Cartagena - Quito: 53h oder 1500km im Bus...

Trip Start Aug 03, 2011
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Trip End Ongoing


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Hostal Real

Flag of Colombia  ,
Sunday, November 13, 2011

Zu Cartagena muss gesagt werden, dass es als eine der teuersten Städte Kolumbiens zählt und sich mit 2 weiteren Städten Südamerikas um den Titel der schönsten Kolumbialstadt streitet. Von Bougainvillen überquellende Balkon grenzen an architektonisch herrlischte Kirchen und Kathedralen und dazwischen drängen sich Boutiquen und schicke Cafes wie die Promis vor dem Blizlichtgewitter der Fotografen.

All das könnte man bestaunen wenn Cartagena nicht gerade in Festlaune wäre. Wo Flaniermeilen wären drängen sich Fressbuden mit lokalen Köstlichkeiten, wo lauschige Plätze lägen findet die wildeste Strassenparty des Jahres statt und wo man Skyline und Meer bewundern könnte muss man sich nun mit Ellbögen und Fusstritten Platz schaffen.

Zu den Feierlichkeiten (die gerade mal 10 Tage dauern, da man ja nichts verpassen und möglichst viel Ferien rausschinden will) gehört nebst einer Parade - wie immer - auch die sehr stark zelebrierte wahl der Miss Kolumbien. Nebst den Schaufensterpuppen haben hier auch die Empanadaverkäuferinnen etwa doppelt so viel Busen wie ich aber etwa die gleiche Kleidergrösse wie ich an. (Ich = Anna, um Verwirrungen zu vermeiden)

Ein etwas anderer Punkt des Festes ist, dass vor allem die jüngeren KolumbianerInnen durch die Strassen ziehen und alle die ihnen begegnen mit Schaum einsprühen, mit Mehl bewerfen, mit Glitzer dekorieren, mit blauen Händen jagen-  und dabei nicht auf Kleider oder Augen achten - oder sich mit schwarzer Fettfarbe bemalen und Geld von dir verlangen damit sie dich nicht numarmen. Nimmt man jedoch rein gar nichts mit, was einem abgenommen werden könnte (nicht mal Ohrenstecker) kann man die Stadt und das Fest in seiner ganzen riesigen Verrücktheit und aus einer angemessenen Distanz doch recht gut geniessen.

Nach dem ganzen Festen in Cartagena hat sich unsere Crew schweren Herzens ( und z.T. schweren Kopfes) in alle Winde zerstreut. Einige sind retour nach Panama geflogen, anere weiter nach Bogota und einige blieben in Cartagena. Wir machten uns, begleitet von vielen "oh ihr Armen", "Viel Glueck" und "Ihr seit ja krank!) auf zu der laengsten Busfahrt unseres Lebens.

Waehrend wir fuer 30 Minuten mit dem Taxi zum Busbahrhof sieben USD zahlten, mussten wir fuer den Bus nach Bogota geschlagene 200'000 COP hinlegen.
Mit Chips gegen die Langeweile im Mund, Hoerbuechern, gegen den zu laten TV, Buechern, gegen generelle Langeweile und Schlafsaecken gegen die voll aufgedrehte AC ausgestattet setzten wir uns also in einen der Hauptverkehrsbusse Kolumbiens. Bis darauf, das die Strasse teilweise aussah wie man sie bei uns zwischen Hinteraffoltern und Oberchaesisdorf auf dem Feld erwarten wuerde, verlief die Fahrt unspektakulaer, bis wir morgens in einem stehenden Busaufwachten.
Wegen eines Steinschlages war die Strase versperrt, was keineswegs zu Unruhe, sondern eher zu einem heiteren Morgenspatziergang anregte. Mitten im Hochland sitzen allerlei Fahrer, Fahrgaeste und Lokale zwischen Huehnern und Schweinen herum, ein kreativer Bauer verkauft Kaffee und wir sind mal wieder ueber unser Gespuer froh, immer Spielekarten dabei zu haben.
Waehrend Lonley Planet die Fahrdauer mit 18h, unser Receptionist mit 19h und die Busfirma mit 20h angibt, sind wir nach erquickenden 26h schliesslich bei Sonnenuntergang in Bogota eingetroffen.

Da Bogotas Busterminal verdammt gross ist, dachten wir in Ruhe zu duschen, essen etc. um dann den Uebernachtbus gegen Sueden zu erwischen. Nur leider fuhr diesr genau in 10 Minuten, was gerade reichte, um den CHipsvorrat wieder aufzustocken und das Perron zu finden.

Waehrend Lonley Planet wanrt, im Sueden wuerden Nachts gerne auch mal Busse ueberfallen, meinte user Chaffeur, sie haetten "ahora no problemas", wobei er nicht ganz klar wurde, ob er damit nun heute, diese Woche oder einfach gerade jetzt in diesem Moment meinte.

Also starteten wir etas mulmit auf der Panamericana gegen Sueden. Waehrend man fuer die Strecke nach Pasto offiziell wegen den Ueberfaellen nur bei Tag fahren soll, ist e auf jeden Fall eine gute Idee, dies auch zu tun: Die Aussicht inst Atemberaubend!
Mit gemuetlichen 70-100 kmh (alle Busse haben im Inneren eine Tempoanzeige, da sie offiziell nicht schneller als 80 fahren duerfen) kaempft sich der Bus gute 20h  durch die kolumbianischen Andenauslaeufer, und man geniet den Spass auf Strassen ohne Leitplanken neben gut 200 meter tiefen, Grandcanyon-Artigen Taelern und Schluchten vorbeizubrausen, nur um auf einer Hochebene wieder von einer Stadt von der Groesse von Bern ueberrascht zu werden.

Von Pasto gings dann weiter spektakulaer in ein paar Stunden nach Ipiales an der ecuadorianischen Grenze. Zwei Taxifahrten und eine Grenzueberquerung spaeter sassen wir auch schon wieder im Bus nach Quito. Dieser, der kuerzeste (also von der Reisedauer, nicht der Laenge), war auch schon nach fuenf Stunden am Ziel, und unterwegs konnten wir noch einmal ein paar Blicke auf umwerfende Berge und Taeler werfen, bevor es so dunkel war, dass wir nur noch Rocky 5 und Rocky 6 vorne auf dem Bildschirm sehen konnten.

Quito hat seit etwa einem Jahr neue Busbahnhoefe. Der alte waere eigentlich gleich neben unserem Hostel gewesen, der neue ist ein paar Kilometer weiter noerdlich. Was wir natuerlich nicht wussten. Erst als wir dann mit dem Taxi eine halbe Stunde geradeaus gefahren sind, daemmerte es uns, dass der Taxi fahrer mit seinem Insistieren auf "muy lecho" vielleicht doch recht gehabt hatte...

So fanden wir, erschoepft aber gluecklich (und unausgeraubt ;-)) nach:

- 30 Minuten im Taxi in Cartagena
- 26 Stunden bis Bogota
- 30 Minuten in Bogota
- 25 Stunden bis Ipiales
- 90 Minuten an der Grenze
- 5 Stunden bis Quito
- 30 Minuten im Taxi bis ins Hostel

total 59 Stunden und 1300 km Luftlinie (und ein paar tausend Kurven) ein super komfortables Doppelzimmer im Casa Bambú.
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