Kanada 01.05. - 14.05.

Trip Start Mar 16, 2012
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Trip End Dec 24, 2012


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Flag of Canada  , British Columbia,
Monday, May 14, 2012

(Incredible) Kanada - Der Weg ist das Ziel ! 

Naja, also irgendwie mag man "seinen Westen" schon gern. Der Flughafen Vancouver vermittelt uns gleich wieder ein bekanntes Gefühl. Ohne Schleuser oder die Lage groß checken zu müssen geht es via Skytrain nach Vancouver-Downtown, wo unser reserviertes Zimmer auf uns wartet. Sieht im dunkel ganz schön aus die Stadt. Am Folgetag wird jedoch lediglich halbherzig die Stadt besichtigt, denn zum einem müssen wir erst einmal 20 Grad Temperatursturz bei Regen überstehen und zum anderen wollen wir schnell raus. Raus in die Natur. Somit wird der Tag primär zur Campingbus-Suche verwendet, was glücklicherweise und nicht ganz selbstverständlich so auf die schnelle super geklappt hat. Am 03.05. sitzen wir in einem vollausgestatteten Ford Campingbus der keine Wünsche übrig lässt. (Außer einen geringeren Spritverbauch. Die angegebenen 20l auf 100km war dann auch Minimum ...) Und als sei es mitgebucht gewesen, öffnet sich der Himmel bei der Fähruberfahrt nach Vancouver Island und beschert uns fast ausschließlich Sonne und gutes Wetter für die kommenden 12 Tage. Auf der Fähre wird dann das erste mal überlegt, was eigentlich der Plan ist..!? Wir einigen uns schnell: Es gibt keinen Plan. Let's hit the road! Die Fährüberfahrt führt entlang wunderschöner Küstenabschnitte und Inseln. Es wird uns schnell bewusst, dass hier was richtig schönes auf uns wartet. 

04.05. Erster Hike

Nach der ersten Nacht auf einem Parkplatz (Campingground kostet rund 30$ die Nacht und wir kommen gut 3 Tage autark aus, deswegen wurde öfters auch wild gecampt) ging es los. Es gibt kein Ziel als einfach mal die Westküste von Vancouver Island lang zu brettern. Doch von brettern kann trotz fast leeren Straßen eigentlich nicht gesprochen werden. Denn a) ist eh Tempolimit 80 und b) waren wir unentwegt so beeindruckt von der Landschaft,  dass wir rund alle 3km angehalten haben und einfach nur die Eindrücke aufgesaugt oder unendliche viele Fotos geschossen haben. Bei einem Stop lernen wir auch zufällig den Kanadier und "Förster" Loren kennen, welcher uns in seinem Büro eine kleine Erklärung über die Umgebung gibt und uns schließlich einen guten Tipp als Ziel nennt. Tofino ist als erstes Ziel für uns benannt. Doch vorher wollen wir mal von der Route runter und etwas die Beine bewegen. Also ab geht es einem kleinen Schild nach, welches in den Wald zeigt und einen Campingground suggeriert. Nach 4km über Stock und Stein mit dem Camper kommen wir an einen kleinen "Parkplatz", von wo aus ein weiteres Schild einen 3km Hike dorthin ausweist. Also ab in die Wanderschuhe , Taschenmesser und Bärenspray eingepackt und los gehts. (Trotz Bären"warn"schilder sind wir sicher, das wir keinem Bären begegnen werden. Taten wir auch nicht...noch nicht....) Der Weg, oder vielmehr der Pfad durch den Wald führte entlang der Küste, welche man aufgrund des dichten Waldes aber kaum sehen konnte. Dies führte zu dem unglaublichen Effekt, dass man bei Meeresrauschen im Wald wandern kann und dabei keiner Menschenseele begegnet. Einfach Irre ! Wir sind genau da, wo wir hin wollten. Die Anstrengungen des Weges werden schließlich belohnt. Wir landen an einem Küstenanschnitt, welcher den Eindruck vermittelt, wir wären die ersten Menschen an diesem Ort. Voll mit neuen Eindrücken geht es dann 3h später schließlich weiter Richtung Tofino, welches wir nach einem Nachtstop in Jacksville an der Ostküste erreichen. Das wundervolle hier ist, das im wahrsten Sinne des Wortes der Weg das Ziel ist. Wir bleiben unzählige Male stehen und genießen einfach das, was wir sehen. Manchmal verharren wir einfach eine Stunde an einem Ort ohne viel zu tun oder zu reden...

05.05. - 08.05. Tofino - Dort wo die Kanadier Urlaub machen

Tofino ist eine kleine Küstenstadt mit unglaublichen 1500 Einwohnern. Dafür aber mit Walen vor der Haustür, vielen kleinen versplitterten Inseln, Sandstränden, Surfspots und viel Ruhe ausgestattet. Wir finden einen super Wildcamping Platz mit Sicht aufs Meer und ergaunertetem W-LAN Passwort vom Nachbar Motel. Wir buchen noch bei Ankunft für die nächsten beiden Tage eine Walewatching und eine Kanu Tour. Naja Walewatching wurde dann leider zu Walesearching, denn leider hatten wir zweimal Pech. Nachdem nach der ersten Tour nichts zu sehen war, durften wir am Folgetag nochmal mit. Doch auch da entschlossen sich die Wale Tiefseetauchen zu trainieren. Naja, dafür hatten wir zwei richtig gute Bootstouren rund um die Inseln mit atemberaubenden Blicken auf die Küste. Die Kanutour war hingegen ein voller Erfolg. Zu fünft ging es rund um die kleinen Inseln, von welchen wir auch eine besucht haben und einen kleinen Bigtree-walk gemacht haben. Unser deutscher Guide war echt gut drauf und wir hatten viel Spaß. Die Gezeiten halfen uns, uns großenteils ohne große Kraftanstrengung rund um die Inseln zu treiben. Da auf dem Meer zu sitzen, Stille und rundum nur Natur ist schon einmalig. Wir haben gelernt, dass Kajaken nicht paddeln heißt bis die Arme dick sind, sondern an Orte zu gelangen, welche sonst nur schwer erreichbar sind und dabei das Umfeld zu genießen. Alles weitere erzählen die Bilder, wenn auch diese nur annähernd das widerspiegeln können, was man dort sieht. 

09.05. Campbell River ! Blackbear!

Wir machen halt an einem wunderschönen Campingground im Wald, von welchen wir direkt einen Hike zu einem nahe gelegenen Wasserfall antreten. Nach rund 1,5 h kommen wir an einem wahnsinnigen Wasserfall, welchen wir dank der überlassenen Selbstverantwortung an die Bürger durch die kanadische Regierung unmittelbar rankommen. Mit viel Respekt nähren wir uns und blicken schließlich dem Wasser nach, welches tosend rund 60m in die Tiefe stürzt. Auf dem Rückweg geschieht nun das völlig unerwartete. Patrick bleibt versteinert stehen, wird weiß im Gesicht und will mit klar machen, dass sich neben unserem Weg ein Bär bequem gemacht hat. Schnell begreife ich dass er nicht scherzt und ich sehe ihn auch. Verdammt. Was machen ??? Was haben wir gelesen wie man sich verhält!? Nun gut er scheint entspannt und rührt sich nicht, hat uns aber gesehen. Also gut. Erste Maßnahme: Foto ! Das glaub uns ja sonst keiner. Zweite Maßnahme: Bärenspray raus. (Patrick hatte es griffbereit ganz unten im Rucksack... :-D) Dritte Maßnahme: Erstmal wieder Abstand gewinnen. Da ja wie immer keine anderen Menschen in Sicht sind, müssen wir allein entscheiden, ob wir uns vorbei Wagen (war rund 10m vom Weg entfernt) oder nehmen wir den Rückzug in Angriff, was jedoch einen 3km Umweg bedeutet. Das Adrenalin entscheidet für uns. Wir machen die Biege! Mein Gott war das aufregend ! In einem späteren Gespräch mit einem Ranger erfahren wir, das diese Bärenfamilie bekannt ist, aber bisher noch keiner so weit runter gekommen sei UND das wir alles richtig gemacht hätten, wenn auch die Schwarzbären im Grunde nicht aggressiv sind. 

10.05. Unterwegs

Es geht weiter, mal wieder ohne richtig festes Ziel. Wir machen einfach wie wir lustig sind. Kanada gibt uns das, was wir gesucht haben. Ruhe ! Der Camper steuert die nötige Flexibilität bei, sodass wir einfach so machen wie wir wollen. In Kanada merke ich das erstmal richtig, wie ich entspanne. Wie ich (wir) richtig runter kommen. Ich schlafe wann ich will, und nicht wenn die Sonne auf oder unter geht. Ich esse wenn ich Hunger hab, und nicht wenn Mittag oder Abend ist. Nicht der Tagesablauf bestimmt mich, ich bestimme den Tagesablauf! 
Es treibt uns schließlich nach einer tollen Tour mit zwei Fährüberfahrten auf die  Sunshinecoast auf dem Festland. Diese macht auch sofort ihrem Namen Ehre und versorgt uns nun auch mit richtig, sogar für hier untypisch warmen, Temperaturen. 
Witziges am Rande: Da es hier wenig Straßen gibt, aber trotzdem immer wieder Häuser, ist es keineswegs ungewöhnlich, dass die Hausnummer mal länger ist als der Straßennahmen. Denn fünfstellige Hausnummer ist hier völlig normal. Genau so wie sehr interessante Warnschilder. Truck turn, Truck parking oder Achtung Baumstämme war man schnell gewohnt. Aber ein "Attention - Turtle Crossing" Warnschild hat uns dann doch zum lachen gebracht. Vor Allem, wie lange muss man warten bis die mal über die Straße ist :D Naja, die Natur steht hier eben im Vordergrund ! 

11.05. Skookumchuck Trail 

Auf eine Empfehlung hin fahren wir zum Skookumchuck Trail. Das heißt übersetzt so viel wie schnelles / starkes Wasser (Skookum=strong; Chuck= water) Dieser Trail führt uns vorbei an Seen und Küstenabschnitten an eine Meeresverengung ziemlich weit im Landesinneren. Da hier die Gezeiten rund 3m Höhenunterschied ausmachen, entwickelt sich dieser "Meeresabschnitt" zu einem 30km schnellen wildwasserähnlichem Fluss mit Strudeln. Und das zwei mal am Tag in die eine Richtung und zwei mal in die Andere. Dieses Naturphänomen an dieser Stelle ist wohl weltweit sehr bekannt und wird von Profikanuten u.a. als Trainingsort verwendet. Auch wenn wir trotz 3h ausharren den Strömungswechsel leider nicht miterlebt haben, war es sehr beeindruckend. Und auch 3h an einem solchen Ort einfach in der Sonne zu liegen ist klasse. 

12.05. - 13.05. Squamish - "The Chief" zum Abschluss

Kanada hält noch eine Aschiedsüberraschung für uns bereit. Unabhängig von der unglaublichen Küstenstraße nach Sqamish und einem Campingground mit Blick aufs Meer, entscheiden wir uns "The Chief" zu besteigen. Dies ist ein 700m hoher Berg an der Küste. Wir nehmen ihn in Angriff. Entscheiden uns für den "Developed Trail", was im Nachhinein ganz schön witzig war, denn mehr als ein Trampelpfad war das nicht! :) Aber dafür genau nach unserem Geschmack. "Jeder Schritt ein Abenteuer, so muss hiken sein" wie Pateick sagt. Also in rund 1,5 h von 10 auf 700m quer durch den Wald erreichen wir tatsächlich den Gipfel und werden von einer Aussicht belohnt die nicht in Worte zu fassen ist. Zudem wird auch hier wieder einmal die Verantwortung an die Bürger überlassen und kann bis an die Kante ran. Keine Absperrungen, Gitter oder sonst was. Wenn man sich aber normal verhält ist alles (super) sicher, da viel Platz vorhanden ist. Nun sitzen wir bei null Wind und 28Grad auf 700m, sehen in die Ferne und können eigentlich nichts sagen. Tun wir auch nicht. Wir verharren rund 2 h und saugen nochmal alles auf was man sieht.... Ciao Kanada und bis bald ! 

14.05. Vancouver die Zweite

Nach erfolgreicher Rückgabe ohne Beanstandungen genießen wir nun doch noch einen Tag Vancouver bei bestem Wetter, wenn auch wir primär im Park lagen. Nun waren wir aber auch wieder Aufnahmebereit für eine Stadt und haben festgestellt, wie schön doch Vancouver ist! Das hat nun alles rund gemacht. Um 5 Uhr morgens geht der Zug nach Portland.. mal sehn was jetzt kommt. Erst einmal 8h Zugfahrt an der Küste. USA, Sebastian, Johannes wir kommen ! 

Off Topic:

Ein kleiner Zwischenstand der physischen Situation:

- Meine Hautfarbe wechselt inzwischen tatsächlich von hellweiß auf dunkelweiß.
- Meine Haarlänge erreicht eine ungewohnte, aber doch coole Länge.
- Bart ist auch mal was Neues... Interessant sowas im Gesicht.
- Erst zwei Verletzungen. (Bisher unerwähnte Schnittwunde am Fuß vom Brückensprung, aktuell ein Cut über dem Auge. So ein Camper ist nichts für große Menschen...)
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