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Trip Start Dec 30, 2005
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Trip End Jan 22, 2006


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Tuesday, January 24, 2006

Das wars. Leider ist der Urlaub schon um und ich bin heil zurück in Deutschland angekommen. Mein Koffer kam erst zwei Tage nach mir, da der Flug von Dakar nach Lissabon Verspätung hatte und man es dann offenbar nicht mehr geschafft hat, alles rechtzeitig in die Maschine nach Frankfurt umzuladen. Aber inzwischen ist alles ausgepackt, gewaschen und die Souvenirs sind verteilt.

Die letzten Tage in Dakar habe ich mit noch ein bisschen einkaufen und mit der Familie verbracht. Zum Abschied hab ich ein typisch afrikanisches Küchenset mit Topflappen, Handschuh und Schürze in blau gemustertem Stoff bekommen und einen silbernen Armreifen mit meinem Namen drauf, wie sie in Dakar fast alle tragen. Den hab ich jetzt auch jeden Tag um.

In der letzten Woche Dakar haben alle über die Kälte gejammert, weil nur knapp die 20 Grad überschritten wurden. In den Nachrichten kamen Berichte über erfrorene Straßenkinder und Rollkragenpullover, Wollmützen und Schals waren die Verkaufsschlager. Mir war auch kalt. Und dann musste ich zurück in die europäische Kältewelle. Seit der Landung ist mir eigentlich ununterbrochen kalt. Meine Füße sind Eisklötze, meine Finger werden nicht durchblutet, meine Nase läuft und meine Haut hat sich von entspannt, rein und leicht gebräunt bereits ins übliche trocken-und-gerötet des deutschen Winters zurückverwandelt. Und ständig erzählt mir jemand, wie schön doch das Wetter ist, weil die Sonne vom blauen Himmel scheint. Aha.

Die letzten Tage hab ich - neben Arbeit - hauptsächlich mit Fotos zeigen und erzählen verbracht. Lustigerweise kommen dabei immer Fragen nach Abenteuern in der Wildnis und wilden Tieren. Hallo?! Im Senegal wie in den meisten afrikanischen Ländern gibt es wilde Tiere nur noch in einem Nationalpark, und die Elefanten oder Giraffen wurden glaub ich sogar aus Südafrika importiert, weil die Senegalesen keine eigenen mehr hatten. Die einzigen wilden Tiere, die mir begegnet sind, waren eine dicke Spinne im Waschbecken und eine Kakerlake in der Toilette. Beide haben die Begegnung nicht überlebt.

Das Interessanteste war für mich der Spagat zwischen Tradition bzw. Ursprünglichkeit und Moderne. Leute, die sich auf der einen Seite am Handy über die neuesten DVD-Player unterhalten, auf der anderen Seite beinahe hysterisch werden, wenn man in der Nähe irgendwelcher Fetisch-Orte oder -gegenstände die Kamera auspackt. Die Katholiken sind, aber von ihrem Getränk die ersten Tropfen auf die Erde kippen, als Opfer an die Ahnen. Businessfrauen, die ihre Probleme schwanger zu werden damit zu beheben versuchen, dass sie sich von Medizinmännern behandeln lassen und monatelang den Designeranzug gegen traditionelle Kleider und Amulette tauschen und ohne Schuhe im Wald wohnen. Und werden sie dann schwanger, ziehen sie sich zurück, um dem bösen Blick missgünstiger Mitmenschen mit magischen Kräften zu entgehen. (Den bei uns herrschenden Trend, seinen Babybauch stolz der Öffentlichkeit zu präsentieren, kann dort bestimmt niemand nachvollziehen.) Die nagelneue S-Klasse, der in der Dakarer Innenstadt vom Pferdekarren die Vorfahrt genommen wird, Rundhütten ohne Strom und fließendes Wasser, ein paar Kilometer weiter klimatisierte Prachtbauten mit Pool und Tennisplatz...

Insgesamt hatte ich einen super schönen, interessanten, lehrreichen Urlaub mit reichlich neuen Erfahrungen. Senegal ist als Urlaubsland echt zu empfehlen, wobei es sicher nicht schadet, brauchbare Sprachkenntnisse zu besitzen. Mei letzter Afrikabesuch war das bestimmt nicht!
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