Die Sonne scheint in Madrid

Trip Start Jan 19, 2013
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Trip End Mar 15, 2013


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Where I stayed
chic&basic Atocha Madrid
Read my review - 4/5 stars
What I did
Chocolate con picatostes

Flag of Spain  , Madrid,
Monday, January 21, 2013

Heute Morgen war ich k.o. Ich habe zwar gut geschlafen, aber hier ist es etwas hellhörig und meine Nachbarn mussten früh raus. D.h. was man im Urlaub so unter früh raus versteht (7:30)... Damit war ich auch wach und konnte leider auch nicht wieder einschlafen.

Nach dem Frühstück (wie gehabt im Cafe gegenüber) habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. Dieses mal als erstes zum Bahnhof. Allerdings sprang mir auf dem Weg das sonnenbeschienene Caixaforum praktisch in den Weg. Die begrünte Wand so so wundervoll aus in der Sonne, dass ich einen kurzen Abstecher machen musste. Der Besuch musste dann allerdings bis heute Nachmittag noch warten.

Die Ampeln in Madrid zwitschern, wenn die Fußgänger grün haben. Das hört sich tatsächlich an wie Vogelgezwitscher. Hier funktioniert das so, dass die grünen Fußgänger-Ampeln anfangen zu blinken, wenn man sich beeilen muss. Ich bleibe dann immer stehen, denn ich habe es ja nicht eilig und so kann ich noch ein wenig in der Gegend rumgucken. Aufgrund des Zwitscherns verpasse ich allerdings hier nicht die Grünphasen, wie sonst in anderen Städten schon mal, wenn ich in die Gegend gucke...;o)

Der Bahnhof Atocha ist riesig.  Innen hat er einen ganzen Dschungel, der mit Feuchtigkeit besprenkelt wird. Dort saß sogar eine Malerin und hat bei dem heute tollen Licht, weil Sonnenschein, gemalt (was sonst...). Ein kleiner Teich mit jeder Menge Schildkröten und dann die Bahnhofshalle sowie eine Einkaufspassage runden das Ensemble ab. Hier hat 2007 (u.a.) der Anschlag auf die Madrider U-Bahn stattgefunden und ein (sehr häßliches) Denkmal erinnert daran. Interessanter waren die beiden riesigen Kinderköpfe, die sich direkt gegenüber von dem Denkmal befinden.

Von hier aus bin ich in den Retiro, das ist der Madrider Stadtpark. Allerdings hatte ich den Eindruck, das er etwas größer ist als das Hamburger Model. Eigentlich soll da richtig was los sein, aber wohl hauptsächlich im Sommer und am Wochenende. Das haben wir nun zzt. beides nicht und so war es gut besucht. Ein sehr schöner Park mit großen Alleen, Sportanlagen und einem See auf dem die Leute Boot fahren. Das war aufgrund des Windes heute nicht immer ganz so einfach, wie man als Klugscheißer vom Ufer aus, leicht feststellen konnte. Hier hatte ich das Problem, dass es in der Sonne, wenn windgeschützt, in meiner Jacke viel zu warm war. Wenn allerdings der Wind wieder reinblies, dann war die Jacke unbedingt notwendig.

Vor dem großen Denkmal habe ich mich für heute fotografieren lassen. Einmal am Tag muss ich auch mal mit aufs Bild, habe ich mir gedacht. Lustig, was da alles dabei herauskommt. Ich betrachte das als eigenes Projekt und akzeptiere einfach, was die Leute daraus machen. Das ist lustig (gestern z.B. ist nur mein Kopf zu sehen, heute bin ich ganz drauf aber ziemlich weit weg). Mal sehen, was da noch so dabei heraus kommt.

Hier in dem Park und auch im Campo del Moro, wo ich später noch war, fliegen kleine grüne Papageien herum. Ansonsten gibt es die gleichen Vögel, wie bei uns auch: Tauben, Elstern, Spatzen.

Auf der Suche nach einer Toilette bin ich einfach in ein geöffnetes Gebäude gegangen (nachdem ich auf der Suche nach dem Eingang das Gebäude schon einmal umrundet hatte, um dann festzustellen, dass der Eingang direkt vorne war - wo auch sonst...). Bevor ich die Toiletten allerdings gefunden hatte, bekam ich eine schöne Bilder-Ausstellung zu Gesicht. Mit abstrakten Bildern in tollen Farben, bei denen irgendwie Metall im Spiel war (mehr habe ich von den Bild-Unterschriften nicht verstanden). Das habe ich mir nach dem Toilettenbesuch gleich in Ruhe nochmal angeschaut. Ein schöner Zufall...

Gegenüber vom Park habe ich dann eine große Kirche gesehen, und da kann ich ja nicht anders, da muss ich 'rein. Nur das Erreichen war gar nicht so einfach, weil ich eine große Straße, die Calle de Alcala überqueren musste und die Ampel war ein ganzes Stück weg. Aber hier, wieder ein Zufall, war die Casa Árabe und dort war eine Foto-Ausstellung mit Fotos von Orientreisenden zwischen 1859 und 1905. Kostenfrei. Da bin ich natürlich gleich wieder rein und habe mir das angesehen. Solche Ausstellungen sind meist nicht sehr groß und so ist man nach einer 1/4 Stunde wieder draußen. Sehr schöne Fotos von Menschen und Orten (Istanbul, Damaskus etc.). Die 1/4 Stunde war gut investiert.

Und dann nach der nächsten Ampel und dem Weg auf dieser Seite der Straße zurück, den ich auf der anderen Seite hin gegangen war, fand ich die Kirche San Manuel y San Benito. Wunderhübsch. Die Andacht ging gerade mit dem Vater Unser zu Ende (das habe ich sogar auf Spanisch verstanden) und so konnte ich mich ein paar Minuten ohne zu Stören in die Kirchenbank setzen. Eine tolle Kirche, Mosaik überall und lichtdurchflutet. Ich verstehe sowieso nicht, warum so viele Kirchen so dunkel, düster und klamm sind. Diese war jedenfalls ein Highlight.

Und dann, die nächste Herausforderung. Die Fahrt mit der Metro. Glücklicher Weise sitzen hier noch überall Menschen an Schaltern, die, wenn auch des Englischen nicht kundig, den Touristen tatkräftig behilflich sind. Nach dem Erwerb eines Fahrscheines und der Angabe der Richtung in die ich fahren sollte (Opera) ging es los. Die Metro fuhr sofort und ich musste bis zu meinem Ziel zwei mal umsteigen. Auch dort keine Wartezeiten und so war ich nach ein paar Minuten am Bahnhof Principe Pio.

Von dort ging es dann nach einer Nachfrage bei der Information (ausschildern ist nicht die große Stärke, manchmal super, manchmal mistig) in den Campo del Moro. Der war in meinem Reiseführer als kleiner schöner Park hinter dem Palacio Real beschrieben worden, der auf ebendiesen einen tollen Blick bietet. Und das trifft perfekt zu. Ein sehr schöner Park, der allerdings keinen Ausgang hatte... außer den Eingang, den ich genommen hatte, über den ich aber nicht wieder raus wollte, waren die Ausgänge gesperrt. Nachdem ich den ganzen Park abgesucht hatte und wiederholt an verschiedenen gesperrten Ausgängen gestanden war, hatte ich die Schnauze voll und habe das "für Fußgänger gesperrt"-Schild einfach mal ignoriert, da ich ca. 10m oberhalb (durch Park getrennt) Menschen zum Ausgang gehen sah. Mit dem Ergebnis, dass ich nach 50m am Hinterein- oder -ausgang, wie man es sieht, vom Palast stand. Jetzt war mir auch klar, das ich hier wirklich nichts zu suchen hatte . Also schnell auf den Weg abgebogen, auf dem ich die Menschen gesehen hatte und durch das bewachte Tor (die Torwächterin hat ziemlich streng geguckt) hinaus.

Nach einem kurzen Gang durch die Jardins de Sabatini musste nun eine Chocolate her. Ich hatte gestern im Reiseführer gelesen, dass man hier Churros con Chocolate essen "muss". Die Chocolate ist ein sehr dickflüssiger Kakao in den man die Churros (sieht aus wie Schmalzgebäck) tunken muss. Also, ich habe zwar picatostes con chocolate gegessen, aber lecker war das Zeug trotzdem. Allerdings musste ich ob der feisten Chocolate schnell die Segel streichen.

Heute Nachmittag war ich dann noch im Caixaforum. Und wieder, Überraschung, kostenfrei. Allerdings war die Kunst mal wieder nicht für mich, dieses Mal zu modern... Ich hab' das einfach gern, wenn man was erkennen kann. Sehr beeindruckend waren allerding die knallgründen Toiletten. Dort habe ich dann noch einen Kaffee getrunken bevor ich durch das langsam wieder kälter werdende Madrid zum Centro de Arte Reina Sofia bin, um mir dort die Guernica von Pablo Picasso anzusehen. Das Kunstzentrum hat dienstags geschlossen, so war es gut, dass ich heute da war. Alles bis auf die Guernica habe ich im Grunde links liegen lassen (hatte heute schon so viel Kunst und hier geht es nur um Kriegskunst). Aber, für mich interessant war eine Bilderreihe, die illustriert, wie das Bild Guernica überhaupt zustande kam. Und da kann man erkennen, welche Figuren sich wo befinden, welche Körperteile zusammen gehören und wie Picasso das Bild im Laufe der Arbeit immer mehr verfremdet hat. Das hat mir das Bild viel näher gebracht. Das Bild ist in Grautönen gehalten und ich bin sogar zweimal daran vorbei, um es mir nach dem Betrachten der Bilderreihe nochmal unter neuen Erkenntnissen anzusehen. Und gleich hat es mir viel mehr gegeben...;o)

So, und zu guter Letzt war ich noch im Miranda zum Abendessen. Ich hatte einen leckeren Wein, eine Käseplatte und einen Cappucino. Und es fiel mir heute schon viel leichter mich in ein spanisches Lokal zu begeben. Und lecker war die Angelegenheit auch noch.


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Comments

Claudi on

trink einen cappu für mich mich claudi. ich bin immer in deinem gepäck dabei!!! :-
D

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