Cap Skirring

Trip Start Dec 30, 2005
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Trip End Jan 22, 2006


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Flag of Senegal  ,
Wednesday, January 11, 2006

Wir sind dann doch noch nach Cap Skirring gekommen, Marius hat uns gefahren, mit Madame Cisse´ Auto. Die Gelegenheit wollten sich natürlich viele nicht entgehen lassen. Der Pick up hielt kurz und schon war die Ladefläche überfüllt von Leuten. Meine Beifahrertür ging auf und mit einem kurzen "prends" wurde mir ein winziger Säugling in die Hand gedrückt. Die Mutter quetsche sich irgendwie auf die Rückbank. Ich glaube, die können sich überhaupt nicht vorstellen, dass eine Frau Ende 20 sich überfordert fühlen kann, wenn sie ein kleines Baby halten soll... der Kleine hat aber brav geschlafen und überhaupt nicht mitbekommen, dass er in fremden Händen war. Sehr süßes Baby, am liebsten hätte ich ihn behalten.

Die Fahrt von Oussouye nach Cap dauert mit dem eigenen Wagen nur ne gute halbe Stunde. Dort angekommen, haben wir uns in einem Campement eingebucht, Paradise. Die Zimmer waren zwar weniger paradiesisch, sondern winzig und nur mit einem Vorhang zwischen Zimmer und Bad versehen, dafür kostete das Ganze auch nicht viel, und die Lage war wirklich schön. Direkt oberhalb des Strandes, zu dem man über eine Treppe und durch einen kleinen Palmenwald gelang.
Der Strand war fast menschenleer. Erst weiter oben, wo die modernen Hotelanlagen für die französischen Pauschaltouristen stehen, tauchten ein paar mehr Leute auf. Alle weiß, den Afrikanern ist es um diese Jahreszeit viel zu kalt zum Baden.
Abends waren wir nach einem ausgiebigen Spaziergang am Strand in der Stadt Essen und danach noch ein paar Bierchen heben. Am nächsten Tag war für mich beachen angesagt. In der angrenzenden Hotelanlage war nicht viel los, und so hab ich mir kurzerhand eine von deren Strandliegen geschnappt und es mir bequem gemacht. Im Meer schwimmen war ich auch. Tja, und zwei Stunden später war ich krebsrot. Man sollte die Sonne da unten echt nicht unterschätzen. Und nicht auf Mitleid von Afrikanern hoffen. Die meisten kennen keinen Sonnenbrand und finden abgesehen davon auch die Idee ziemlich beknackt, sich in die sengende Sonne zu knallen, wenn es irgendwo Schatten gibt. Haben sie ja auch irgendwie recht. Trotzdem tats ganz schön weh.

Eigentlich wollten wir am gleichen Abend noch wieder nach Ziguinchor, um von dort wieder Richtung Norden aufzubrechen. Der Besitzer unseres Campements hatte den gleichen Plan und bereits ein Taxi organisiert. Als eben dieses Taxi kam und der Fahrer mich (weiße Touristin = Geld) erblickte, hat er dann aber wohl kurzerhand den abgemachten Preis verdoppelt. Es gab ein bisschen Zoff, und dann hatte sich das mit unserem Taxi erledigt. Bis nach Cap rein hat er uns gebracht. Dort allerdings erwies es sich als weit schwieriger als erwartet, ein anderes, günstigeres Transportmittel aufzutreiben. Zunächst war Kediou (der Campement-Betreiber, keine Ahnung, ob man den Namen so schreibt) noch guter Dinge, aber es half nix. Alle weiteren Fahrer, die er kannte, wollten noch mehr Geld, sein Bekannter hatte keine Zeit um uns zu fahren... also hat er uns erst mal zum Essen eingeladen. Und dann auf ein Bier. Und noch eins. Und dann haben wir beschlossen, zurückzufahren ins Paradise und am nächsten Morgen nach Zig zu starten. Auf dem Weg dorthin haben wir dann aber noch zwei weitere Zwischenstopps eingelegt in irgendwelchen Hotelbars. Ich hab mal wieder gemerkt, dass die Sprachbegabung mit steigendem Alkoholpegel zunimmt. Nach noch ein paar Bier konnte ich plötzlich auch französisch verstehen. Musste ich aber eigentlich überhaupt nicht, da die Bar von einem Ehepaar Senegalese-Österreicherin geführt wurde und auch noch eine Schweizerin zu Besuch war. Mit ihrem höchstens halb so alten einheimischen Begleiter. Eine dort unten recht übliche Kombination.
Also hab ich die Gelegenheit genutzt, mich mal wieder ein bisschen auf deutsch zu unterhalten. Zumindest die Schweizerin war aber so ne usselige Esoterik-Tussi, so dass wir uns nicht allzu viel zu sagen hatten. Der Abend war jäh beendet, als Kediou unbedingt noch einen Whiskey trinken wollte, den er sich dann leider noch mal durch den Kopf hat gehen lassen. Aber vorher hatte er die komplette Rechnung beglichen, wovon er am nächsten Morgen glücklicherweise nichts mehr wusste. Betrunken wie wir waren, kamen wir dann noch spontan auf die Idee, ein nächtliches Bad im Meer zu nehmen. Allerdings war das wirklich arschkalt, so dass wir es uns dann schnell anders überlegt haben und schlafen gegangen sind. Die zweite Übernachtung im Campement war für uns kostenlos.

Und am nächsten Morgen sind wir dann auch relativ problemlos nach Ziguinchor gekommen, allerdings zu dem Preis, zu dem der erste Taxifahrer uns auch gefahren hätte.
An diesem letzten Abend vor der Rückkehr nach Dakar waren wir erst in Philipps Bistro direkt am Flussufer, wo man ganz wunderbar bei einem kalten Gazelle den Sonnenuntergang genießen kann, später sind wir dann ins Bombolong gegangen. Dort gab es eine große Tombola, bei der man unter anderem einen Sack Reis, einen Beutel Tomaten und als Hauptpreis ein lebendes Schaf für Tabaski gewinnen konnte. Der Laden war proppenvoll. Wir haben auch brav Lose gekauft, aber leider nichts gewonnen. Eigentlich sollte das Schaf auf der Tanzfläche überreicht werden, aber es hat sich dann wohl doch erfolgreich gewehrt und durfte vor der Tür warten.
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