Auf großer Reise

Trip Start Jan 04, 2012
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Trip End Jun 28, 2012


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Flag of Australia  , South Australia,
Friday, March 23, 2012

Es ging los, 4000km in vier Tagen (ich bin ein kleiner Phileas Foggs ;)). Juhu, was ein Spass!! Aufregung, Erlebnisse, Abwechslung, Heiterkeiten, Luxus pur!! ARSCHLECKEN!!!!!!! (tschuldigung, für diesen Fäkalausdruck ;)) Hitze, Regen, Wüste, Dreck, Arschschmerzen, Schweiß und blanke Nerven pur!! Es ging durch die Nullarbor…

Das Ganze Gott sei Dank nicht alleine, denn dann wäre ich wohl durchgedreht, sondern zusammen mit Max, einem Franzosen, den ich kurz vorher mit genommen habe. Bis jetzt habe ich ihn noch gar nicht erwähnt, deshalb kurz die Geschichte wie ich ihn kennen gelernt habe. Kurz vor Albany bin ich mit meinem Van über eine riesig lange gravelroad (hatte ich glaube ich vorher schon mal beschrieben) zu einem kleinen Strand gefahren. Als ich mich wieder auf den Rückweg machen wollte sprachen mich vier Franzosen an, ob ich sie ein paar Kilometer bis zu ihrem Van, der mir vorher schon am Strassenrand aufgefallen war, mitnehmen könne. Das Problem war nur, dass ich nur drei Sitze, inklusive meinem zur Verfügung hatte, diese aber gerne bereit stellte. Also kam der Besitzer des Vans mit seiner Freundin mit. Es waren rund fünf Kilometer bergauf bis zu der alten Kiste, der sie den Weg nicht antun wollten. Nachdem ich sie abgesetzt hatte überlegte ich mir, gut wie ich nun mal bin ;), dass ich noch wieder umdrehe und die anderen beiden, die laufen wollten, auch noch auflese. Gesagt getan und nach zehn Minuten hatte ich auf den Sitzen neben mir zwei freudestrahlende Franzosen. Es stellte sich heraus, dass einer der beiden, Max, auch schnellstmöglich nach Melbourne wollte um von dort wieder in die Heimat zu fliegen. Da er wohl ganz sympathisch war und auf mich nicht den Eindruck eines durchgeknallten Psychopathen machte bot ich ihm an, ihn mit zu nehmen. Alleine aus finanziellen Gründen hatte ich schon vorher die Überlegung angestellt irgendjemandem einen Lift nach Melbourne zu geben. Er nahm das Angebot dankend an und ich versprach ihm mich zu melden sobald ich aufbrechen wollte.

Ich nahm Max also von Esperance, was ehh auf meinem Weg lag, mit und wir machten uns zusammen auf den Weg Richtung Melbourne. Nicht nur, dass mir dieser Mitfahrer eine Menge Geld sparte, auch zeitlich war das Ganze ein riesen Vorteil denn wir konnten uns natürlich mit dem Fahren abwechseln, sodass wir in zwölf Stunden jeden Tag rund 1000km hinter uns liessen.

Die ersten zwei Tage ging es durch die, schon mehrfach erwähnte Nullarbor. Für die Lateinkundigen: das Ganze leitet sich von nullus arbor her, was kein Baum bedeutet (ich habs aussem Reiseführer, denn Latein war, sagen wir mal durch die Blume, nicht gerade meine Stärke ;)). Und der Name war Programm.  Die Strecke war insgesamt 2000km lang und führte über der größte, massive Kalksteinfelsen der Welt, die Nullarborplain. Es gab keine Siedlung, lediglich alle 200km ein Roadhouse, was aus einer Tankstelle, einem kleinen Imbiss, Toiletten und einem Wohnhaus bestand. Stellt euch das einmal vor. Ihr fahrt von Lünne aus bis nach Köln (was lediglich aus einer Tankstelle besteht) und auf der gesamten Strecke seht ihr… NICHTS… ABSOLUT NICHTS… Es geht fast nur geradeaus, keine großen Hügel, keine Bäume am Straßenrand und kein Punkt am Horizont an dem man sich orientieren könnte. Dann kommt die nächste Kurve oder der nächste Hügel aber danach… NICHTS… Das Ganze zwei Tage lang. Am Anfang und zum Schluss gab es wenigstens noch ein paar Hügel am Horizont über die die Straße verlief und unser Spass war es, die Entfernung bis zur nächsten Hügelkuppe zu schätzen. Einmal habe ich die Zeit gestoppt, die ein Auto, welches ich am Horizont gesehen habe braucht bis es an uns vorbei gefahren ist. Es waren sechs Minuten, sechs MINUTEN!!! Das hört sich vielleicht nicht nach viel an, aber stellt euch das Ganze einmal vor: ihr seht ein Auto, welches euch entgegen kommt und bis es im Endeffekt wirklich an euch vorbei ist vergehen sechs Minuten. Rechnet man durchschnittlich eine Geschwindigkeit von 100km/h die wir beide fahren hat jeder Wagen in den sechs Minuten 10km hingelegt. Ich habe also ein Auto gesehen, was noch ca. 20 km von mir entfernt war. DAS AUTO WAR IN LINGEN UND ICH IN LÜNNE!!!!! Da merkt man wirklich erst richtig wie riesig das Land hier ist. Denn auf der Karte waren diese 2000km lediglich ein Drittel auf der Strecke von der West- an die Ostküste. Wirklich beeindruckend.

Erwähnenswert waren auch noch ein paar Gestalten an denen wir vorbei gefahren sind. Neben zwei Radfahrern, nicht zusammen, sondern jeweils einzeln in unterschiedliche Richtungen   unterwegs, die die Nullarbor überqueren wollten. Überholten wir wohl fast 20 Oldtimer, keine Oldtimer aus den 60er Jahren, sondern echte Oldtimer aus der Zeit um die Jahrhundertwende bis zu den 20er Jahren. Anscheinend wohl eine Art Rennen, echt interessant. Max hatte eine Kamera dabei und es sind ein paar coole Bilder entstanden. Auch von der längsten geraden Strecke in Australien, rund 150km geradeaus, wirklich geradeaus. Von uns bis nach Bremen ohne eine einzige Kurve, echt krass!!

Von der Nullarbor ging es dann schnurrstracks Richtung Melbourne wo wir am frühen Samstagabend ankamen. Glücklind, endlich da. Die letzten beiden Tage waren meine Nerven auch echt kurz. Nur ein Beispiel. Mittags gab es bei immer Sandwich. Toast mit Schinken, Käse, Tomate, Zwiebel und BBQ Sauce. So auch am letzten Tag, zumindest war es geplant. Allerdings fehlte uns die Tomate, was, so dachten wir, jedoch kein Problem sein sollte denn dann halten wir halt einfach im nächsten kaff an und holen uns eine aus nem kleinen Supermarkt. Pustekuchen!! Wir sind durch vier Orte gefahren und haben keine verkackte Tomate gefunden!! Nach einer viertel Stunde Suche im fünften Ort wurden wir dann endlich fündig. Bis dahin war ich wirklich auf 180!! Ich hatte echt keinen Nerv mehr und wär irgendetwas anderes, kleines nicht nach Plan gelaufen wär ich echt ausgerastet!! Das Gnaze wegen einer beschissenen Tomate, einer TOMATE!!! Unglaublich wie einen Kleinigkeiten aufregen können… Am Sonntagabend sollte Marion landen und so hatte ich in Melbourne noch kurz Zeit meinen Van optisch ein wenig auf Vordermann zu bringen… ;)

Die nächsten Einträge werden also von Marion und mir kommen und über die beste Zeit bis jetzt in Australien handeln, an dem Abend konnte ich wirklich gut schlafen, denn ihr könnt euch meine Vorfreude gar nicht vorstellen!!

Cya…
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