Feiertag in Buenos Aires

Trip Start Jan 19, 2013
1
18
61
Trip End Mar 15, 2013


Loading Map
Map your own trip!
Map Options
Show trip route
Hide lines
shadow
Where I stayed
Hostal Portal del Sur
What I did
Gräber und Demonstranten

Flag of Argentina  , Buenos Aires F.D.,
Thursday, January 31, 2013

Es ist ein Feiertag in Buenos Aires. Das heißt, die Geschäfte sind geschlossen und die Innenstadt wie leer gefegt. Aber nicht mal die bisher befragten Argentinier konnten genau sagen, was für ein Feiertag es eigentlich ist.

So war es gut, dass ich vormittags sowieso zum Cementerio de la Recoleta wollte um mir die Gräber dort anzusehen. Ich bin mit dem Taxi hingefahren (30 A$), weil ich
1. nicht laufen wollte, weil das vom Hostel 19 Blocks entfernt ist
2. nicht mit der Metro fahren wollte, weil die auch noch eine ganze Ecke entfernt hält
3. nicht mit dem Bus fahren konnte, weil ich kein Kleingeld habe. Das ist hier so eine Sache. Man bekommt fast nirgends Münzen zurück. Manchmal muss man sogar etwas mehr bezahlen als eigentlich der Preis ist, weil nicht heraus gegeben werden kann. Aber der Bus nimmt nur Münzen und nicht einmal den 2 Pesos-Schein. So kam also der Bus für mich nicht in Frage.
Blieb nur das Taxi. Das war aber eine wirklich gute Option.

Der Friedhof hat, im Gegensatz zu unseren, überhaupt kein Grün. Da reiht sich Mausoleum an Mausoleum. Die meisten sind dem Verfall zugetan und man muss ein bisschen vorsichtig sein. In den Mausoleen, sind oft Särge zu sehen, manche hinter Marmor-Podesten verborgen.
Ein Grab mit mehreren "Einschüben" für mehrere Familienmitglieder war so marode, dass unten schon eine Tür fehlte und man dahinter die Holzkisten mit den Knochen sehen konnte, weil auch die Holzkisten schon so marode waren, dass die Knochen herauszurutschen drohten.
Einige wenige Mausoleen waren gut gepflegt, die meisten echt rott. Das Mausoleum von Evita Peron war natürlich topp in Schuss. Weil die Gasse so schmal ist, muss man in einer Reiher anstehen, um zu seinem Foto zu kommen ;o) Und immer, wenn jemand fertig ist, rückt man einen Schritt näher an ihr Grab. Eigentlich ist es ganz schön merkwürdig, dass ich gerade hier die bisher meisten Touristen gesehen habe. Die meisten in geführten Touren und so konnte ich noch die ein oder andere Information aufschnappen...
Die Mausoleen haben ganz viele große Marmorschilder (immer passend zum jeweiligen Mausoleum) auf dem nicht etwa steht, von wann bis wann der Verstorbene gelebt hat, sondern dass irgendjemand ein Jahr, zwei Jahre (einmal waren es sogar 100 Jahre) nach seinem Tod immer noch an ihn denkt. So in der Art "13.08.2008 - 13.08.2010. Deine Kinder und Ehefrau" oder " die Kollegen vom Flugzeug-Club" oder "die Kameraden aus dem Krieg". Das scheint üblich zu sein, denn davon gab es jede Menge.
Nebenan ist noch die Inglesa Nuestra Senora del Pilar und nach einem kurzen Spaziergang durch das Viertel bin ich mit dem Taxi wieder zurück gefahren.
Und dann stellte ich fest, dass heute keine Läden geöffnet haben, als ich in der Bäckerei nebenan (vom Hostel) ein "Teilchen" kaufen wollte...

Wieder im Hostel saß Maeve an der Rezeption. Mit Maeve hatte ich gestern Abend schon mein Bier getrunken (sie hatte Cola Whisky...). Sie kommt aus Irland und sieht auch so aus, leicht rötliche Haare, Sommersprossen überall... Sie ist fast 44 Jahre alt und war bevor sie hierher kam 3 Monate in Guatemala und hat dort in einem Waisenhaus gearbeitet. In Irland ist sie Lehrerin für Spanisch und Französisch und hat ein Sabbat-Jahr genommen. Im Juli muss sie wieder zurück nach Europa und vorher will sie ein paar Monate in Buenos Aires bleiben und hat morgen ein "Vorstellungsgespräch" in einer Bar in Palermo. Leider mag sie nicht fotografiert werden, also kein Bild von ihr :o(
Also, Maeve saß an der Rezeption und schien auf irgendetwas zu warten. Und es stellte sich heraus, dass sie mit dem Fahrrad den Park unsicher machen wollte. Und da ich erst um 3:30 zu den Madres de la Plaza de Mayo wollte, sind wir dann zusammen los. Erst zu Fuß nach San Telmo, dort haben wir eine Kleinigkeit gegessen und dann mit dem Fahrrad in den Park "Reserva Ecologica Constanera Sur". Die Fahrräder hatten zwar nur einen Gang, waren aber sonst sehr tauglich. Aber ich war schon froh, dass heute kein Verkehr war (wegen des Feiertags) und wir gemächlich dahin fahren konnten. Hier wartet man an Ampeln als Fußgänger und Radfahrer sowieso nicht, bis es grün wird. Wenn frei ist geht man los. Das führt manchmal zu energischem Hupen, wenn jemand die Situation falsch eingeschätzt hat, aber die Autofahrer nehmen doch Rücksicht.
Wir sind dann ca. 1 1/2 Stunden durch den Park geradelt, was uns in Schweiß getaucht hat. Der Park ist nicht besonders spektakulär aber sehr viel naturbelassenes Grün. Nur ein paar Wege durchgefräst, der Rest sieht so aus, wie er gewachsen ist. Das Meer ist unbetretbar und das wird auch überwacht. Es sieht allerdings auch nicht wirklich einladend aus. Braune Suppe. Wir haben jedenfalls nicht einmal das Bedürfnis verspürt unsere Füße dort reinzuhalten.

Und weil wir nun beide die Madres de la Plaza de Mayo (man spricht das Mascho - mit Betonung auf der zweiten Silbe - aus...) sehen wollten sind wir mit den Fahrrädern dorthin geradelt. Da aber heute sowieso jede Menge Demonstranten auf dem Platz waren, vielen die Madres nicht wirklich ins Gewicht und ich war ein wenig enttäuscht. Die Madres erinnern an ihre während der Diktatur in den 1970ern verschleppten und nie wieder aufgetauchen Kinder. Seit 1983 jeden Donnerstag um 15:30. Alle Achtung!

Das Gute war aber, dass wir gesehen haben, dass die Casa Rosade heute geöffnet ist für Führungen. Das ist sie normaler Weise nur an Wochenenden, wohl, wenn die Cristina nicht arbeitet... und so haben wir unser Bikes wieder weggebracht und sind dann zurück zum Plaza de Mayo um uns die Arbeits- und diplomatischen Räume der Präsidentin anzusehen. Es war eine gute Führung, gut eine Stunde lang, auf englisch und spanisch und der Guide (war eine Frau) war sehr gut zu verstehen, obwohl die Gruppe sehr groß war. Ein sehr schönes koloniales Gebäude mit einem wunderhübschen Innenhof und sehr repräsentativen Räumen (wie sich das für eine ordentliche Nation gehört... ;o)
Inzwischen war auf der Plaza ordentlich was los, die aufgebaute Bühne wurde für Ansprachen und Musik genutzt, verschieden Gruppen protestieren für dies oder gegen das (je nach Gruppe) und es war ziemlich laut. An einem Truck mit einem 100 A$-Schein, auf dem Evita abgebildet war, standen die Leute in einer langen SChlange um irgendwelche Münzen zu ergattern. Leider habe ich keinen englisch sprechenden Menschen gefunden, der mir genau erklären konnte, was das vor sich ging... Damit die Leute genügend Wasser haben steht an der Seite ein Tankwagen mit Wasser über den mit einem Wasserhahn Wasser gezapft werden kann. Gute Idee bei der Hitze.

Maeve ist danach zum Hostel zurück und ich bin zurück nach San Telmo, wo ich mir ein wohl verdientes Steak einverleiben wollte. Aber... das Restaurant öffnet erst um 19:00. Also bin ich in La Continental gelandet und habe dort eine Pizzaecke und eine sehr leckere Empanada gegessen. Auch o.k. - Steak werde ich sicher nochmal irgendwo bekommen...

Von dort bin ich dann auch zurück zum Hostel und als ich vorhin dann auf der Dachterrasse den ersten Teil von meinem Bier getrunken habe (der zweiter folgt gleich - bis dahin wird es kalt gestellt...;o), fing es tatsächlich an zu regnen. Das war für morgen auch schon angesagt. Ich hoffe aber trotzdem, dass ich morgen noch etwas unternehmen kann.

Mit dem Hochladen der Bilder ist es heute wieder genauso schwierig wie gestern. Also wieder erst einmal nur der Text, die Bilder folgen später.
Slideshow Report as Spam

Comments

Natalja on

19.01.2013 - 01.02.2013 Natalja denkt an Dich

Claudi on

...wishes you sunshine!

Heide on

Hallo Claudia, mehrmals lösten sich meine Zeilen an dich in Nichts auf und ich vermute, dass die website von TravelPot meinen Standort nicht mochte. Jetzt allerdings bin ich weitergereist und welch ein Wunder, ich musste nicht stundenlang warten, um loslegen zu können. Doch was ich dir schreiben wollte, ist schon überholt und so bleibt nur noch die Anmerkung, dass du bis jetzt allerbestens die Tage genutzt hast, um dich für die Zeit vorzubereiten, die jetzt kommt! Bis einschl. der Hotelreservierung in Ushuaia hast du ja von HH aus schon deine Tage vororganisiert. Nun bin ich echt gespannt, was du von heute auf morgen dir vornimmst, wobei nur der Abflug aus Santiago die einzige Vorgabe ist. Nun bist du am "fin del mundo" und bestimmt so enttäuscht wie ich es vor 11 Jahren war. Argentinien steckt viel Geld in den Zipfel Feuerlands, die Menschen verdienen mehr Geld als anderswo, genießen viele Vorteile und haben einen hohen Lebensstandard und so verrückt es klingt, am Ende der Welt werden Computer und Handys "zusammen geschraubt". Die Hauptsaison ist schon vorbei und ich hoffe, dass es kein Nachteil für dich sein wird. Mucha suerte!

Add Comment

Use this image in your site

Copy and paste this html: