Santiago ist keine schöne Stadt

Trip Start Jan 19, 2013
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Trip End Ongoing


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Where I stayed
Hostal Rio Amazonas
What I did
Riesige chilenische Fahne

Flag of Chile  , Santiago,
Thursday, January 24, 2013

alTag 6 meiner Reise begann mit einen wundervollen Frühstück. Hier gibt es Brötchen mit Käse, Joghurt und Früchte. Dazu Kaffee soviel man möchte und nette Leute. Ich habe mit Anna aus Luzern gefrühstückt (und zwei Holländern, die aber nicht viel zur Unterhaltung beigetragen haben...). Anna hatte ich schon gestern Abend kennen gelernt und sie ist heute nach La Serena (Richtung Norden zur Atacama Wüste) aufgebrochen. Da werde ich wohl nicht hinkommen. Dafür gibt es wohl im Süden von Chile zu viel zu sehen. Mal schauen.
Sie hat mir aber nochmal ein paar Hostels empfohlen, die ihr sehr gefallen haben.

Heute wollte ich einen etwas ruhigeren Tag machen, weil ich doch ziemlich k.o. war von dem langen Tripp gestern, der Zeitumstellung und dem abrupten Wetterwechsel. Also habe ich in Ruhe noch einen Kaffee getrunken, ein wenig gelesen und es langsam angehen lassen.

Weil mein Zimmer doch sehr laut ist, habe ich das Zimmer gewechselt. Das jetzige ist zwar noch kleiner, aber dafür zum Innenhof hin. Und ich habe ja nicht viele Sachen.

Dann habe ich hier die Hostel-Damen mit meiner SIM-Karte beschäftigt. Weil die Telefon-Ansage auf spanisch ist, habe ich nicht viel verstanden und dachte, das die Mitarbeiter hier das sicher richten können. Aber leider... Frauen und Technik. Also bin ich dann nochmal in den Entel-Laden vorbei geschossen bevor ich gemerkt habe, dass ich eigentlich schon an dem Laden hätte sein müssen...;o) Also umgedreht und wieder zurück. Dabei habe ich dann aber einen Laden gefunden, der die Adapter hat für mein Notebook und so war es denn mal wieder gut, dass ich den Laden für die Telefon-Aktion nicht gleich wieder gefunden habe.. Dort habe ich dann auch nochmal das Personal beschäftigt. Das Ende vom Lied... die Dame hier aus dem Hostel hatte eine 4 zu viel aufgeschrieben für die Telefonnummer und deshalb war die Nummer (natürlich) nicht erreichbar. Aber jetzt klingelt es, wenn man anruft (wann auch sonst...) und alles wird gut.

So bin ich erst um 12:15 überhaupt hier aufgebrochen.
 
Ich bin die Alameda runter gelaufen, dass ist die Hauptstraße von Santiago. Ein unglaublicher Verkehr, jede Menge Busse, Taxis und sonstige Autos. Und ein paar mutige Fahrradfahrer dazwischen.
Leider ist Santiago nicht besonders schön. Sehr sehr viele Betonbauten. Hochhäuser, aus denen die Klimaanlagen hängen und sogar die viktorianischen Überbleibsel sind grau. Man hat den Eindruck die Stadt könnte mal den Grauschleier ablegen (ähnlich wie in der Ariel-Werbung...).
Das Kulturzentrum Centro Gabriela Mistral ist architektonisch ein wenig wie das Caixaforum, nur dass die Fassade nicht begrünt ist und deshalb nur die rostige Kunst überbleibt. Interessant, weil anders, aber schön...? Innen ist es allerdings super. Eine kleine Kunstaustellung (für ohne Geld) und ein paar Veranstaltungsräume für Künstler sind im Gebäude enthalten.

Und dann ein kleines Juwel. Die Universidad Catolica. Mehrere viktorianische Gebäude mit Innenhöfen, die teils begrünt, teils mit Glas überdacht sind. Sehr sehr hübsch. Allerdings ist gerade studienfreie Zeit und so waren kaum Studenten da. Im Sommer machen die hier überall Pause, in den Universitäten und Schulen sowieso und auch in den Firmen wird wohl etwas langsamer zu Werke gegangen (woher ich das weiß??? s. unten). 

Kurz hinter der Universität (übrigens eine von vielen) ist der Cerro Santa Lucia. Der ist nicht sehr hoch, hat aber einen guten Blick über Santiago. Es geht einen Hügel hinauf, mit teils sehr steilen Stufen. Eine ältere Dame musste sogar die letzten Stufen hochgezogen werden, weil die Stufen auch sehr hoch sind. Oben hatte ich leider keinen so tollen Blick, weil 1. die Stadt nicht besonders schön ist und 2. es auch heute sehr diesig (oder ist das Smog???) war und deshalb kaum  Ausblick.
Außerdem habe ich da festgestellt, dass ich in meinen Sandalen am rechten Fuß eine Blase bekomme...
Oben angekommen habe ich mir einen Mote con huesillos gekauft. Das ist hier so eine Art Nationalgetränk. Es wird kalt serviert (ein großer Vorteil, bei dieser Hitze) und ist sehr süß. Im Becher sind Getreide-Keime (ziemlich viele) und eine ehemals getrocknete Aprikose (vermutlich, denn huesillos finde ich nicht in Leo.org..), die sich mit Saft derselben vollgesogen hat und deshalb etwas gewöhnungsbedürftig aussieht. Den Saft habe ich getrunken, weil ich aber nicht wusste ob man den Rest auch wirklich isst, habe ich ihn entsorgt. Hier im Hostel habe ich dann mal nachgefragt, und... na klar man isst den ganzen anderen Kram auch. Dann ist das Ganze aber auch fast eine Mahlzeit, denn der halbe Becher ist voll mit dem Getreide und der fett gewordene Aprikose ;o)

Ich bin dann von dort zurück ins Hostel um meine Füße zu bepflastern. Eine kurze Pause bei einem Kaffee und meinem Buch und dann wieder los. Weiter an der Stelle, wo ich aufgehört hatte.
Zwischendrin habe ich in der Farmacia noch Tape gekauft, was hier natürlich völlig anders heißt und ich deshalb in der ersten Farmacia auch völlig verständnislos angeguckt wurde. In der zweiten war aber ein englisch sprechender Angestellter und so bin ich denn auch zu meinem Tape gekommen. A ;o) Allerdings entpuppt sich das Tape bei näherem Hinsehen als Tesafilm und davon habe ich wahrlich selbst genug dabei.

In der Iglesia San Francisco, die ziemlich groß ist habe ich wieder eine kleine Pause eingelegt. Ich setze mich in Kirchen gerne mal in die Bank und lasse die Kirche auf mich wirken. Außerdem ist eine kleine Pause ja auch immer mal was Gutes. Diese Kirche hier ist aus großen unbehauenen Mauersteinen und Holz. Sehr heimelig, obwohl so groß. Hat mir gut gefallen.

Danach wollte ich mal schauen, wo Heide so absteigt, wenn sie in Santiago ist. Sie wohnt im Hotel Paris in der Straße gleichen Namens. Die Paris-Straße trifft an einer Ecke auf die Londres-Straße und die ist direkt hinter der Iglesia. Und in Nummer 38 war während des Pinochet-Regimes eine Folterkammer. In den Gehsteig davor haben sie Namen eingelassen, die (reine Vermutung von mir) wohl gefolteren Menschen gehören. Es ist ein bisschen, wie die Namen der ermordeten Juden, die wir so viel im Grindelviertel finden. Immer wieder bin ich dann mitgenommen, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, warum manche Menschen andere aus politischen Gründen foltern und umbringen. Unfassbar.

Von dort bin ich dann in die Paseo Alhumeda geraten, weil da so viel los war und ich wissen wollte, was da ist. Ein Paseo ist eine Fußgängerzone und hier treffen einige davon aufeinander. Deshalb sind dort viele Geschäfte und deswegen natürlich auch viele Menschen. Ich wurde dann auch fast sofort von einer kleinen Samba-Band angezogen, die aber nicht lange danach eine Pause eingelegt haben. Und als ich auf dem Rückweg wieder an ihnen vorbei kam, hatten sie die Polizeit auf dem Hals. Die Polizisten sind hier sehr zahlreich (Carabineros de Chile) aber auch sehr freundlich. Sie treten nicht furchterregend auf, in keinster Weise. 

Auf dem Weg zur Plaza de Armas habe ich dann das rennende Ampelmännchen gesehen. Das fand ich so lustig, dass ich es gleich mal gefilmt habe (mal draufklicken auf das Bild, bei mir funktioniert es leider nicht, aber vielleicht mit bei euch?).

Auf der Plaza de Armas ist auch jede Menge los. Viele Touristen natürlich, aber auch unter einem Pavillon jede Menge Schachspieler. Ich habe einer Partie Blitzschach zugesehen. Die meisten anderen spielten allerdings in ganz gewöhnlichem Tempo. Der Sieger bleibt sitzen und der Verlierer tauscht seinen Platz mit dem nächsten Herausforderer. Wie die  (genau hier habe ich jetzt 1 1/2 Stunden Pause gemacht, weil ich Thomas und Heidi kennen gelernt habe und mich mit den beiden über alles Mögliche - vornehmlich Reisedinge - unterhalten habe). Und was ich genau jetzt schreiben wollte, weiß ich auch nicht mehr so genau....;o)

Also geht es weiter... Ich bin dann wieder zurück und in Richtung La Moneda. Dort sitzt das chilenische Parlament in einem sehr beeindruckenden Gebäude, geschützt von jeder Menge Militär. Als ich dort ankam, kamen wohl gerade "wichtige" Menschen an, denn die Presse positionierte sich und das Militär verteilte sich gleichmäßig über den ganzen Platz. Aber die, die da ankamen, kannte ich nicht und war auch eigentlich zu weit weg, um überhaupt etwas zu erkennen ;o)
Was mir besonders gefallen hat, war eine riesige chilenische Fahne, denn ich wollte eine fotografieren, für meine Fotoshow der Reise. Und bei denen, die ich vorher fotografiert hatte, fehlte entweder der Wind oder sie war zu weit weg. Aber diese hier war sooooo riesig, das es wohl funktionieren wird.
Auf dem Weg zum Restaurant, ich wollte nochmal nach dem gestern empfohlenen suchen... kam ich an der Camara Disputado vorbei, ein wunderschönes viktorianisches Gebäude mit noch viel schönerem Garten, wo aber auch wichtige Menschen weilten, so dass ich nicht erwünscht war. Allerdings weiß ich auch nicht, ob das jemals besichtigt werden kann, sollten einmal kein wichtigen Menschen anwesend sein...

Vorbei an der Catedral Metropolitana, die einfach riesig ist und ein paar wirklich schöne Altäre aufweist ging ich am Rio Mapoche entlang zum Barrio Bellavista. Der Rio Mapocho ist einfach eine rotbraune Brühe und weckt nicht das Bedürfniss mal seine Füße reinzuhalten. Bääähhhh.
Obwohl ich glaube, es ist der Sand, der die Farbe ausmacht und keine Verschmutzung. Denn sie legen hier Wert auf ihre Umwelt, trennen den Müll und so.

Und... heute habe ich das Restaurant Galindo gefunden (ich hatte mir das heute morgen nochmal erklären lassen). Habe mich hin gesetzt, draußen an einen kleinen Tisch und schon hatte ich Gesprächspartner. Am Nebentisch saßen zwei chilenische Männer, die über die Frage, woher ich komme den Gesprächseinstieg machten. Daraufhin haben wir nach meinem Essen (es gab wieder ein Bier und einen Empanada - lecker!) die Tische zusammen geschoben und uns bis 20:00 sehr nett unterhalten. Es stellte sich heraus, dass Raul und Paulo schwul waren und ansonsten auch interessiert an meinem Liebesleben... Während der normalen Gesprächsphase haben sie dann auch Plätze in meinem Reisseführer markiert, die sie für sehenswert hielten. Raul wird in zwei Woche Europa (Mailand, London, Edinburgh) bereisen und wollte dazu von mir hören, worauf er zu achten hat (ist vorallem kalt gerade...). Er arbeitet bei irgendeiner Behörde und hat deshalb in den Sommermonaten ca. 2 Monate frei und kann reisen. Es war ein sehr netter Abend.

Zurück im Hostel, setzte ich mich wieder an den Tisch im Hof (da sitze ich auch immer noch), um mein Tagebuch (also diesen Blog) zu schreiben und nach einer Weile kamen Thomas und Heidi aus Haltern am See dazu. Und, natürlich, kamen wir nach einiger Zeit ins Gespräch. Die beiden sind schon seit November unterwegs in Brasilien, Argentinien und Chile und haben mir auch schon wieder Tipps mit auf den Weg gegeben. Und, wie der Zufall es will, sie kennen den kleinsten Bio-Bäcker in Hamburg. Das ist der, bei dem ich alle paar Wochen mal in der Mittagspause ein Hörnchen und den super leckeren Mohnstriezel kaufe, in der Klaus-Groth-Straße. Zufälle gibt es... 

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Comments

Claudi on

ampelmann-video funzt!!! :D

Stefan on

Der Ampelmann ist der Hammer! :-D

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