Lagos, Onitsha, Awka Etiti

Trip Start Jul 25, 2007
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Trip End Dec 20, 2007


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Flag of Nigeria  ,
Friday, August 3, 2007

Hallo Ihr Lieben!
Hier kommt ein erstes Lebenszeichen aus Nigeria!
Bisher ist alles gut gelaufen. Ich bin weder entfuehrt noch ausgeraubt und auch nicht erschossen worden. Obwohl die Erzaehlungen der Einheimischen nicht unbedingt beruhigen. Statt dessen hab ich schon viel gesehen und erlebt. Allerdings wird es glaub ich etwas schwierig, das hier alles aufzuschreiben, da ich gerade am lahmsten Computer EVER sitze und die Tastastur nur unter Gewaltanwendung Buchstaben und Leerzeichen hergibt.

Ich hab hier uebrigens ein eigenes Handy, unter dem ich zumindest bis Ende des Monats erreichbar bin. Keine Ahnung, wie viel das von Deutschland aus kostet, mir SMS zu schreiben oder anzurufen. Aber von hier ist es billig. 15 Naira,ca. 8 Cent fuer ne SMS und knapp ein Euro umgerechnet fuer 5 Minuten Gespraech. Wenn Ihr also mal quatschen wollt, ruf ich dann einfach zurueck. Die Nummer lautet 00234 80 72 79 56 49.

Ein bisschen Bericht.
Der Flug mit Emirates dauerte ewig, da wir ueber Dubai geflogen sind. Allerdings sind wir beim ersten Flug in die Business Class hochgestuft worden, weil der Flieger so voll war. Und mit Liegesitzen, netten Kosmetikgeschenktaschen und vor allem Moet for free liess sich die Nacht ganz gut durchstehen! 
In Lagos wurden wir am Flughafen von Susis Fahrer abgeholt und zu Ebele gebracht. Das mit dem Fahrer klingt dekadent, ist hier aber total ueblich. Es gibt ohnehin keine Parkplaetze, und wenn man sein Auto doch irgendwo abstellt, sind die Chancen gering, es hinterher heil wiederzufinden.

Susi arbeitet bei der deutschen Botschaft. Ihre Mutter ist Deutsche, ebenso wie die von Ebele, bei dem wir in Lagos gewohnt haben. Ebeles Vater hat damals mit Nazis Papa zeitgleich in Deutschland studiert, daher kennen sich die Familien.
Die ersten Tage in Lagos waren sozusagen Maennertage. Rumhaengen, essen, viel zu viel trinken...
Am Freitag haben wir mit dem Auto eine Tour durch Lagos gemacht. Sprich, wir haben an die fuenf Stunden im Stau gestanden und uns im Schneckentempo durchs Chaos geschoben. Da war noch Chris da, ein Schweizer, der geschaeftlich in Lagos war. Ebele und sein Papa sind Sales Agents. Ohne Vitamin B und jemanden, der sich mit der Kultur und allem drumherum auskennt, kann man als Europaeer in diesem Land glaub ich keine Geschaefte machen.
Nachdem wir Chris abends zum Flughafen gebracht hatten, waren wir bei Susi, und von da aus noch in einem Club, weil es zu spaet bzw. zu frueh und daher zu gefaehrlich war, um nach Hause zu fahren. Nachts sind die Strassen echt wie ausgestorben, dafuer wird es Gruende geben...
Nach dem Club waren wir in einer Strassenbude essen. Offenbar hatte Ebele meinen Alienfaktor unterschaetzt. Der wollte einfach in Ruhe schnell was essen, aber waehrend der irgendwo sass, war Nazi ununterbrochen damit beschaeftigt, die in Horden auftauchenden Area Boys mit kleinen Scheinen, Schnaps und Gras geschmeidig zu halten. Area Boys sind die lokalen Gangs, die es überall gibt. Die überfallen dann gerne mal die Leute, zetteln Kleinkriege mit rivalisierenden Gruppen an oder erpressen Schutzgeld, damit du heil nach Hause kommst. Also so Jungs, die aufgrund allgemeiner Frustration und meistens extremer Armut in die Kriminalität abgerutscht sind. Ich war halt freundlich, hab alle Hände geschüttelt und über die Witze gelacht, obwohl ich nix verstanden habe, und habe Nazi den Rest überlassen. Eine alternde Drogendealerin hat mir was von Unity erzaehlt, und dass wir Frauen weltweit zusammenhalten muessen, Und die Jungs turnten einfach um uns rum. Alles friedlich, obwohl es mir doch anfangs ein bisschen unheimlich war.
Die anderen Tage habe ich eine ganz interessante Mischung aus upper class Bars und Kneipen in der Nachbarschaft kennengelernt. War nett.

Und dann waren wir noch einen Tag am Strand. Dorthin kam man per Boot. War schön da, obwohl das Wasser ziemlich fies war. Bei Ebbe strömt das Wasser aus dem Hafenbecken da raus, und das ist nicht lecker. Aber wir haben schön in Liegestühlen unter Sonnensegeln gesessen und uns die anderen Gäste angesehen. Zum großen Teil Expats, also Weiße, oft aus dem nahen oder fernen Osten. Zum Teil sehr lustig. Natürlich kamen auch jede Menge Händler vorbei. Zum Teil haben die echt schöne und sehr kunstvolle Sachen. Holzarbeiten und Schmuck, und ein Tuareg kam vorbei, der ganz tolle, handgearbeitete Silberschwerter dabei hatte. Leider nicht billig und vor allem auch nicht transportabel. Auf einem Markt habe ich super tolle Truhen gesehen. Aber die zu verschiffen würde viel mehr kosten, als das Teil an sich...

Die ersten 1,5 Tage hatten wir sogar ununterbrochen Strom, obwohl doch NEPA so beruechtigt fuer die Stromausfaelle ist. Kaum hatte ich dazu was gesagt, ging auch schon das Licht aus. Zum Glueck haben hier alle, bei denen ich bisher war, einen Generator.

Am Dienstag sind wir mit Ground Air Travel, einer Busgesellschaft, die einem Verwandten gehoert, von Lagos nach Onitsha gefahren. Dort hat uns Adaora, die hier in lebende Schwester von Nazi abgeholt,und wir sind nach Awka Etiti gefahren, der Ort, in dem Nazis Eltern leben. Dort ist auch das Krankenhaus und Nazis Haus. Oder sagen wir eher Anwesen. Das ist riesig. Dort findet am Sonntag die grosse Geburtstagsparty zum 60sten von Nazis Mutter statt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Ich hab mir sogar wie alle anderen auch ein traditionelles Outfit naehen lassen. Dafuer mussten wir erstmal auf den Markt zum Stoff kaufen... ein Erlebnis. Wie erwartert waren Anke, die deutsche Cousine, und ich die Attraktionen schlechthin. Hier gibts ausser Nazis Mutter glaub ich echt keine Weissen. Bei Onitshas Kriminalitaetsstatistik wohl auch kein Wunder. Wir haben davon aber zum Glueck nichts mitbekommen bisher.

So, die Zeit ist fast um.
GMX laed hier uebrigens ueberhaupt nicht. Also schreibt mir dochmal hier was ins Gaestebuch!

Ich hoffe, es geht Euch allen gut. Lasst was von Euch hoeren!
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Comments

kartoffelpue
kartoffelpue on

Bodyguard
bei dem ganzen kriminellem drumherum ist es ein leichtes sich keine Sorgen zu machen liebe Antje :-)

tomandbecky
tomandbecky on

Happy Days!
Puh Antje, wer sind alle diese Leute? Mir ist schon ganz schwindelig ... Ich bin froh, dass es dir gut geht. Lass dich mal schön von Nazis Familie verhätscheln, bevor es alleine los geht. Und pass bloss auf dich auf!

Bei mir: noch 4 Montage arbeiten, der Countdown läuft. Schreib lieber an meine Privatadresse, bald gibt's die dienstliche ja nciht mehr.

Hang Loose!

susco
susco on

Ein Baum...
...auf Reisen ;-) ..jemand hat Deinen Blog gepetzt...

Ist schon abteuerlich, was Du so erlebst und bei den vielen handelnden Personen ist das Telefonbuch von Bonn nun wirklich nur ein dünnes Blättchen!
Drücke Dir weiterhin beide Daumen für eine wunderschöne Reise auf dem schwarzen Kontinent!!!

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