Ausflüge in und um Dakar

Trip Start Dec 30, 2005
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Trip End Jan 22, 2006


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Flag of Senegal  ,
Monday, January 16, 2006

Die letzten Tage habe ich hier in Dakar bzw. mit Ausflügen in die Umgebung verbracht. Außerdem hab ichs mal wieder geschafft, mir einen Nerv im Rücken einzuklemmen oder so was, so dass ich tagelang ziemlich Schmerzen hatte. Dazu kamen ein paar Probleme mit der Verdauung. Samstag ging es mir richtig schlecht, ich hatte sogar Fieber und ernsthaft Sorgen, mir Malaria geholt zu haben. Sonntag gings dann aber schon wieder besser, so dass ich abends mit in die Kirche gegangen bin. Gegen die Rückenschmerzen gabs Massage mit einem Öl von einem heilenden Baum aus der Casamance.

Aber von vorne. Letzten Donnerstag, also am Tag nach Tabaski, waren wir auf der Ile de Gorée, der ehemaligen Sklaveninsel. Hier kam ich mir zum ersten Mal vor wie ein Tourist unter vielen. Zur Insel fährt eine größere Fähre, die für Einheimische 1.500 FCFA, für Touris 5.000 FCFA kostet. Während die Einheimischen bevorzugt unter Deck saßen, vermutlich um die obligatorischen Kunsthaarkreationen vor dem Wind zu schützen, standen die Touristen oben und zückten die Kameras.
Auf der Insel mussten wir zunächst noch eine Touristensteuer von 500 Franc entrichten, bevor wir los durften, um die Umgebung zu erkunden. Wir sind dann wie alle erstmal ins Maison des esclaves, das berühmte, restaurierte Sklavenhaus, von dessen Art es früher einige auf Gorée gab. Echt erschreckend, wie das damals so abgelaufen ist. Bei einem Blick aus der "Tür ohne Wiederkehr" wird einem auch heute noch mulmig. Dort gabs auch eine zweisprachige Führung, die sehr interessant war.
Danach sind wir weiter über die Insel gelaufen, hoch zum Denkmal und den alten Kanonen, vorbei an zahllosen Händlern und Läden, in denen man sich mit allem eindecken kann, was das Touristenherz begehrt. Leider waren auch die Preise entsprechend hoch und die Verkäufer entsprechend aufdringlich, trotz meiner einheimischen Begleitung. Das Museum, das wir eigentlich noch besuchen wollten, hatte leider schon geschlossen. Also haben wir uns nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die kleinen Gassen und über den (ebenfalls kleinen) Strand der Insel noch ein überteuertes Gazelle in einem der Cafés am Ufer gegönnt, bevor die Fähre zurückfuhr.

Freitags wollten wir eigentlich zum Lac Rose. Allerdings war es ziemlich bewölkt, und dann leuchtet anscheinend die Farbe nicht richtig. Also haben wir kurzfristig umdisponiert, waren erst bei der Tante zu Besuch und sind später zu einer Besichtigungstour durch die Innenstadt und einem Besuch des IFAN-Museums aufgebrochen. Das war zum Teil echt interessant, und einiges, was dort gezeigt wurde, war mir in der letzten Woche bereits in der Casamance begegnet. Die Erläuterungen zu den einzelnen Ausstellungsstücken und Szenen hielten sich ein wenig in Grenzen, aber ich hatte ja zum Glück kompetente Begleitung dabei, so dass ich noch ein bisschen was über den Ablauf der Beschneidungszeremonien und animistischer Riten erfahren habe.
Der Marché Kermel war leider geschlossen, die machen wegen Tabaski direkt ne halbe Woche dicht. Also hab ich nur das obligatorische Touristen-Foto vom Eingangstor gemacht und mal einen Blick durchs Gitter geworfen.

Den Ausflug zum Lac Rose, dem natürlichen Salzsee in der Nähe von Dakar, haben wir samstags nachgeholt. Durch den Salzgehalt leuchtet das Wasser rosa. Bekannt in Europa ist er hauptsächlich, weil dort die Rallye Dakar endet. Wie bereits erwähnt ging es mir nicht besonders gut, so dass ich während der Überfahrt mit einer kleinen Piroge durch brennende Sonne, ständiges Gewackel und den etwas seltsamen Geruch des Salzes ein paar Mal das Gefühl hatte, mich über den Pirogenrand hängen zu müssen. Ich habs dann aber doch geschafft, meinen Magen unter Kontrolle zu halten.
Da das der Tag vor der Zieleinfahrt der Rallye war, gab es überall jede Menge Absperrungen und Schilder und Leute, die einem gesagt haben, wo man alles NICHT her darf. Auf der gegenüberliegenden Seite, wo wir uns wie gesagt mit der Piroge haben hinkutschieren lassen, stand sogar ein Pressehubschrauber. Die Besatzung dazu saß in einem kleinen Bistro in dem traditionellen Rundhütten-Dorf, das dort steht. Die Rallye-Piste führt da sozusagen mittendurch. Kein Wunder, dass es jedes Mal Todesopfer gibt. Wenn die durch die engen Dorfpisten heizen und im Sand ein wenig zur Seite rutschen, stehen die Chancen bestimmt gut, ein einheimisches Kind mitzunehmen. Hier gibt's nämlich keinerlei Absperrungen.
Der See selbst erschien mir eher orange als rosa, aber das ändert sich wohl je nach Lichteinfall. Außerdem wird ja sehr viel Salz abgebaut dort, so dass laut Papa Cisse die Farbe wohl jedes Jahr ein bisschen weniger wird. Ein lohnendes Ausflugsziel ist der See aber allemal.

Sonntag bestand wegen meiner angeschlagenen Gesundheit der einzige Programmpunkt aus dem abendlichen Besuch der Messe. Die deutsche Kirche muss bei diesem Anblick furchtbar neidisch werden: Alles bis auf den letzten Platz besetzt, und das vor allem durch junge Leute. Viele Jungs, die mit der ganzen Clique dort auflaufen. Und fast alle, auch die Mädels, in westlicher Kleidung, also knackigen Jeans, ärmellosen Tops etc. da merkt man dann doch den Unterschied zwischen den Religionen, auf der Straße dominieren traditionelle Kleider das Bild. Viel verstanden hab ich nicht, aber bei den Katholen ist man ja trotzdem ständig beschäftigt. Aufstehen-hinsetzen-aufstehen-knien-setzen-zwischendurch drei Klingelbeutel an sich vorüberziehen lassen...
Außerdem hatte ich wieder genug damit zu tun, mir die Leute anzusehen und mir ein paar Gedanken zu machen, wie blöd die Menschen eigentlich sind. Europäer braten stundenlang in der Sonne, um ein bisschen dunklere Haut zu bekommen und rennen sie zum Friseur um sich Dauerwellen verpassen zu lassen, weil sie ihre glatten Haare nicht wollen.
Afrikaner wollen so hell wie möglich sein, und so gut wie keine senegalesische Frau trägt ihre Haare natürlich. Diejenigen, die nicht die traditionellen Kopfbedeckungen tragen, investieren jede Menge Zeit und Geld in künstliche Haare. Die sind meistens glatt, oder so Hochsteckfrisuren mit Korkenzieherlocken. Ständig muss es was Neues sein. Für mich ganz schön kompliziert. Anfangs hab ich mir z.B. gemerkt "Clemence ist die mit den kinnlangen Haaren", aber als ich aus dem Süden wiederkam, war Clemence plötzlich die mit dem langen Pferdeschwanz.

Montags sind wir zum shoppen in die Stadt gefahren. In die City, zum Sandanga-Markt und zum village artesanal. Dort hab ich dann auch mal ein paar Souvenirs erstanden, außerdem CDs mit senegalesischer Musik. Auf den Märkten heißt es handeln. Die Preise, die einem zunächst genannt werden, sind völlig utopisch und selbst für deutsche Verhältnisse nicht selten ne Frechheit. Pie mal Daumen kann man sagen, dass ich letzten Endes immer ungefähr ein Viertel des ursprünglich genannten Preises gezahlt habe. Ohne einheimische Begleitung wäre das vermutlich mehr gewesen, aber mehr als die Hälfte sollte man bestimmt nicht rausrücken.
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