albatrosse habe ich auch gesehen (Insider für Familie Jäger: Ich habe keine Fotos gemacht ! Also auch keine Suchbilder ;o)). Kurz vor Ende haben die beiden Skipper dann doch nochmal Segel gesetzt und „wir lagen hart am Wind“ ;o) . Hat Spaß gemacht und mir gefällt dann immer, dass es so schön ruhig ist.

Ich bin dann zusammen mit Beatrice zum Hostel und habe mein bisschen spanisch rausgekramt und wir haben eine Art Unterhaltung zustande gebracht. Und… sie hat sich dann entschlossen, mit mir essen zu gehen und so waren wir zusammen in einer Pizzaria und haben die Unterhaltung weitergeführt. Beatrice spricht praktisch kein englisch und so war das für mich ziemlich anstrengend aber es hat mich auch stolz gemacht, dass es irgendwie geklappt hat. Wenn es auch eigentlich nur Gestammel war, denn mir fehlen die Zeiten und die Beiworte. So hört es sich dann so an: Yo… Buenos Aires… quatro dias… muy calor… trenta y cinqo grado… etc.pp. Aber es hat funktioniert und das freut mich. Ein Anfang ist also gemacht und ein paar neue Worte bzw. Worte, die ich in meinem Kurs hatte, aber noch nicht eingebaut habe, sind zum Wortschatz hinzugekommen.

Hier wird es erst um 22:00 dunkel, was wunderbar ist. Auch wenn es hier ein wenig kalt ist, es ist wundervoll und die schroffe Berglandschaft, die gute Luft (ein wenig hat man das Gefühl, wie im Ski-Urlaub) und der eisgraue Beagle-Kanal gefallen mir sehr. Mit ein wenig Glück, bleibt das Wetter so wie heute, mehr kann ich hier am Ende der Welt wirklich nicht verlangen.

Das mit dem Internet will momentan leider nicht klappen. Hier habe ich zwar ein tolles Netz aber irgendwie ist der DNS-Server out of order, so dass die Seiten nicht angezeigt werden. Ich hatte erst die Befürchtung, dass das an meinem Notebook liegt, aber der PC des Hauses kann auch nicht. Also, gibt es auch diesen Bericht erst irgendwann später mal.

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