Dakar

Trip Start Dec 30, 2005
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Trip End Jan 22, 2006


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Flag of Senegal  ,
Tuesday, January 3, 2006

So Ihr Lieben,
seid Ihr alle gut ins neue Jahr gekommen?
hier kommt also nun das erste Lebenszeichen von mir. Ich sitze gerade in einem Internetcafe in Ziguinchor (Casamance) und kämpfe mit der Tastatur. Die ist anders als die deutsche Tastatur. Wär nicht weiter dramatisch, wären die Tasten nicht so abgenutzt, dass man die Buchstaben nicht mehr lesen kann. Fotos hochladen geht hier offenbar nicht, schade.
Die letzten Tage waren sehr schön, aber auch anstrengend.
Samstag morgen bin ich gegen vier angekommen statt um zwei, da der Flug von Lissabon leider Verspätung hatte. Aber Jean Simon hat geduldig gewartet (zusammen mit einem Freund), um mich abzuholen. Selbst um diese Zeit war auf den Strassen noch ziemlich viel los. ich bin ja nicht zimperlich, aber der Verkehr in Dakar ist echt die Hölle. Nur Irre unterwegs, vor allem die zahlreichen Taxifahrer sind vollkommen schmerzfrei.
Samstag sind wir ein bisschen durch die Nachbarschaft flaniert, außerdem hab ich Teile der Verwandtschaft kennen gelernt. Die ist ziemlich weitläufig. Hier im Haus wohnen schon zahlreiche Leute, so genau weiß ichs nicht. Irgendwelche Cousins und Cousinen und Geschwister und Tante und überhaupt. Alle sehr nett und offen. Die Jüngeren studieren wohl zum größten Teil hier in Dakar, und in der Zeit wohnen sie halt hier. es gibt sozusagen ein Jungen- und ein Mädchenzimmer, jeweils vollgestellt mit Betten. Der älteste Bruder Serge hat einen eigenen Raum, die Eltern natürlich auch. und ich hab das Gästezimmer für mich alleine.
Außerdem waren wir noch bei einer Tante zu Besuch, die mit ihrem Mann und vier Kindern ein paar Strassen weiter wohnt. die Kids sind aber noch jünger, die Älteste, Marie Therese, ist 11.
Es ist hier übrigens wirklich so, wie man sich Afrika so vorstellt. Straßenhändler in Badelatschen, die einem irgendwas verkaufen wollen, Frauen mit auf den Rücken gebundenen Kindern, Mädchen, die große Schüsseln oder was auch immer auf dem Kopf durch die Gegend tragen. Gekleidet sind die Leute aber sehr unterschiedlich. Manche genau wie bei uns, auch was die Marken angeht, viele aber auch in traditioneller afrikanischer Kleidung. Die Kleidervorschriften des Islam werden hier jedenfalls recht kreativ ausgelegt.

Silvester haben wir im Auto im Stau verbracht. Irgendwie musste noch jemand abgeholt und nach Hause gebracht und besucht werden, und plötzlich wars 12. Fand aber keiner weiter seltsam, offenbar ist es üblich, dass die Party erst danach losgeht. Wir waren dann noch in der Stadt in einer Disco namens Skynet, wo ich wie erwartet genötigt wurde zu afrikanischer Musik zu tanzen. Da gabs zwischendurch bald ne Stunde Klammerbluesmusik (Zouk), total lustig. Auch sonst liefen geile Sachen, Mambo Nr.5 oder boom boom boom - im Prinzip die halbe "Ficken ist Frieden"-Compilation.

Sonntag stand nach ausschlafen ein wenig Sightseeing auf dem Programm, außerdem ein kleiner Spaziergang am Strand. Ich hab an Euch gedacht, wie Ihr alle dick eingemümmelt in Deutschland friert ;-)
Wir haben den Leuchtturm Les Mamelles besucht. Rein konnte man nicht, weil Feiertag war, aber die Aussicht war trotzdem toll. Und sehr interessant, weil man sich so mal ein bisschen einen Überblick über die Stadt verschaffen konnte. Danach sind wir an der Küste entlang zur neuen Moschee runter gefahren. Die steht sehr malerisch ganz in Strandnähe in einer kleinen Bucht. Dort bot sich mir dann auch das typische Senegal-Postkarten-Motiv: Fischer, die mit ihren Pirogen aufs Meer rausfahren, dem Sonnenuntergang entgegen. Kitschig schön.

Abends gings wieder tanzen, dieses Mal in einem Hinterhof in der Nachbarschaft. auch dort musste ich mal wieder meine weißen, ungelenken Hüften schwingen. Die Leute sind hier bei solchen Veranstaltungen übrigens immer total aufgebrezelt, ich war die Einzige in Turnschuhen.
Überhaupt ist es hier immer super interessant, sich die Leute anzusehen. Aber ich kann denen ja leider nicht einfach die Kamera vors Gesicht halten, sonst hätte ich schon viele Fotos gemacht.
Montag gings dann auf Tour in den Süden, aber das ist ein neues Kapitel.
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